US-Präsident mischt sich in Skandal ein

"Coole Uhr, Ahmed": Obama lädt angeblichen Bombenbastler ein

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Der 14-jährige Ahmed Mohamed sprach in seiner Heimatstadt Irving in Texas begleitet von seiner Familie mit der Presse, nachdem der Neuntklässler von  US-Präsident Obama gewürdigt und eingeladen wurde.

Irving - Ahmed Mohamed (14), dessen selbst gebaute Uhr in einer texanischen Schule mit einer Bombe verwechselt wurde, bekommt mächtige Unterstützung.

US-Präsident Barack Obama schrieb am Mittwoch auf Twitter: "Coole Uhr, Ahmed. Magst Du sie ins Weiße Haus bringen?"

Der Neuntklässler war im texanischen Irving aus dem Unterricht von der Polizei abgeführt und verhört worden, weil seine Englischlehrerin die aus mehreren Drähten und Schaltteilen zusammengebaute Uhr für eine Bombe gehalten hatte.

"Wir sollten mehr Kinder wie Dich dazu bringen, Wissenschaft zu mögen", twitterte Obama. "Es ist das, was Amerika groß macht."

Die Geschichte von Ahmed hat in den USA für einen Skandal gesorgt. Es geht um Vorurteile und Rassismus.

"Diese Episode zeigt deutlich, wie selbst Menschen, die guten Willens sind und ihr Leben der Ausbildung junger Leute widmen, aufgrund ihrer Erscheinung und Herkunft unterdrückt werden", sagte Josh Earnest, der Sprecher des Weissen Hauses.

Ahmed Mohamed und seine Familie waren an ihrem Wohnort zuletzt Anfeindungen ausgesetzt, wurden verdächtigt und ihnen wurde von unfreundlichen Mitbürgern zu verstehen gegeben, sie gehörten nicht hierher.      

Das Obama-Team hat Ahmed inzwischen für den 19. Oktober zu einer "White House for Astronomy Night" eingeladen. Bei diesem Event in der US-Regierungszentrale kommen Wissenschaftler, Astronauten, Lehrer und Studenten zusammen und befassen sich eine Nacht lang mit astronomischen Phänomenen.

Die Solidarität für den muslimischen US-Schüler Ahmed Mohamed ist inzwischen riesengroß. Neben der Einladung von Obama ins Weiße Haus erhielt der 14-Jährige am Mittwoch auch Einladungen von der US-Raumfahrtbehörde Nasa, dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), für ein Praktikum beim Kurznachrichtendienst Twitter sowie vom Internetriesen Google und dem Online-Netzwerk Facebook.

"Hey Ahmed, wir halten einen Platz für Dich frei bei der Google-Wissenschaftsausstellung an diesem Wochenende - willst Du kommen? Bring Deine Uhr mit!", twitterte Google.

Der kanadische Astronaut Chris Hadfield lud Mohamed zu einer Show ein, woraufhin das Four Seasons Hotel dem jugendlichen Tüftler ein kostenloses Hotelzimmer in Toronto anbot. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg forderte Mohamed auf, "weiter zu bauen" und erklärte, er würde den Teenager gern kennenlernen.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, nannte den Vorfall an Mohameds Schule eine "Gelegenheit, um unser Gewissen auf Voreingenommenheit zu prüfen". "Zumindest einige von Ahmeds Lehrern haben ihn im Stich gelassen", sagte Earnest. Der Vorfall habe das "Potenzial für einen lehrreichen Moment".

In Handschellen abgeführt

Der 14-Jährige hatte am Montag den selbstgebastelten Wecker mit in seine Schule im US-Bundesstaat Texas gebracht, hatte nach eigenen Angaben aber von seinem zuständigen Lehrer nicht die erhoffte Anerkennung bekommen - stattdessen wurde er in Handschellen abgeführt, nachdem die Alarmfunktion des Weckers im Englischunterricht losgegangen war. Nach eigenen Angaben durfte er während des Verhörs nicht seine Eltern verständigen. Nach seiner Freilassung habe er ein dreitägiges Schulverbot bekommen.

Mohameds Familie, die ursprünglich aus dem Sudan stammt, bedankte sich am Mittwoch über Twitter bei allen Unterstützern. "Gemeinsam können wir diese ethnische Ungleichheit stoppen und verhindern, dass so etwas noch einmal passiert", hieß es in einer Mitteilung, die mit einem Foto des lächelnden Jugendlichen versehen war, der zwei Finger zum Siegeszeichen in die Kamera hielt. Der Vater des Jungen, Mohamed Elhassan Mohamed, der im Sudan für das Präsidentenamt kandidierte, sagte dem Sender CNN, sein Sohn sei "ein sehr brillanter Junge".

dpa/js/AFP

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