Rückschläge möglich

Deutscher Ebola-Beauftragter: Keine Entwarnung

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Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung Walter Lindner (r.) verabschiedet im November zwei freiwillige Helfer in ihren Einsatz.

Berlin - Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sieht bei der Bekämpfung der Seuche noch keinen Grund zur Entwarnung.

Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sieht bei der Bekämpfung der Seuche noch keinen Grund zur Entwarnung. „Für Entwarnung ist es noch wesentlich zu früh“, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die Epidemie habe sich zuletzt in Westafrika zwar nicht so ausgebreitet wie befürchtet. Trotzdem müsse die internationale Gemeinschaft auch für neue Rückschläge gewappnet sein.

Ebola-Epidemie 2014: Mehr als 6000 Opfer weltweit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO starben an Ebola in diesem Jahr bereits mehr als 6000 Menschen. In den vergangenen Wochen wurden aber nicht mehr so viele neue Infektionen registriert. Deutschland hat zur Bekämpfung der Seuche insgesamt mehr als 161 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Die Bundeswehr brachte mit Transall-Transportmaschinen etwa 250 Tonnen Hilfsgüter in die drei besonders betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone.

In Liberia sind aktuell etwa drei Dutzend Freiwillige vom Bundeswehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) im Einsatz. Sie helfen beispielsweise Krankenhäusern bei Ebola-Tests und bei der Ausbildung von einheimischen Helfern. „Das hat schon Menschenleben gerettet“, sagte Lindner. Für die geplante Eröffnung eines eigenen deutschen Behandlungszentrums in Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, gibt es allerdings noch keinen konkreten Termin.

Jede Woche: 20 Neuinfektionen in Liberia

Das Behandlungszentrum werde aber „in wenigen Tagen betriebsbereit“ sein, versprach der ehemalige deutsche Botschafter in Kenia. „Die letzten Arbeiten werden gerade gemacht.“ Ursprünglich hätte die Krankenstation Ende November öffnen sollen. In Monrovia stehen jetzt schon Betten für Ebola-Patienten leer, weil die Zahl der Neuerkrankungen zuletzt nicht mehr so stark stieg. Pro Woche gibt es in Liberia derzeit noch etwa 20 Neuinfektionen.

Lindner warnte jedoch davor, bei den Anstrengungen zur Eindämmung der Epidemie nachzulassen. „Noch weiß niemand genau, wie sich die Fallzahlen entwickeln werden. Noch hat niemand ein Allheilmittel“ - „wir können nicht ausschließen, dass die Zahl der Neuerkrankungen wieder nach oben geht.“ Experten fürchten, dass es durch die vielen Familientreffen an den bevorstehenden Feiertagen neue Infektionen gibt.

dpa

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