Die 10 gefährlichsten Flughäfen der Welt

Der Flughafen Lukla, wo sich das jüngste Unglück ereignete.
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Der Flughafen Lukla, wo sich das jüngste Unglück ereignete.

München/Lukla - Geschmeidig starten und den Vogel wieder sicher auf die Erde bringen – für erfahrene Piloten tägliche Berufsroutine.

„Doch jeder Flughafen hat seine Eigenheiten“, erklärt ein Lufthansa-Sprecher der tz. Vor jedem Flug mache sich die Crew mit dem Start- und Ziel-Flugplatz vertraut, studiere akribisch geographische Gegebenheiten wie Berge oder Gewässer in der Nähe.

Denn es gibt Rollfelder, die keinen noch so kleinen Fehler verzeihen. Wie auf dem Flugplatz von Lukla in Nepal, auf dem am Mittwoch eine Münchner Reisegruppe in den Tod stürzte. Er gilt als einer der gefährlichsten der Welt. Die 527 Meter lange und 20 Meter breite Landebahn neigt sich um zwölf Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter. „Man hat nur einen Versuch“, wissen erfahrene Piloten. Durchstarten ist wegen der Hochgebirgslage unmöglich. Und Lukla ist kein Einzelfall. Die tz zeigt, auf welchen Flugplätzen die Kapitäne besonders gefordert werden.

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Innsbruck

Die Lage des Flughafens Innsbruck-Kranebitten im Inntal erfordert von den Piloten ein besonderes Anflugsverfahren. Bei sehr starkem und böigem Wind, der am Flughafen aus Ost beziehungsweise Südost kommt, müssen die Flugzeuge von Westen her gegen den Wind landen. Für die Route über das westliche Mittelgebirge ist eine Spezial-Ausbildung nötig.

Saba (Niederländische Antillen)

Der Flughafen auf der Karibikinsel Saba hat seine Tücken: Die rund 400 Meter lange Rollbahn liegt am Rand der 13 Quadratkilometer großen Insel, die eine Steilküste säumt. Die extrem kurze Rampe gilt als eine der kürzesten, kommerziell genutzten der Welt. Das macht eine Landung für Pilot und Fluggäste zu einem außerordentlichen Erlebnis.

Courchevel (Frankreich)

Der Flughafen Courchevel in den französischen Alpen liegt in 2000 Meter Höhe und gilt mit einer Startbahn von 540 Metern als einer der gefährlichsten der Welt. Nur Piloten mit Speziallizenz dürfen dort landen. Der Kamikaze-Flugplatz diente im James-Bond-Streifen „Der Morgen stirbt nie“ als Kulisse.

Saint-Barthélemy (Karibik)

Der Anflug auf die karibische Insel ist wahrlich abenteuerlich. Aufgrund der häufig wechselnden Winde und der bergigen Lage dürfen in dem kleinen Paradies ausschließlich Piloten mit Speziallizenz landen. Die Rollbahn des Airports liegt hinter einer Hügelkette mit dem Ende am Meer und ist 640 Meter lang. Nichts für schwache Nerven.

Ein Foto von einem Flugzeugunglück auf dem Flughafen Tegucigalpa, Honduras im Mai 2008

Tegucigalpa (Honduras)

Die Start- und Landebahn des Flughafens von Tegucigalpa (Honduras) ist mit 1863 Metern die weltweit kürzeste eines internationalen Airports. Die nahen Berge und die primitive Navigationsausstattung machen ihn zusätzlich gefährlich. Bei schlechter Witterung müssen die Piloten oft nach San Salvador ausweichen.

Saint Maarten (Karibik)

Eine der Hauptattraktionen der Karibikinsel Saint Maarten ist der Flughafen Princess Juliana. Wer am nahegelegenen Maho-Beach Ruhe und Entspannung sucht, ist dort falsch. Denn wenn ein Flieger den Airport ansteuert, befindet er sich nur noch zehn bis 20 Meter über den Köpfen der Badenden …

Am Flughafen Quito ist am 9. November 2007 ein Iberia-Flugzeug nach einem Reifenplatzer von der Landebahn abgekommen.

Quito (Ecuador)

Der Flughafen im ecuadorianischen Quito liegt im Norden der Hauptstadt, nur wenige Taximinuten vom Finanzzentrum entfernt. Nicht nur die Lage macht ihn zu einem der gefährlichsten Landeplätze der Welt, Piloten fürchten seine abschüssige Landebahn. Für die Anwohner nahe des Flugfeldes gibt es keinerlei Minderung der Mietpreise. Doch das Problem wurde erkannt – derzeit wird ein neuer Flughafen gebaut.

Madeira

Der Anflug auf den Flughafen Santa Catarina war früher eine nervliche Belastungsprobe – für Flugpersonal und Passagiere gleichermaßen. Der Grund: die extrem kurze Landebahn direkt an einem Steilküstenhang. Doch vor acht Jahren wurden stolze 520 Millionen Euro investiert, um die kritische Landefläche über eine Brücke auf insgesamt 2781 Meter zu verlängern.

Barra (Schottland)

Beim Sonderlandeplatz auf der westschottischen Insel Barra muss ein Sandstrand als Flugfeld herhalten. Die Größe des „Rollfelds“ hängt ganz von den Gezeiten ab. Autoscheinwerfer auf dem Parkplatz weisen Piloten, die nachts (not)landen müssen, den Weg: Die üblichen Lichterketten sucht man vergeblich.

Quelle: tz

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