Angreifer wieder auf freiem Fuß

Vor fünf Jahren wurde Dominik Brunner totgeprügelt

Dominik Brunner
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Dominik Brunner wurde zu Tode geprügelt

München - Am Freitag jährt sich der Todestag Dominik Brunners zum fünften Mal. Er war zu Tode geprügelt worden, als er vier Schüler verteidigen wollte. Seither ist viel geschehen.

Er stellte sich schützend vor vier Schüler, als diese von zwei Jugendlichen bedroht wurden, die ihr Geld haben wollten. Doch seinen Einsatz bezahlte Dominik Brunner am 12. September 2009 mit dem Tod. Er wurde von zwei jungen Männern so schwer verprügelt, dass er an den Verletzungen starb. Am Freitag jährt sich der Todestages des Helden von Solln zum fünften Mal. Und seither ist viel geschehen.

Einer der Angreifer ist knapp fünf Jahre nach der tödlichen Attacke auf den Münchner Geschäftsmann wieder auf freiem Fuß. Am 7. Juli wurde er wegen guter Führung vorzeitig entlassen, sagte die Direktorin des Amtsgericht Neuburg an der Donau, Dorothea Deneke-Stoll, am Dienstag und bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung.

„Er hatte über zwei Drittel seiner Haft verbüßt und es lag eine günstige Prognose vor.“ Der Rest der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, ein Bewährungshelfer in München zu seiner Betreuung eingesetzt. Der junge Mann war im Jahr 2010 wegen Körperverletzung mit Todesfolge vom Landgericht München zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.

Nach Bild-Informationen hätte der junge Mann die JVA eigentlich schon früher verlassen können. Allerdings habe er seine Lehre noch beenden wollen. „Eine Ausbildung stand im Raum“, sagte die Direktorin des Amtsgerichtes.

Die Dominik-Brunner-Stiftung reagierte versöhnlich auf die Freilassung. Vorstandsmitglied Andreas Voelmle sagte im Interview des Radiosenders „Antenne Bayern“: „Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“ Dass der junge Mann im Gefängnis eine Ausbildung gemacht hat, zeige, dass er auf dem richtigen Weg sei. Ob eine frühzeitige Entlassung gerechtfertigt sei, könne man natürlich nicht beurteilen, ergänzte die Stiftung.

Der heute 22-Jährige hatte am 12. September 2009 gemeinsam mit dem 23-jährigen Haupttäter an der S-Bahn-Station München-Solln auf den Geschäftsmann Brunner eingeprügelt, der sich schützend vor vier Schüler gestellt hatte. Er hatte sich eingemischt, als die Jugendlichen von den Schülern Geld verlangten und sie bedrohten.

Das Landgericht München verurteilte den Haupttäter wegen Mordes zu neun Jahren und zehn Monaten Haft. Er sitzt weiterhin im Gefängnis. Nach Auffassung des Gerichts wollten sich die jungen Männer an Brunner rächen, weil er sich vor die Schüler gestellt hatte.

Brunner hatte dem Haupttäter zwar als erster ins Gesicht geschlagen - nach Ansicht des Gerichts aber, um einen drohenden Angriff abzuwehren. Danach gingen die beiden Jugendlichen massiv auf ihn los. Der 50-Jährige starb schließlich an Herzkammerflimmern. Sein Tod löste eine heftige Debatte um Jugendgewalt aus.

dpa

Merja Schubert

Merja Schubert

E-Mail:merja.schubert@merkur.de

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