Genehmigung erteilt

Ebola-Impfstoff darf in Hamburg getestet werden

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Die Sonderisolierstation im Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg.

Hamburg - Auf diese Nachricht hat nicht nur die Forschungswelt sehnlichst gewartet. Ab Mitte November darf der Ebola-Impfstoff endlich am Menschen getestet werden.

Der Weg für die klinischen Tests eines möglichen Ebola-Impfstoffs in Deutschland ist frei. Das Paul-Ehrlich-Institut des Bundes (PEI) als zuständige Behörde genehmigte nach eigenen Angaben vom Freitag die notwendigen Studien. Sie werden am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) an insgesamt 30 Erwachsenen vorgenommen und sollen Mitte November starten.

Getestet wird der von der kanadischen Gesundheitsbehörde entwickelte Wirkstoff rVSV-ZEBOV. Die Tests gehören zu einem von der Weltgesundheitsorganisation WHO koordinierten Programm, bei dem zwei als besonders aussichtsreich eingestufte Impfstoffkandidaten in mehreren Ländern geprüft werden.

In der klinischen Prüfung gehe es vor allem darum, "erste Hinweise" auf die Verträglichkeit des Impfstoffs zu erhalten, erklärte das PEI im hessischen Langen. Dafür würden drei Studiengruppen aus jeweils zehn Teilnehmern verschiedene Dosierungen verabreicht. Dabei handle es sich um gesunde Erwachsene, darunter "möglicherweise" medizinisches Personal, das für die Behandlung von Ebola-Kranken in Afrika oder Deutschland in Frage komme.

Die Blutproben der Teilnehmer sollen in einem speziellen Labor der höchsten biologischen Sicherheitsstufe in Marburg untersucht werden. Sowohl das UKE als auch die Einrichtung dort gehören zum Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), einem bundesweiten Netzwerk zur Erforschung gefährlicher Krankheiten.

Angesichts der dramatischen Ebola-Epidemie in Westafrika mit tausenden Toten hatte die WHO ein großangelegtes Testprogramm für Impfstoffe und Medikamente initiiert, um diese möglichst schnell in den Einsatz bringen zu können. Bislang gibt es gegen die lebensbedrohliche Krankheit weder vorbeugenden Schutz noch Behandlungsmöglichkeiten im engeren Sinn. Nur die Symptome können bekämpft werden.

Bei dem nun in Hamburg getesteten Wirkstoff rVSV-ZEBOV handelt es sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Er besteht aus abgeschwächten Stomatitis-Viren, die aufgrund gentechnischer Veränderungen ein spezielles Protein des Ebola-Virus auf der Oberfläche tragen und dadurch eine Immunreaktion hervorrufen sollen. Die Teilnehmer werden also nicht mit Ebola infiziert, die Stomatitis-Erreger fungieren nur als Transportmittel für Bruchstücke des eigentlichen Ebola-Virus. "Der Vektorimpfstoff selbst kann keine Ebolainfektion hervorrufen", betonte das PEI.

Auch der zweite international getestete Impfstoffkandidat cAd3-ZEBOV ist ein Vektorimpfstoff. Als Träger fungiert bei ihm ein modifizierter Schimpansenerkältungs-Virus. Beide Kandidaten erwiesen sich bei Affen als wirksam.

Klinische Impfstofftests an Menschen laufen laut WHO bereits in den USA, der Schweiz, Mali und Großbritannien. Zudem sind Studien auch in Gabun und Kenia geplant. Nach dem Zeitplan der Weltgesundheitsorganisation sollen schon im November und Dezember erste Daten zur Verträglichkeit der Wirkstoffe vorliegen, damit so schnell wie möglich weitere klinische Tests starten können. Anfang kommenden Jahres hofft die WHO dann auf das Vorliegen endgültiger Ergebnisse und den möglichen Beginn der Massenproduktion.

Parallel zu den Impfstofftests treiben WHO und diverse Hersteller die Produktion aussichtsreicher neuartiger Medikamente zur Behandlung einer akuten Ebola-Infektion im Körper voran. Dazu zählt etwa der Wirkstoff ZMapp, dessen Bestandteile sich an der Oberfläche des Erregers anheften und diesen so blockieren sollen. Die Medikamente sind nicht zugelassen, kommen aber aufgrund der Umstände mit Ausnahmegenehmigungen trotzdem zu Einsatz. Sie sind bislang allerdings nur in sehr kleinen Mengen verfügbar.

AFP

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