Urteil in Saarbrücken

Eltern getötet - Lebenslange Haft für Sohn

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Der Angeklagte vor Gericht.

Saarbrücken - Im Prozess um ein tödliches Familiendrama im Saarland ist ein 35-jähriger Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Wie es zu der schrecklichen Bluttat kam:

Wegen Totschlag an seiner Mutter und Mord an seinem Vater hat das Saarbrücker Landgericht einen 35-Jährigen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte Daniel S. Anfang April in dem gemeinsamen Haus in einem gehobenen Saarbrücker Wohnviertel erst seine 69-jährige Mutter erstochen und anschließend den 70 Jahre alten Vater erschlagen hatte, wie der Vorsitzende Richter, Gerd Seidel, bei der Urteilsverkündung am Donnerstag ausführte. "Insgesamt gibt es keinen Zweifel daran, dass der Angeklagte seine Eltern getötet hat", sagte Seidel. (AZ 1 Ks 36 Js 605/14)

"Es war eine problematische Familiensituation", beschrieb der Vorsitzende Richter. Die Halbgeschwister des Angeklagten hatten vor Gericht von erheblichen Spannungen zwischen Daniel S. und den Eltern berichtet, auf deren Kosten er zuletzt gelebt habe. So habe der Sohn, der nach abgebrochener Schule und mehreren abgebrochenen Ausbildungen keinen Beruf gelernt hatte, mehrfach heimlich Geld von den Konten der Eltern abgezweigt oder sich am Familienschmuck bedient.

Am Tattag habe der Sohn vermutlich im Streit mit seiner Mutter die Kontrolle verloren und diese im Affekt getötet, sagte Seidel. Der Vater, ein Steuerberater, habe sterben müssen, um die Tat an der Mutter zu vertuschen. Das sei "ein klassischer Fall von Verdeckungsmord", sagte Seidel.

Die Verteidiger des 35-Jährigen hatten zuvor darauf plädiert, das Geschehene als einen einzigen Totschlag mit zwei Opfern zu bewerten. Auf ein Strafmaß hatten sie sich nicht festgelegt. Die Richter folgten aber in weiten Teilen der Staatsanwaltschaft und den Nebenklägern, die lebenslänglich gefordert hatten.

Die Opfer waren im April erst drei Tage nach der Tat entdeckt worden, nachdem der Halbbruder des Angeklagten das Ehepaar als vermisst gemeldet hatte. Beamte durchsuchten daraufhin das Wohnhaus. Sie fanden dort aber nur Blutspuren sowie mit Blut verschmierte Putzutensilien. Der 35-Jährige geriet schnell ins Visier der Ermittler und wurde festgenommen. Schließlich sagte Daniel S. einer Halbschwester, dass die Leichen in einem versteckten Kellerraum im Wohnhaus zu finden seien, wie die Frau vor Gericht bestätigte.

Während des gesamten Gerichtsprozesses äußerte sich Daniel S. nicht zu den Vorwürfen. Auch das Urteil nahm der 35-Jährige regungslos entgegen. Seine Verteidiger kündigten an, eine Revision zu prüfen.

afp

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