Wissenschaftliche Hintergründe

Verheerendes Erdbeben: Warum Italien so gefährdet ist

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Von dem Dorf Amatrice ist nicht mehr viel übrig.

Rom - Italien wird immer wieder zum Opfer verheerender Erdbeben. Die tz erklärt die wissenschaftlichen Hintergründe.

Ein schweres Erdbeben hat in der Nacht auf Mittwoch Italien heimgesucht. Dutzende Menschen verloren dabei ihr Leben, Tausende sind nun obdachlos. Doch warum bebt die Erde immer wieder in Italien? Die tz erklärt die Hintergründe.

Welche Gebiete Europas sind besonders gefährdet?

Die meisten Erdbeben gibt es auf unserem Kontinent in Griechenland, Italien, den südlichen und westlichen Teilen des Balkans sowie im Westen der Türkei. Der größte Teil der schweren europäischen Beben ereignet sich nahe den Rändern von Afrikanischer und Europäischer Platte. Dort kann es zu Spannungen kommen, die zu Beben führen.

Warum bebt es so oft in Italien?

Unter Italien bewegt sich ein etwa tausend Kilometer langer Keil der Afrikanischen Platte mehrere Meter im Jahrhundert nach Norden und drückt gegen die Alpen unter die eurasische Platte.

Und wie steht es mit der Erdbebengefahr bei uns?

In Deutschland kommen vergleichsweise wenige spürbare Erdstöße vor. Die meisten Beben ereignen sich im Rhein­gebiet, auf der Schwäbischen Alb sowie in Ostthüringen und Westsachsen. In den letzten 40 Jahren hatten nur vier Beben mit einer Stärke von mindestens 5 ihr Zentrum auf deutschem Boden.

Bilder: Schweres Erdbeben in Italien

Wie stark war das aktuelle Beben in Italien?

Das

Erdbeben im Zentrum Italiens

hatte eine Stärke zwischen 6,0 und 6,2 

Wie werden Erdbeben gemessen?

Die Stärke von Erdbeben wird mit Seismografen gemessen. Sie zeichnen die Stärke von Bodenbewegungen auf, die sogenannte Magnitude. Weltweit kommen jährlich etwa 100.000 Beben der Stärke 3 vor. Rund 1600 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat mindestens den Wert 8 und tritt etwa einmal im Jahr auf. Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile. 

Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise in der Region unterschiedliche Auswirkungen haben. Meist gilt, dass Beben der Stärke 1-2 nur durch Instrumente nachzuweisen sind. Stärke 3: Nur in der Nähe des Epizentrums zu spüren. Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden. Stärke 6: Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen. Stärke 7: In weiten Gebieten stürzen Häuser ein, viele Menschen sterben. Stärke 8: Verwüstungen im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Opfer. Ein Beben der Stärke 6 setzt rund 1000 Mal so viel Energie frei wie ein Beben der Stärke 4. Die Energie eines Bebens der Stärke 6 entspricht in etwa der Stärke der Atombombe über Hiroshima.

Alle Entwicklungen rund um das schwere Erdbeben in Italien finden Sie im Live-Ticker.

Die schwersten Beben Italiens

Ende Mai 2012 erschüttern über Tage schwere Erdstöße und Hunderte Nachbeben Nordostitalien. Mehr als 25 Menschen sterben, rund 400 werden verletzt, der Schaden geht in die Milliarden.

Am 6. April 2009 um 3.32 Uhr verwüstet ein schweres Erdbeben die mittelitalienische Stadt L‘Aquila. Es sterben insgesamt 309 Menschen.

Ein Beben in Mittelitalien lässt am 31. Oktober 2002 eine Dorfschule in San Giuliano di Puglia einstürzen. Mehr als 25 Kinder und eine Lehrerin sterben, viele Schüler werden verletzt.

Bei einem Beben im Juli 2001 sterben in Südtirol vier Menschen. Ausläufer sind auch in Bayern, Österreich und der Schweiz spürbar.

In den Apennin-Regionen Umbrien und Marken beschädigt ein Beben im September 1997 etwa 9000 Gebäude. Schwer betroffen ist auch die Basilika von Assisi. Zwölf Menschen sterben.

Bei einem Beben 1990 in Ostsizilien kommen 19 Menschen um. Besonders betroffen sind Syrakus und Carlentini.

Ein Beben sucht 1980 die Region Irpinia in Süditalien heim. Rund 3000 Menschen sterben. Viele werden verletzt oder obdachlos.

6. Mai 1976: Ein verheerendes Beben mit der Stärke 6,5 erschüttert die Region Friaul im Nordosten des Landes. Etwa 980 Menschen werden getötet, rund 30 Orte werden verwüstet.

Das Beben von Messina (Sizilien) im Jahr 1908 gilt als eine der schwersten Naturkatastrophen Europas im 20. Jahrhundert. Die Zahl der Toten wird auf mehr als 100.000 geschätzt.

tz

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Kommentare

Donner 5207Antwort
(1)(0)

...richtig, der Artikel war sehr mager!

Jean Sack
(0)(0)

Dieser Artikel trägt die Überschrift: "Wissenschaftliche Hintergründe - Verheerendes Erdbeben: Warum Italien so gefährdet ist"

Dabei wurden auf der Seite dieses Artikels 57 Zeilen veröffentlicht.

Hier ist das "Wissenschaftliche", mehr steht dazu nicht auf der Seite:

Warum bebt es so oft in Italien?
Unter Italien bewegt sich ein etwa tausend Kilometer langer Keil der Afrikanischen Platte mehrere Meter im Jahrhundert nach Norden und drückt
gegen die Alpen unter die eurasische Platte.

Der Rest scheint ins Sommerloch gefallen zu sein?!?

Meine Bitte an die tz: Wenn schon so hochtrabend getitelt wird, bitte dann mehr "Futter" bringen, danke!
Es grüßt ein langjähriger Leser der tz-online, der gerade Sommerferien und darum viel Zeit zum (Zeitungs-)Lesen hat.