Weitere Frau getötet

Ticker zum Nachlesen: Morde in Höxter - Polizei nennt neue Details

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Ein Polizist mit einem Hund an der Leine läuft am auf dem Grundstück vor dem Haus des beschuldigten Ehepaares. Das mutmaßlich für den Tod einer 41-Jährigen verantwortliche Paar aus Höxter soll ein weiteres Tötungsdelikt gestanden haben.

Höxter - Die wochenlang gefangengehaltene Frau in Höxter ist nach Überzeugung der Ermittler nicht das einzige Opfer des verdächtigen Paares. Neue grausame Details kommen ans Licht.

  • Die Ermittler in Höxter haben neue Details zu weiteren Opfern des verdächtigen Paares.
  • Es gibt Hinweise, dass eine dritte Frau in dem Haus in Höxter gefangen gehalten und gestorben sein könnte.
  • In dem Haus wird weiter nach Spuren gesucht.

Die Pressekonferenz der Polizei im Ticker:

+++ Die Frau aus Berlin, die von dem Paar misshandelt worden sein soll, habe sich selbst bei den Ermittlern gemeldet. Sie habe das Haus in Höxter in den Medien wiedererkannt.

+++ Die Befragungen der Verdächtigen hätten auch erfahrene Mitglieder der Mordkommission „ziemlich mitgenommen“, sagte der Leiter der Mordkommission „Bosseborn“, Ralf Östermann. „Das waren Abgründe, die sich da auftaten.“

+++ Anhaltspunkte für eine verminderte Intelligenz bei den beiden Beschuldigten haben die Ermittler nach eigenen Angaben nicht. Die beiden seien im Gegenteil recht planvoll vorgegangen.

+++ Ihr erstes Opfer habe das verdächtige Paar auf dem Einwohnermeldeamt von Höxter offiziell angemeldet, sagten die Ermittler. Nach ihrem Tod hätten sie die Frau wieder abgemeldet. In dem Haus werde weiter nach Spuren gesucht.

Beschuldigter hat auch Ex-Frau misshandelt

+++ Der beschuldigte 46-jährige Mann habe auch seine Ex-Frau und Komplizin „massiv misshandelt“, sagten die Ermittler. Die 47-Jährige sei ihm „hörig“ gewesen.

+++ Die Ermittler haben keine konkreten Hinweise, dass noch eine dritte Frau in dem Haus in Höxter gestorben ist, schließen ein drittes Opfer aber auch nicht aus. Weitere Frauen seien dort wohl misshandelt worden. Eine misshandelte Frau aus dem Großraum Berlin sei namentlich bekannt, sagte der Leiter der Mordkommission „Bosseborn“, Ralf Östermann.

+++ Die Opfer hätten mit dem Paar „im Prinzip“ gemeinsam im Haus gelebt, sagten die Ermittler. Es habe keinen separaten Raum gegeben. Wenn die Frauen aber „aufsässig“ geworden seien, seien sie etwa an Heizkörper oder in der Badewanne gefesselt worden - oft die ganze Nacht.

+++ Der beschuldigte 47-jährige Mann sei bereits Mitte der 1990er Jahre zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, sagten die Ermittler.

So brutal gingen die Täter vor

+++ Den Opfern seien büschelweise Haare ausgerissen worden, sagten die Ermittler. Das sei wohl der Grund, weshalb sie kahlgeschoren worden seien. Die Frauen seien mit den beiden Beschuldigten auch in Höxter unterwegs gewesen.

+++ Die misshandelte Frau aus dem Großraum Berlin sei zwar schwer verletzt gewesen, aber nicht so schlimm, dass es Außenstehenden sofort aufgefallen wäre, sagten die Ermittler. Die verletzte Frau sei von ihren Peinigern nach Braunschweig zum Bahnhof gebracht und dort in einen Zug nach Hause gesetzt worden.

+++ Der beschuldigte Tatverdächtige sei Hartz-IV-Empfänger, sagte Östermann. Er habe die Taten abgestritten und alles auf seine Ex-Frau geschoben.

+++ Das Opfer von 2014 habe noch mehrmals SMS verschickt und sei nicht als vermisst gemeldet worden, sagte Östermann.

"Keine sexuellen Motive"

+++ Dem beschuldigten Paar ging es bei der Misshandlung nach Überzeugung der Ermittler nicht um sexuelle Motive, sondern darum, „Macht auszuüben“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer.

+++ Die beschuldigte 47-Jährige habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte der Leiter der Mordkommission „Bosseborn“, Ralf Östermann. Das gesamte Haus werde „quadratzentimeterweise“ abgesucht, „um zu schauen, ob man Spuren anderer Frauen findet“.

+++Die Ermittler haben Hinweise, dass noch eine dritte Frau in dem Haus in Höxter gestorben sein könnte. Weitere Frauen seien dort wohl misshandelt worden. Eine misshandelte Frau aus dem Großraum Berlin sei namentlich bekannt, sagte der Leiter der Mordkommission „Bosseborn“, Ralf Östermann.

Zweites Opfer im Sommer 2014 getötet

+++ Diese Erkenntnisse stützen sich im Wesentlichen auf Aussagen der beschuldigten 47-Jährigen. Sie habe umfassende Angaben zum Tatgeschehen gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Meyer. Weitere Ermittlungsergebnisse stützten ihre Aussagen.

+++ Das zweite Opfer sei schwer misshandelt worden. Im Sommer 2014 sei die Frau gestorben, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer. Ihr Leichnam sei tiefgefroren und die Leichenteile im Kamin verbrannt worden.

+++ 2014 sei bereits eine 33-Jährige aus Niedersachsen umgebracht worden, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Dienstag in Bielefeld.

dpa

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