Zwei Monate nach den Übergriffen

Zwei Angeklagte aus der Kölner Silvesternacht verurteilt

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Der Angeklagte hält sich am 24.02.2016 in Köln im Gerichtssaal einen Aktenordner vor sein Gesicht.

Köln - Im ersten Prozess wegen der Kölner Silvesternacht ist ein marokkanischer Asylbewerber zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Wegen Diebstahls und Drogenbesitzes verhängte das Amtsgericht Köln am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung und eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen. Damit entsprach der Richter im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen lediglich auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen plädiert, womit der Angeklagte nicht vorbestraft gewesen wäre.

Afghanischer Flüchtling half bei Aufklärung

Der Marokkaner hatte in der Silvesternacht einer Frau auf dem Bahnhofsvorplatz das Handy aus der Hand gerissen, als sie gerade dabei war, den Kölner Dom zu fotografieren. Die 20-Jährige, die in der Verhandlung am Mittwoch als Zeugin aussagte, hatte selbst nicht gesehen, wer der Täter gewesen war. Ein afghanischer Flüchtling, der die Tat beobachtet hatte, klärte sie aber auf. Sie verfolgte den Dieb daraufhin über den Bahnhofsvorplatz. Als ihm jemand ein Bein stellte und er fiel, holte sie ihn ein, und er gab ihr selbst das Handy zurück. Danach wurde er sofort festgenommen. Bei seiner Durchsuchung fand die Polizei in seiner linken Socke 0,1 Gramm Amphetamin.

Angeklagter entschuldigt sich

In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte bei der 20-Jährigen, die aus Sulz in Baden-Württemberg nach Köln gekommen war, um dort mit Freundinnen Silvester zu feiern. Die junge Frau nahm die Entschuldigung ausdrücklich an.

Auch im zweiten Prozess zur Kölner Silvesternacht hat das Gericht am Mittwoch eine Bewährungsstrafe verhängt. Das Amtsgericht Köln verurteilte einen 22 Jahre alten Tunesier wegen Diebstahls einer Kamera zu drei Monaten auf Bewährung. Auch bei seinem 18 Jahre alten Komplizen aus Marokko gab es einen Schuldspruch, doch gilt für ihn noch das Jugendstrafrecht. Er muss sich nun zwei Jahre bewähren

In der Silvesternacht war es in Köln massenhaft zu Straftaten gekommen. Entsetzen hatten vor allem die sexuellen Übergriffe auf Frauen ausgelöst. Sie sollen von Männern umzingelt, bedrängt und bestohlen worden sein. Es wurden auch Vergewaltigungen angezeigt. Seit Montag werden die ersten Delikte vor Gericht verhandelt. Eine junge Amerikanerin schildert die Silvesternacht in Köln jedoch ganz anders. Sie bekam Hilfe von einer Gruppe syrischer Männer.

Karneval in Köln: Weitesgehend ruhig, dank Polizeioffensive

dpa/mt

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