Debra Milke seit einem Jahr frei

Ex-Todeskandidatin Milke: Rache ist keine Lösung

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Seit einem Jahr ist Debra Milke nun endlich frei.

Berlin - Debra Milke saß mehr als zwei Jahrzehnte im Todestrakt. Seit einem Jahr ist sie endgültig frei. Am Dienstag sprach sie im ARD-Talk bei Sandra Maischberger über ihre Erfahrungen.

Die ehemalige US-Todeskandidatin Debra Milke (51) empfindet keine Rachegefühle für die Mörder ihres vierjährigen Sohnes. „Ich habe nie Rache in meinem Herzen gehabt. Solange sie im Gefängnis bleiben. Irgendwann sterben sie ja eh“, sagte die gebürtige Berlinerin am Mittwochabend in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“. Die Todesstrafe mache aus ihrer Sicht keinen Sinn. Milke wurde in Berlin geboren, wuchs aber in den USA auf. Ihre Mutter war Deutsche, ihr Vater Amerikaner.

Zwei Männer sind wegen des Mordes an dem Jungen zum Tode verurteilt worden. Milke saß selbst 24 Jahre im US-Bundesstaat Arizona in Haft - davon 22 Jahre im Todestrakt. Ein Gericht hatte sie schuldig befunden, die Männer zum Mord an ihrem Sohn angestiftet zu haben.

Es gab jedoch keine direkten Beweise für ihre Verwicklung. Zudem wurde der einzige Belastungszeuge, ein Polizist, nach dem damaligen Prozess mehrfach der Lüge in anderen Fällen überführt. 2013 wurde Milke gegen Auflagen aus der Haft entlassen, im vergangenen Jahr wurde das Verfahren endgültig eingestellt.

In Deutschland ist Anfang dieser Woche Milkes Biografie erschienen. Sie trägt den Titel „Ein geraubtes Leben“. Die 51-Jährige hat inzwischen eine Zivilklage gegen die Behörden in Arizona eingereicht, um Schadensersatz für die Zeit der Haft zu bekommen.

Debra Milke verbrachte 22 Jahre im Todestrakt

dpa

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