Sorge um Kontrolle

Experte fordert Verbot krimineller Rockergruppen

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Polizeibeamte mit Sturmhauben überprüfen Teilnehmer eines Motorradfahrertreffens im Südwesten von Magdeburg.

Magdeburg/Hamburg - Rockertreffen laufen keineswegs immer friedlich ab. Aber wie geht man damit um - Verbote aussprechen oder großes Polizeiaufgebot?

Der Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, André Schulz, hat vor einer Eskalation von Revierkämpfen der Rocker gewarnt.

"Wir beobachten die Entwicklung bei kriminellen Rockergruppierungen in Deutschland schon seit einiger Zeit mit Sorge. Wir müssen aufpassen, dass die Konflikte nicht drohen, völlig außer Kontrolle zu geraten", sagte Schulz der "Welt am Sonntag". Er forderte, kriminelle Rockergruppen zu verbieten.

Die Polizei meldete unterdessen einen Erfolg bei der Suche nach dem untergetauchten Ex-Boss der Hamburger Mongols-Rocker. Ein Spezialeinsatzkommando konnte den mit Haftbefehl gesuchten 37-Jährigen am Samstagabend in Nürnberg festnehmen. Die Beamten hatten seit gut einer Woche nach ihm gefahndet. Er galt als wichtige Figur im Konflikt mit den konkurrierenden Hells-Angels-Rockern.

Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot - mit Maschinenpistolen im Anschlag - feierten am Samstagabend rund 300 Anhänger des Rockerclubs Bandidos in Magdeburg. Zu den befürchteten Krawallen kam es nicht. Wegen verbotener Messer und Schlagstöcke wurden zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet, drei Strafverfahren wurden wegen kleiner Mengen Drogen eröffnet, wie die Polizei bilanzierte. Am frühen Sonntag zogen die aus ganz Deutschland und dem Ausland angereisten Rocker ab. Die Polizei hatte rund 230 Beamte im Einsatz.

In Leipzig hatten die Behörden über das Wochenende ein Einreiseverbot für auswärtige Rocker erlassen. Denn am Wochenende zuvor waren bei einer Schießerei ein Rocker getötet und zwei verletzt worden. Das Magdeburger Treffen war unabhängig vom Leipziger Verbot geplant worden.

dpa

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