TV-Gebühren: Das kosten Talkshows auf ARD und ZDF

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Sandra Maischberger talkt jeden Dienstag auf ARD.

Hamburg - Wohin unsere TV-Gebühren fließen, das überwacht die Komission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten. In ihrer aktuellen Studie führt die KEF auf, was mit den Gebühren passiert.

Über sieben Milliarden Euro an Rundfunkgebühren ziehen die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF jährlich ein. Zum 1. Januar 2009 wurden die Runfunkgebüren um 0,95 Euro monatlich angehoben. Die öffentlich-rechtlichen Sender finanzieren sich zu knapp 90 Prozent aus den Rundfunkgebühren. Die Anstalten müssen ihren Finanzbedarf alle zwei Jahre der Komission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) melden. Die überprüft, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

Die aktuelle Studie zeigt, wie viel sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihr Programm kosten lassen - auf Kosten der Gebührenzahler:

Das kosten Talkshows pro Minute:

Fernsehgebühren: Das kosten Talkshows auf ARD und ZDF

Ausgaben nachträglich aufgestockt

Die geplanten Ausgaben für Sendungen müssen in den meisten Fällen im Nachhinein aufgestockt werden. So wurde etwa der Etat der digitalen Spartenkanäle ZDFtheaterkanal, ZDFinfokanal und ZDFdokukanal (heißt jetzt ZDFneo) auf 184 Millionen Euro aufgestockt. Das entspricht einer Verdreifachung des Etats.

„Keine Zuschauer“ kosten 29 Milionen Euro

Der ehemalige ZDFdokukanal heißt jetzt ZDFneo und gehört zum digitalen Senderangebot. Die Kosten dafür wurden für 2010 von 1,2 Millionen auf 28,9 Millionen aufgestockt. Und das, obwohl die Einschaltquoten 2009 teilweise so niedrig waren, dass sie nicht einmal messbar waren.

Personalkosten explodieren

Während sich das ZDF in Sachen Personal an die Erwartungen der Kommission gehalten hat und 69 Stellen abgebaut hat, hat die ARD keine der geforderten 300 Stellen eingespart. Angemeldete Einsparungen im Personalbereich wurden dadurch nicht eingehalten. Die ARD braucht vielmehr 210,5 Millionen Euro mehr für Personal, als ursprünglich eingerechnet. Die Kommission erwartet nun "ernsthalte Anstrengungen" der ARD zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter planen ARD und ZDF bis 2012 mit rund 1,5 Milliarden Euro.

Zu viel Geld für Online

Die Ausgaben im Bereich Online wurden in den Jahren 2005 bis 2008 drastisch überschritten: die ARD verpulverte 27,5 Millionen, das ZDF 14,3 Millionen Euro zuviel.ARD.de kostete den Gebührenzahler im Jahr 2009 z.B. rund 4,8 Millionen Euro und sportschau.de rund 1,9 Millionen Euro.

 

Ausgaben für Radio-Programme

Auch die Hörfunkprogramme geben ordentlich Geld aus: Im Schnitt lagen die Einzel- und Redaktionskosten der ARD-Anstalten bei 8,3 Millionen Euro im Jahr 2008. Die höchsten Kosten mit 10 Millionen haben SWR3 und Bayern 3.

Melina Staar

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