Flüchtlingskrise im Fokus

Weltrekordversuch und Boykott auf Frankfurter Buchmesse

Frankfurt/Main - Die Frankfurter Buchmesse startet. Auch auf der weltgrößten Bücherschau ist das Thema Flüchtlinge präsent. Am ersten Tag stehen außerdem ein Weltrekordversuch an. Außerdem sorgt der Auftritt des Autors Salman Rushdie für einen Boykott.

Das Thema Flüchtlinge ist auch auf der Buchmesse allgegenwärtig. „Die Welt ist in Aufruhr“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, am Dienstagabend bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. In Europa werde das sichtbar in Hunderttausenden Flüchtlingen.

Verleger, Buchhändler und Publizisten müssten Verantwortung übernehmen. „Wie können wir helfen? Unsere Aufgabe ist es nicht, alles zu tolerieren, aber unsere Aufgabe könnte es sein, Toleranz zu vermitteln. Bücher leisten dafür einen zentralen Beitrag“, sagte Riethmüller. „Literatur bereitet in ihrer Vielfalt den Boden für die nötige und notwendige Toleranz.“

Deutschland sei zum „Sehnsuchtsort flüchtender Menschen“ geworden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) beim Eröffnungsfestakt. „Gerade jetzt, da so viele Menschen anderer kultureller und religiöser Herkunft hierher kommen, muss sich demokratische Kultur in Deutschland und Europa neu bewähren.“

Iran boykottiert Messe wegen Autor Salman Rushdie

Bei der Eröffnungspressekonferenz am Vormittag hatte der vom Tode bedrohte Autor Salman Rushdie zum weltweiten Kampf für die Meinungsfreiheit aufgerufen. Sie sei nicht nur von religiöser Intoleranz bedroht, sondern auch von falsch verstandenem Liberalismus. „Die Freiheit des Wortes ist ein universelles Recht der Menschheit. Ohne diese Freiheit muss jede andere Freiheit scheitern“, sagte Rushdie, der 1989 im Iran mit einer „Fatwa“ belegt wurde.

Aus Protest gegen den Auftritt des als antiislamisch empfundenen Autors hatte der Iran seine Messe-Teilnahme abgesagt. Das habe ihn „sehr enttäuscht“, sagte Buchmessen-Direktor Boos. „Aber die Freiheit des Wortes ist nicht verhandelbar.“ Einige iranische Verleger und Autoren sind trotz der staatlichen Absage nach Frankfurt gekommen.

Weltrekordversuch: Domino aus 10 000 Büchern

Am ersten Messetag steht unter anderem ein Weltrekordversuch an. In der Nacht sollte ein Domino aus 10 000 „Guinness World Records“-Büchern aufgebaut werden, das am Mittag umfallen soll.

Weitere Themen am ersten Messetag sind Kinder, die eigene Bücher auf Self-Publishing-Plattformen veröffentlichen, die neuesten Trends bei Kochbüchern und Literatur im Kurznachrichtenkanal Twitter. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels stellt eine Studie über Buchkäufer und Leser vor.

An diesem Mittwoch öffnet die weltgrößte Bücherschau zum 67. Mal ihre Tore, an den ersten drei Tagen nur für Fachbesucher. Mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern werden bis zum Sonntag erwartet.

dpa

Buchmesse

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst

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