Vorwurf: Attentate werden ausgeschlachtet

Karikaturisten nehmen Pegida aufs Korn

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Eine Karikatur des französischen Künstlers Jean-Marc Couchet (alias Giemsi), mit dem Titel Recuperation Fasciste ("Vereinnahmung durch Rechtsextreme") und der Sprechblase: "decomplese moins" ("Halt' dich etwas zurück, Jurgen") ist Teil einer Aktion von französischen und frankophonen Karikaturisten, die sich gegen die islamfeindliche Bewegung Pegida stellen.

Dresden - Zeichner aus Frankreich nehmen in ihren Karikaturen Pegida-Anhänger aufs Korn. Sie werfen ihnen vor, die Attentate in Frankreich für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Und finden dafür deutliche Worte.

Französische und französischsprachige Karikaturisten werfen der Dresdner Pegida-Bewegung vor, die Attentate in Frankreich „auf zynische Art und Weise“ auszuschlachten. Auf ihrer zweisprachigen Facebook-Seite, die seit Montagmorgen online ist, fordert die Gruppe „Karikaturisten gegen Pegida“ die Dresdner Bürger auf, für Toleranz, Weltoffenheit und gegen Hass und Islamfeindlichkeit einzustehen. „Wir wollen uns gegen eine Vereinnahmung wehren“, erklärte ein Sprecher am Montag.

Die Idee für den Aufruf sei spontan Ende der vergangenen Woche entstanden, nachdem man von den Plänen der Dresdner Pegida-Bewegung gehört habe, wegen der Opfer des „Charlie-Hebdo“-Anschlages mit Trauerflor durch die Straßen zu ziehen. „Es gab sofort viel Zustimmung von verschiedenen Zeichnern an vielen verschiedenen Orten“, sagte der Sprecher. Der Aufruf verbreite sich schnell. „Es kommen immer noch neue Karikaturen hinzu.“

Zu den Unterzeichnern der Aufrufs gehört auch der niederländische Karikaturist „Willem“ - Gründungsmitglied und Zeichner bei dem französischen Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Er überlebte, weil er während des Anschlages im Zug nach Paris saß. Gut ein Dutzend Karikaturen sind mittlerweile online zu sehen.

„Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren“, heißt es in dem Aufruf. Eine der Karikaturen zeigt etwa eine Hyäne und einen Aasgeier, die aus dem Terroranschlag Kapital schlagen wollen.

Flugblatt: „Pegida, verschwinde!“

Französische und frankophone Karikaturisten veröffentlichten am Sonntag außerdem ein Flugblatt mit dem Titel „Pegida, verschwinde!“. „Wir lehnen es ab, dass Pegida das Gedenken an unsere Kollegen vereinnahmen will“, sagte ein Mitorganisator der Deutschen Presse-Agentur. Pegida stehe für all das, was die ermordeten Kollegen der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ durch ihr Werk bekämpft hätten. „Wir, die französischen und frankophonen Zeichner, sind entsetzt über die Ermordung unserer Freunde. Und wir sind angewidert, dass rechte Kräfte versuchen, diese für ihre Zwecke zu instrumentalisieren“, heißt es in dem Flugblatt.

Pegida-Kundgebungen in Trauerflor geplant

Anhänger der Pegida-Bewegung wollten am Montagabend wieder bundesweit auf die Straße gehen - erstmals nach den Terroranschlägen von Paris.

Bereits am Donnerstag hatten 200 Karikaturisten, Cartoonisten und Comiczeichner aus dem deutschsprachigen Raum ihre Anteilnahme und Solidarität mit der Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ bekundet.

Indes berät Frankreich nach den schockierenden Terroranschlägen über weitere Maßnahmen.

dpa

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