Alle News zum Germanwings-Absturz

Ticker: Ermittler schließen technischen Defekt nicht aus

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Seyne-les-Alpes - Vier Tage nach der Germanwings-Katastrophe geht die Suche nach Opfern und Hinweisen an der Absturzstelle weiter. Alle Informationen des Tages finden Sie hier im Live-Ticker.

Hier geht's zum Ticker vom Sonntag

> Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am Dienstag mit 150 Toten will Lufthansa den Hinterbliebenen finanzielle Soforthilfe leisten

> Ermittler haben laut "Welt" eindeutige Hinweise auf eine "schwere psychosomatische Krankheit" des Co-Piloten.

> Die Ex-Freundin von Co-Pilot Andreas L. schildert in einem Interview, dass der mutmaßliche Todes-Pilot seine Tat offenbar geplant haben könnte.

> Trotz der vermeintlich klaren Indizien, wonach der Co-Pilot den Absturz herbeigeführt hat, wollen Ermittler einen technischen Defekt als Absturzursache noch nicht ausschließen.

> Laut Medienberichten soll Co-Pilot Andreas L. unter schweren Sehstörungen gelitten haben.

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Trauergottesdienst für die Opfer des Germanwings-Absturzes

Trauergottesdienst für die Opfer des Germanwings-Absturzes

+++ Angehörige und Freunde der verunglückten Germanwings-Passagiere haben darum gebeten, ungestört und in Ruhe trauern zu können. Viele Betroffene hatten sich mit dieser Bitte unabhängig voneinander an die Fluggesellschaften gewandt und um Zurückhaltung der Medien gebeten, teilte die Lufthansa am Samstag mit.

+++ Der Co-Pilot der abgestürzten Germanwings-Maschine soll unter massiven Sehstörungen gelitten haben. Das meldete zumindest die "Bild am Sonntag" vorab. Laut dem Pressebericht, hatte sich der 27-Jährige deswegen in ärztliche Behandlung begeben. Ob diese Probleme organischer oder psychosomatischer Natur waren, sei derzeit unklar und Gegenstand von Ermittlungen.

+++ Französische Ermittler untersuchen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine auch die Möglichkeit eines technischen Defekts. „Derzeit kann die Hypothese eines technischen Fehlers nicht ausgeschlossen werden“, sagte der Chef der in Düsseldorf eingesetzten französischen Ermittler, Jean-Pierre Michel, am Samstag dem französischen Sender BFMTV. Die Ermittlungen gingen voran, es fehlten aber noch „technische Details“. Bei den gemeinsamen Ermittlungen sollten Erkenntnisse vom Absturzort und dem Flugverlauf mit Ergebnissen der deutschen Ermittler verbunden werden, sagte Michel. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Copilot der Germanwings-Maschine den Airbus zum Absturz gebracht haben.

+++ Wie "Welt" berichtet, hat die Ermittlungsgruppe "Alpen" des Düsseldorfer Polizeipräsidiums eindeutige Erkenntnisse für eine schwere "psychosomatische Erkrankung" des Co-Piloten Andreas L. gefunden. Wie die Zeitung schreibt, litt L. nach Auskunft des Ermittlers unter einem "starken subjektiven Überlastungssyndrom" und war schwer depressiv.

Zudem berichtet die Zeitung, dass derzeit bis zu 200 Polizeibeamte in dem Fall tätig sind.

+++ Jede Nacht seit dem Absturz des Germanwings-Flugzeugs in den französischen Alpen am Dienstag bewachen Mannschaften von je vier französischen Gendarmen den Ort des Unglücks. Kein einfacher Job.

+++ Unter dem Eindruck des Absturzes der Germanwings-Maschine sind am Samstag in Nordrhein-Westfalen Tausende Reisende in die zweiwöchigen Osterferien geflogen. In Düsseldorf bildeten sich vor den Abfertigungsschaltern ebenso Schlangen wie an der Trauerstelle für die Opfer des Absturzes in der Abflughalle, wo die Flughafenverwaltung täglich zwei neue Kondolenzbücher auslegt.

+++ In der Kathedrale der Gemeinde Digne-les-Bains brannten am Samstag 150 Kerzen zur Erinnerung an die Toten. In dem voll besetzten romanischen Bau versammelten sich mehrere Hundert Menschen zur Andacht. Digne-les-Bains liegt nur wenige Kilometer von der Stelle entfernt, wo der Germanwings-Airbus am Dienstag abgestürzt war.

+++ Unter dem Eindruck des Absturzes der Germanwings-Maschine sind am Samstag in Nordrhein-Westfalen Tausende Reisende in die zweiwöchigen Osterferien geflogen. In Düsseldorf bildeten sich vor den Abfertigungsschaltern ebenso Schlangen wie an der Trauerstelle für die Opfer des Absturzes in der Abflughalle, wo die Flughafenverwaltung täglich zwei neue Kondolenzbücher auslegt. Viele Passagiere sagten, sie hätten trotz der Katastrophe Vertrauen in die Crew und Piloten ihrer Maschinen. „Wir gehen voller Vertrauen an Bord unseres Flugzeugs“, sagte ein Mann aus Kaarst, der mit seiner Ehefrau nach Sardinien fliegen wollte.

+++ Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig hat die Personalakte des Germanwings-Copiloten, der am Dienstag einen Airbus in den französischen Alpen zum Absturz gebracht haben soll, geprüft. „Wir haben Einsicht in die Unterlagen genommen und die Erkenntnisse mündlich an die Staatsanwaltschaft gegeben“, sagte Holger Kasperski vom Luftfahrt-Bundesamt am Samstag der dpa. Einen sogenannten SIC-Eintrag in der Akte wollte der Behördensprecher nicht bestätigen. Ein solcher Eintrag steht für besondere regelhafte medizinische Untersuchungen.

+++ In der Kathedrale von Digne-les-Bains im Südosten Frankreichs hat am Samstag ein Trauergottesdienst für die Opfer der abgestürzten Germanwings-Maschine begonnen. Vor dem Altar waren 150 Kerzen aufgestellt, für jedes Todesopfer eine.

"Ich bin gekommen, um für die Familien der Toten zu beten", sagte eine Gläubige, bevor sie in die Kirche trat. Der Trauergottesdienst sei eine wichtige Geste der Anteilnahme. Viele Menschen waren sichtlich erschüttert und brachten Blumengebinde mit zur Trauerzeremonie.

+++ Ihr Job bringt auch erfahrene Kriminalexperten an ihre Grenzen. Sie müssen Hunderte Leichenteile bergen - und dann den 150 Toten zuordnen. Die Aufarbeitung des Germanwings-Absturzes in Frankreich ist auf vielen Ebenen eine Belastungsprobe.

+++ Mehr und mehr werden Details aus dem Leben von Andreas L. bekannt. Wie die französische Zeitung "Le Parisien" berichtet, sei der mutmaßliche Todes-Pilot von den französischen Alpen begeistert gewesen. Nach Aussage eines seiner Piloten-Kollegen aus L.s Heimatstadt Montabaur, habe er mindestens zwei Segelflug-Kurse in Frankreich absolviert und sei in seiner Jugend oft in die Gegend des Absturzes gereist. Ein anderes Mitglied der Flugschule sagte: "Andreas hat einmal einen Kurs in den Alpen der Haute-Provence gemacht. Meine Nichte war auch dabei, die beiden waren gut befreundet. Er war ein leidenschaftlicher Fan der Alpen, man kann sogar sagen, er war besessen."

+++ Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine findet am 17. April im Kölner Dom eine zentrale Trauerfeier statt. Wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung am Samstag sagte, werden an dem "Gottesdienst und staatlichen Trauerakt" auch Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen. Eingeladen seien Familien und Freunde der Opfer sowie Vertreter aus den anderen Ländern, die von der Katastrophe betroffen sind. Nach Angaben der Sprecherin soll auch die "anteilnehmende Bevölkerung" zu der Trauerfeier in den Dom kommen können.

+++ Die tz hat sich mit einem Professor unterhalten, der seit Jahrzehnten Depressionen und Suizid-Phänomene erforscht. Er glaubt, dass der Co-Pilot "wie im Wahn" gehandelt habe.

Co-Pilot: Ex-Freundin "hatte Angst"

+++ Mit ganzseitigen Anzeigen in großen deutschen Tageszeitungen haben die Lufthansa und ihre Tochter Germanwings den Hinterbliebenen der Absturzopfer ihre Anteilnahme bekundet. „Der unfassbare Verlust von 150 Menschenleben erfüllt uns mit tiefster Trauer. Unser aufrichtiges Beileid, unsere Gedanken und Gebete gelten allen Angehörigen und Freunden unserer Gäste und Kollegen“, hieß es in der am Samstag erschienenen Anzeige. Zugleich dankten Lufthansa und Germanwings den „vielen tausenden von Helfern“ aus zahlreichen Ländern. Unterzeichnet ist die Anzeige von Lufthansa-Chef Carsten Spohr und Germanwings-Chef Thomas Winkelmann.

+++ In der "Bild"-Zeitung hat sich die Ex-Freundin von Todes-Pilot Andreas L. geäußert. Die Stewardess hatte Andreas L. im vergangenen Jahr auf einem Flug kennengelernt. Nach einigen Monaten beendete sie jedoch die Beziehung. "Ich habe mich dann von ihm getrennt, weil immer klarer wurde, dass er Probleme hat. Er ist in Gesprächen plötzlich ausgerastet und schrie mich an. Ich hatte Angst."

+++ Angehörige der Passagiere des verschwundenen Malaysia-Airlines-Fluges MH370 haben den Hinterbliebenen des abgestürzten Germanwings-Fluges am Samstag ihr Beileid ausgesprochen. „Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Familien und Freunden der Passagiere und Besatzungsmitglieder von 4U9525“, schrieben die MH370-Familien auf ihrer Facebook-Seite. „Wir geben ihnen unsere Unterstützung in diesen herzzerreißenden Zeiten.“

+++ In den französischen Alpen hat der fünfte Tag der Suche nach Opfern des Germanwings-Absturzes begonnen. Die Arbeiten waren über Nacht unterbrochen worden. Bilder des französischen Fernsehens zeigten, wie Hubschrauber erneut in den Einsatz flogen. Die Retter konzentrieren sich neben der Bergung und Identifizierung der Leichen weiter auf die Sicherung der Unfallstelle in dem schwierigen Gelände. Rechtsmediziner arbeiten bereits an der Identifizierung der sterblichen Überreste, die schon ins Tal gebracht wurden.

+++ Nach dem Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen sollen die Hinterbliebenen der Opfer finanzielle Soforthilfe bekommen. Eine Sprecherin der Konzernmutter Lufthansa bestätigte am Freitagabend einen entsprechenden „Tagesspiegel“-Bericht.

+++ Das asiatische Wirtschaftsforum in Bo'ao auf der südchinesischen Insel Hainan hat am Samstag mit Beileidsbekundungen für die Familien der Opfer des Germanwings-Absturzes begonnen. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und der Generalsekretär des Treffens, Zhou Wenzhong, sprachen in ihren Eröffnungsansprachen den Familien der Opfern ihr Mitgefühl aus. Die Konferenz mit Staats- und Regierungschefs, Spitzenmanagern und Experten gilt als das asiatische Gegenstück zum Wirtschaftsforum im Schweizer Davos.

Die Ereignisse vom Freitag zum Nachlesen im Ticker.

Germanwings-Absturz: Bilder vom Unglücksort, Trauer weltweit

Germanwings-Absturz: Einsatzbilder vom Unglücksort

wi, AFP, dpa

Gregory Straub

Gregory Straub

E-Mail:gregory.straub@tz.de

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