Ein Werbespot mit Folgen

Geschmacklos: Laden schließt nach "9/11"-Parodie

San Antonio - Das Matratzengeschäft "Miracle Mattress" nahm ausgerechnet "9/11" zum Anlass, um einen fragwürdigen Werbespot zu produzieren - mit verheerenden Folgen.

Makaber ist nicht gleich lustig – diesen Grundsatz werden ein paar Angestellte des Matratzengeschäfts „Miracle Mattress“ so schnell sicher nicht vergessen. Die Mitarbeiter nahmen nämlich ausgerechnet den 15. Jahrestag von „9/11“ zum Anlass, um in einem Werbeclip ihr Sonderangebot zu bewerben: Mittels einstürzender Matratzentürme propagierten sie den „Twin Matress Schlussverkauf“.

"Twin mattress"

Dem Clip zufolge kosteten an diesem "besonderen" Tag alle Matratzen so viel wie eine in Normalgröße ("twin mattress"). Eine Angestellte preist diese Besonderheit mit den Worten "Wie könnten wir ‚9/11‘ besser gedenken als mit diesem Sonderverkauf?" an und breitet angesichts des unglaublichen Angebots freudig die Arme aus – dabei streift sie ein paar Männer, die hinter ihr stehen und prompt in ein paar aufeinandergestapelte Matratzen fallen. Die Frau schreit kurz auf, schlägt die Hand vor den Mund und sagt: "Wir werden niemals vergessen."

Eine gewagte Parodie, die gehörig nach hinten losging: Kurz nach Veröffentlichung löste der kurze Werbespot eine Welle der Empörung aus. Firmeninhaber Mike Bonnano zog die Werbung daraufhin umgehend zurück und veröffentlichte mehrere Entschuldigungschreiben.

Mehrmals und nachdrücklich erklärte er, die Geschäftsführung habe von diesem Video, das er online als "geschmacklos und ein Affront gegen die Männer und Frauen, die am 11. September 2001 ihr Leben verloren" bezeichnete, nichts gewusst. Doch offenbar konnte ihn nichts aus der Misere retten: Bonnano hat nun verkündet, dass "Miracle Mattress" schließen werde.

Sophie Lobenhofer

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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