Probebohrung: Wasserfontäne neben Finanzministerium

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Durch den Bohrunfall war ein stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr nötig.

Wiesbaden - Bei einer fehlgeschlagenen Erdwärme-Bohrung neben dem hessischen Finanzministerium in Wiesbaden sind gewaltige Wassermassen ausgetreten.

In etwa 130 Metern Tiefe sei versehentlich eine unter Druck stehende Wasserblase angebohrt worden, sagte der städtische Pressesprecher Siggi Schneider der Deutschen Presse- Agentur dpa. Durch den Bohrunfall war ein stundenlanger Großeinsatz der Feuerwehr nötig. Zeitweilig schossen Wasserfontänen aus dem Boden viele Meter in die Höhe. Zur Höhe des Sachschadens konnten zunächst keine Angaben gemacht werden.

“Pro Minute treten dort 6000 Liter Wasser aus. Die Löcher sind auch schwer zu schließen“, sagte Schneider am Abend. Erst nach einigen Stunden bekamen die Helfer die aus mehreren Löchern austretenden Wassermassen einigermaßen in den Griff. Das etwa 15 Grad warme Wasser wurde in die Kanalisation gepumpt. Hochgespülter Schlamm ergoss sich über den Ministeriums-Parkplatz und die angrenzenden Straßen. Der Büroleiter von Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU), Michael Hohmann, sagte: “Weder das Ministerium noch das benachbarte Hotel sind in Mitleidenschaft gezogen worden.“

Etwa 60 Feuerwehrleute waren zeitweilig im Einsatz. “Es soll versucht werden, das Loch mit Beton zu schließen. Doch im Umfeld der Bohrung haben sich unterirdisch schon neue Quellen gebildet“, sagte Schneider. Weitere Fachleute und Geologen wurden seinen Worten nach zum Unfallort gerufen. Bis tief in die Nacht sprudelte Wasser aus mehreren kleinen Geysiren auf dem Parkplatz. Zum Schließen des Hauptbohrloches fehlte es an Beton. Der Einsatzleiter der Feuerwehr, Wolfgang Simon, sagte der dpa: “Im ganzen Rhein-Main- Gebiet haben wir bislang keinen Beton bekommen. Das ist eine ungünstige Zeit. Wir warten jetzt auf einen Betonlaster aus Darmstadt.“

Die sogenannten Geothermie-Tiefenbohrungen wurden etwa 30 Meter vom Ministerium entfernt vorgenommen. Das Ministerium will auf einem benachbarten Parkplatz einen Anbau errichten. “Das Gebäude soll Modellcharakter haben. Es wird im Passivhaus-Standard errichtet“, sagte Hohmann. Die Bohrungen wurden unternommen, um zu prüfen, ob der Anbau mit Erdwärme versorgt werden kann.

dpa

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