Social Freezing eröffnet neue Möglichkeiten

87 Prozent der jungen Deutschen wollen Kinder

Berlin - Kinder, eine stabile Partnerschaft und ausreichend Familienzeit: 87 Prozent der jungen Deutschen wünschen sich Nachwuchs. Dafür wollen sie sich aber oft Zeit lassen. Die Forschung macht's möglich.

Die Wunschvorstellungen vom künftigen Familienleben passen mit der Realität aber oftmals nicht zusammen, zum Beispiel weil der passende Partner fehlt. Auch wird das Kinderkriegen häufig aufgeschoben.

Partnerschaft wichtiger als Wohlstand

Generell sind für die meisten Befragten im Alter von 18 bis 30 Jahren eine harmonische Partnerschaft (73 Prozent), Ausgewogenheit zwischen Beruf und Freizeit (56 Prozent) und eigene Kinder (71 Prozent) "sehr wichtig" im Leben und rangieren noch vor der eigenen Selbstverwirklichung (31 Prozent) und Wohlstand (17 Prozent).

Nur eine Minderheit von 14 Prozent legt besonderen Wert auf die berufliche Karriere, wie aus der am Montag in Hamburg veröffentlichten Umfrage hervorgeht. Ausreichend Zeit halten 44 Prozent für sehr wichtig für ein halbwegs entspanntes Familienleben.

Rund drei Viertel planen Kinder erst nach 30

Von den 18- bis 22-Jährigen wünschen sich demnach mehr als ein Drittel (37 Prozent) das erste Kind vor dem 27. Lebensjahr. Tatsächlich haben in dieser Altersgruppe aber erst 20 Prozent schon Nachwuchs. Damit verschiebt sich auch bei der Mehrzahl der 27- bis 30-jährigen das Wunschalter, um Kinder in die Welt zu setzen. Rund drei Viertel (73 Prozent) planen erst jenseits der 30 Familiennachwuchs.

Oftmals scheitert die Familiengründung schlichtweg am passenden Partner, wie eine frühere "Eltern"-Umfrage von 2011 zeigte. Damals nannten 37 Prozent der 25- bis 29-Jährigen den fehlen Partner als Grund für den nicht realisierten Kinderwunsch. Mit wachsendem Alter sind dies noch mehr.

Social Freezing für viele eine Alternative

Eine Möglichkeit, den Kinderwunsch später noch zu verwirklichen, ist das sogenannte social Freezing, also das Einfrieren von Eizellen für eine spätere Schwangerschaft. Fast zwei Drittel (64 Prozent) stehen dem aufgeschlossen gegenüber. Jeder dritte Befragte könnte sich diese Möglichkeit auch selbst vorstellen.

Eine Diskrepanz zwischen Wunschdenken und Realität klafft bei der Gestaltung des Familienlebens. Der Umfrage zufolge wollen bei der Erziehung der Kinder beispielsweise 60 Prozent am liebsten, dass beide Elternteile berufstätig sind und sich die Betreuung der Kinder teilen.

Die meisten sehen das aber realistisch: 46 Prozent erwarten, dass beide Partner voll arbeiten und die Erziehung der Kinder weitgehend den Kitas und Schulen überlassen, obwohl sich das nur acht Prozent wünschen.

Realistisch sind die meisten auch bei der Einschätzung darüber, welche Veränderungen ein Kind mit sich bringt. Fast jeder dritte (29 Prozent) sagt, dass sich der Alltag ändert und rund jeder Fünfte (22 Prozent) rechnet mit weniger Zeit für sich selbst. Nur drei Prozent meinen, dass sie durch ein Kind "ein glücklicheres, erfülltes Leben" haben werden.

Forsa befragte im Oktober und November insgesamt 1061 Männer und Frauen zwischen 18 und 30 Jahren.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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