Unwetter in Deutschland, Südeuropa schwitzt

Hitzewelle und heftige Sommergewitter

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Sonnenschutz ist aktuell Pflicht, wie hier an der Isar in München.

Berlin - Eine Gewitterfront mit Starkregen richtet in Teilen Deutschlands hohe Schäden an. Blitz und Donner sollen auch weiter herrschen. Südeuropa schwitzt bei einer Hitzewelle.

Tropische Temperaturen haben am Wochenende in Bayern die Menschen an Badeseen und in Biergärten gelockt. Am Samstag kletterte das Thermometer in München bis auf 33 Grad. Am heißesten wurde es mit 34 Grad in Nürnberg, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes am Samstag mitteilte. "Eine deutliche Abkühlung ist so bald nicht in Sicht", sagte sie. Sie warnte jedoch vor heftigen Sommergewittern: Am Samstag könne es abends vor allem in Schwaben und Franken lokale Unwetter mit Hagel, Starkregen und Sturmböen geben, am Sonntag in der Südosthälfte Bayerns. "Die erste Juliwoche wird dann aber wieder hochsommerlich", so die Sprecherin. (Hier geht's zum aktuellen Wetter)

Wetterchaos in Berlin und Norddeutschland

Heftige Sommergewitter haben über dem Norden und Osten Deutschlands getobt und Millionenschäden angerichtet. In Berlin war besonders der Stadtteil Tegel betroffen. Einzelne Straßenzüge seien regelrecht verwüstet worden, sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstag. In Hamburg und Schleswig-Holstein kam es zu Verkehrsbehinderungen und Überschwemmungen. In Kiel wurden Teile der Altstadt überflutet. Umgestürzte Bäume blockierten am Freitagabend die Bahnstrecke Hamburg-Berlin über Stunden. Am Samstag konnten die Züge wieder fahren. Menschen wurden den Angaben zufolge nicht verletzt. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor weiteren Sommer-Unwettern. Am Samstag war es in vielen Regionen drückend heiß.

In Tegel wurden in einer Schneise von gut 250 Metern Breite mehr als 100 Bäume teilweise entwurzelt. Umgestürzte Bäume begruben mindestens 20 Autos. Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke sprach von Schäden in Millionenhöhe. Es grenze an ein Wunder, dass niemand verletzt oder getötet worden sei.

Kiel unter Wasser

In Kiel hieß es Land unter. "Einige Straßen in Kiel stehen so tief unter Wasser, dass die Fahrzeuge nicht mehr durchfahren können", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Rund 300 mal mussten Einsatzkräfte ausrücken, um vollgelaufene Keller und überspülte Straßen abzupumpen. Im Universitätsklinikums liefen Aufzugsschächte und Labors voll Wasser.

Auf der Strecke Hamburg-Berlin wurden drei ICE-Züge auf der Fahrt nach Hamburg an Bahnhöfen gestoppt. Auch in Gegenrichtung hatte ein ICE in Schwarzenbek bei Hamburg warten müssen. 15 bis 20 Personenzüge seien von der fünfstündigen Streckensperrung betroffen gewesen, sagte ein Bahnsprecher. Die meisten Züge wurden umgeleitet. Im Süden legte ein Blitzeinschlag in ein Stellwerk am Samstagmorgen den Bahnverkehr am Regensburger Hauptbahnhof eine halbe Stunde lang lahm.

In Bayern lockten am Samstag tropische Temperaturen die Menschen an Seen und in Biergärten. Am heißesten wurde es mit 34 Grad in Nürnberg, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes mitteilte.

Erneute Unwetterwarnungen

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach warnte am Samstag erneut vor Unwettern. Besondere Vorsicht war demnach im Nordwesten angebracht. Dort müsse abends mit Sturmböen, Hagel und Starkregen gerechnet werden. Am Montag könnte es erst einmal vorbei sein mit der drückenden Hitze: Die Temperaturen sinken deutschlandweit auf 20 bis 25 Grad. "Nicht nur angenehm, sondern der Jahreszeit auch angemessen", sagte Meteorologe Peter Hartmann.

Für eine 50 Jahre alte Frau, die am Freitag auf einem Golfplatz in Nordhessen von einem Blitz getroffen und lebensgefährlich verletzt wurde, bestand am Samstag nur wenig Hoffnung. "Die Frau wurde eine halbe Stunde reanimiert", sagte ein Polizeisprecher in Korbach. "Sie war mehrere Minuten klinisch tot." Drei weitere Frauen waren bei dem Blitzeinschlag in einen Unterstand der Golfanlage sofort gestorben.

In Südosteuropa stöhnen die Menschen derweil unter einer Hitzewelle. In Italien sollten die Temperaturen an diesem Wochenende örtlich bis zu 40 Grad erreichen. Tropennächte mit Temperaturen von 20 Grad und mehr bringen kaum Abkühlung. Über 35 Grad heiß war es auch an der kroatischen Adriaküste, in Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Tschechien.

dpa

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