Eva Herman: Loveparade war "Sodom und Gomorrha"

Dusiburg - Ex-Tagesschau-Sprecherin Eva Herman (51) sorgt wieder einmal für Empörung. Dieses Mal beschimpft sie in einem verquer-religiösen Beitrag die Toten der Loveparade. Das sind Hermans umstrittene Aussagen:

Die Loveparade in Duisburg mit 19 Toten und über 300 Verletzten sei "zu einem Sodom und Gomorrha mit katastrophalen Folgen" geworden, schreibt Herman auf der Internetseite des auf Verschwörungstheorien spezialisierten "Kopp"-Verlags.

In ihrem Kommentar meint Herman zudem: "Wer sich die Bilder der Loveparades aus den zurückliegenden Jahren ansieht, glaubt, in der Verfilmung der letzten Tage gelandet zu sein, wie sie in der Bibel beschrieben werden."

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Eva Herman legt nach

Hinweise auf massive Sicherheitslücken in Duisburg

Die Diskussionen um massive Sicherheitslücken in Duisburg interessieren Herman kein Stück. Mehrfach scheint es so, als ob die wegen ihrer Aussagen zur Nazi-Zeit vielfach kritisierte Journalistin allein den Ravern die Schuld an der Katastrophe zuschreibt. "Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reisst, wer die letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt."

An der vermeintlichen Verkommenheit der Jugendlichen sollen übrigens wieder einmal "die Achtundsechziger" Schuld sein.

Trauer um die Toten der Loveparade

Bilder: Trauer um die Toten der Loveparade

Zudem greift Herman Bundespräsident Christian Wulff (CDU) an, der die Loveparade als "friedliches Fest fröhlicher, junger Menschen" bezeichnet hatte. Herman: "Man fragt sich, welche Veranstaltung der Mann wirklich meint? Den Musikantenstadl vielleicht?"

Massenpanik auf der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Gegen Ende des Beitrags dann der Gipfel: Herman sinniert darüber, ob die Toten der Loveparade eine Strafe Gottes seien. "Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste."

Übrigens:

Bevor Eva Herman das nächste Mal wieder etwas von biblischen Zuständen faselt, sollte sie sich vielleicht mal mit einem Fachmann für dieses Thema unterhalten. Als qualifizierter Experte bietet sich Papst Benedikt XVI. an. Der 83-Jährige hat - im Gegensatz zur Skandal-Expertin - die schlimmen Geschehnisse in Duisburg als "Tragödie" bezeichnet.  Mit “großem Schmerz“ gedachte der Papst am Sonntag der getöteten Raver. „Unserem barmherzigen himmlischen Vater vertraue ich heute besonders die jungen Menschen an, die gestern in Duisburg auf tragische Weise ums Leben gekommen sind", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche beim Angelus-Gebet in Castel Gandolfo. "Ihren trauernden Angehörigen und Freunden sowie den vielen Verletzten erbitte ich den Trost und Beistand des Heiligen Geistes. Der Herr segne euch alle."

fro

Rubriklistenbild: © dpa

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