Starnberg auf Platz 1

Städte-Ranking: In Oberbayern höchste Lebenserwartung bei Männern

In Starnberg haben Männer die höchste Lebenserwartung.
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In Starnberg haben Männer die höchste Lebenserwartung.

Berlin - In Oberbayern haben Männer die höchste Lebenserwartung. Was steckt hinter solchen Zahlen?

Der See, die Nähe zu den Bergen, das Klima. In Starnberg lässt es sich gewiss aushalten. Da verwundert es doch kaum, dass es sich in dem Ausflugs- und Erholungsort besonders gut leben lässt. Die Männer erfreuen sich dort der höchsten Lebenserwartung. Im reichen Starnberg sind es im Schnitt 81,3 Jahre. Es folgen der teure Hochtaunuskreis bei Frankfurt, München (jeweils 80,9), Böblingen in Baden-Württemberg (80,8), der Bodenseekreis und der Landkreis Ebersberg bei München (80,7 Jahre).

Bei den Frauen ist die Lebenserwartung im Schnitt deutlich höher als bei den Männern. Starnberg liegt bei 83,6 Jahren. Spitzenreiter ist hier allerdings der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald mit 85,0 Jahren. Eine Deutschlandkarte des Bundesinstituts BBSR zeigt Regionen mit hoher Lebenserwartung in sattem rotbraun - vor allem Baden-Württemberg, Teile Bayerns und Hessens sind so eingefärbt.

Die geografische Lage ist aber nicht die Ursache der Unterschiede. So beträgt die Lebenserwartung etwa in Gelsenkirchen im Ruhrgebiet bei den Männern im Schnitt nur bei 75,2 Jahren - in der 70 Kilometer entfernten, gediegenen Universitätsstadt Münster liegt sie 4,3 Jahre darüber.

Einkommen spielt eine Rolle

Die Lebenserwartung steht - wie man schon länger weiß - in einer Beziehung zum Einkommen. Unterteilt man das Einkommen in seiner Spannbreite in fünf Gruppen von arm bis reich, dann liegt der Unterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Einkommensgruppe bei Männern bei 10,8 Jahren. Bei Frauen unterscheidet sich die Lebenserwartung immerhin noch um 8,4 Jahre. Das zeigen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI). Das RKI hält auch einen Zusammenhang von Krankheit und sozialem Status für erwiesen: Bei schweren Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes oder chronischen Lungenerkrankung sind Sozialschwächere deutlich häufiger betroffen.

Es sind also nicht die Wetterverhältnisse in einer Region, es sind nicht die Sonnentage. In einer Antwort auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann, die die regionalen Daten beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ermittelt hat, räumt die Bundesregierung ein, „dass günstigere sozioökonomische Bedingungen in der Wohnregion mit einer höheren Lebenserwartung einhergehen“. Ursache seien Unterschiede bei Bildung, aber auch beim Rauchen, der Ernährung und der Bewegung - sowie bei den Arbeits- und weiteren Lebensbedingungen.

Zimmermann schlussfolgert: „Wer wenig verdient, muss häufiger schwere und gesundheitlich belastende Arbeit leisten, muss unter Lärm und Luftverschmutzung leiden, kann sich nicht so gut ernähren und stirbt früher als Besserverdiener.“ Arme litten häufiger an chronischen, aber auch an psychischen Krankheiten wie Depressionen. Die Linken-Fraktionsvize sagt: „Die Weichen dazu werden schon im frühen Alter gestellt.“

dpa

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