Instantnudeln sind die neue Währung in US-Gefängnissen

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Ramen sind eine Art ursprünglich japanischer Nudeln aus Weizenmehl. Foto: Harish Tyagi/Archiv- und Symbolbild

Washington (dpa) - Instantnudeln sind einer Studie zufolge dabei, als neue Währung in US-Gefängnissen Zigaretten abzulösen. Der Grund liegt weniger darin, dass weniger geraucht wird, sondern im schlechten Essen in vielen Gefängnissen.

Vielerorts sinken die Mittel, wenig oder schlechtes Essen werde aber auch als Strafe eingesetzt. "Schlichtes Essen als Bestrafung ist keine offizielle Politik in den Gefängnissen, ist aber ein landesweiter Trend in den Verwaltungen", schreibt der Soziologe Michael Gibson-Light in seiner Studie.

Außerdem werde auf breiter Front der Service zurückgefahren: Zum einen, um einen gewissen Level harter Bestrafung hochzuhalten, zum anderen aus Kostengründen.

"Die Insassen sind so unglücklich mit Menge und Qualität des Essens, dass sie dazu übergegangen sind, sich auf Ramen-Nudeln als eine Form von Geld in der Untergrund-Wirtschaft zu verlassen", heißt es in der Studie. "Sie sind billig, schmackhaft, kalorienreich und werden als Währung benutzt." Ramen sind eine Art ursprünglich japanischer Nudeln aus Weizenmehl.

Gibson-Light schreibt, dass ein solcher Wechsel in der Währung keine kleine Sache sei, immerhin existiere Tabak als Hauptwährung in den Gefängnissen mindestens seit dem Bürgerkrieg und wahrscheinlich schon länger. "Die Tatsache, dass sich das geändert hat, hat ernste Ursachen." Er rief dazu auf, das Thema der Ernährung Gefangener größer angelegt zu untersuchen.

Studie der Universität Arizona

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