"No bra, no Problem"

Kaitlyn bekommt Ärger wegen dieses Outfits - und wird im Netz gefeiert

Helena - Eigentlich sah man nichts Anstößiges, dennoch wurde ein T-Shirt für Kaitlyn Juvik zum Problem. Weil sich die Bestrafte das nicht gefallen ließ, wird sie jetzt gefeiert.

Juviks Selfie in dem angeblich so anstößigen T-Shirt.

Ihre nackte Schulter war es nicht, die Kaitlyn Juvik einen Rüffel ihrer Schulleitung einbrachte. Dabei war das der einzige unbedeckte Körperteil, der unterhalb des Halses aus ihrem schwarzen, blickdichten T-Shirt herausragte. Zur großen Überraschung wurde die Schülerin jedoch aufgefordert, sich umzuziehen. Wer nämlich ganz genau hinsah, konnte feststellen, dass Kaitlyn keinen BH trug.

Im Handbuch der Schule im US-Bundesstaat Montana ist zwar nichts zum Thema "Was man drunter zu tragen hat" zu finden, doch "jemand habe sich bei ihrem Anblick unbehaglich gefühlt", argumentierte Steve Thennis, der Direktor.

Auf Facebook postete Juvik ein Selfie mit dem Shirt des Anstoßes. Dem örtlichen Fernseh-Sender MTN News erklärte sie, die Schulleitung habe kein Recht ihr Vorschriften bei der Wahl ihrer Unterwäsche zu machen. "Solange nichts herausschaut und sie bedeckt sind, sollten Mädchen keinen BH tragen müssen. Es ist mein natürlicher Körper und ich weiß nicht, warum jemand sich daran stören könnte. Das verletzt mich."  

Um ihrem Protest Nachdruck zu verleihen, erstellte Juvik eine Facebook-Gruppe mit dem Namen "No Bra, No Problem" ("Kein BH, kein Problem") und rief dort ihre Mitschülerinnen zu einem BH-losen Protest auf. Und tatsächlich: Ende März versammelte sich eine Vielzahl Schülerinnen mit züchtig bedeckter, aber frei schwingender Oberweite. Sogar die landesweiten Medien berichteten darüber, kurz darauf ging die Geschichte weltweit viral.

Auf Facebook schrieb Chantelle M. aus Maine der jungen, halt(er)losen Rebellin: "Wenn jemand so auf deine Brüste starrt, dass er merkt, du trägst keinen BH, dann sollte diese Person Schwierigkeiten bekommen, nicht du." Ein männlicher Unterstützer der stützfreien Bewegung meinte: "Uns sagt man ja auch nicht, was wir drunter tragen sollen." Auch auf Twitter löste der hashtag #nobranoproblem eine weltweite Welle der Solidarität aus.

Juviks Mutter ist stolz auf ihre Tochter: "Es geht nicht nur um den BH. Jeden Tag werden unsere Töchter als Sex-Objekte betrachtet, und es wird dafür gesorgt, dass sie sich für ihre Körper schämen. Wir müssen ihnen beibringen, dass sie sich wohl in ihrer Haut fühlen dürfen, anstatt ihnen das Gefühl zu geben, dass sie etwas verstecken müssen. Die Schule sollte wirklich größere Sorgen haben als den BH meiner Tochter."

Auf ganz besondere Weise erklärten sich auch viele männliche Schüler in der Sache solidarisch: Sie trugen wenige Tage nach dem ersten Protest BHs über ihrer Kleidung.

Obwohl man in Deutschland die Angelegenheit um einiges lockerer sieht, sorgte im vergangenen Jahr ein Verbot von Hotpants an einer Schule für Aufsehen. Auch katholische Schulen haben hierzulande manchmal einen Dresscode. Ob Kaitlyn dort auch Probleme bekommen hätte?

hn

Rubriklistenbild: © facebook.com/kaitlyn.juvik

auch interessant

Meistgelesen

Mord an Freiburger Studentin: 17-Jähriger in U-Haft 
Mord an Freiburger Studentin: 17-Jähriger in U-Haft 
Sie werden das schlimme Geheimnis dieses Kurzclips übersehen
Sie werden das schlimme Geheimnis dieses Kurzclips übersehen
100.000 Internetnutzer widerlegen Einstein
100.000 Internetnutzer widerlegen Einstein
Frau angezündet: Haftbefehl wegen Mordes beantragt
Frau angezündet: Haftbefehl wegen Mordes beantragt

Kommentare