So ein Narr!

Karnevalsfreund pinkelt an Polizeiauto

Neuwied - Beim Karneval schlagen die Menschen gerne einmal über die Strenge. Im rheinland-pfälzischen Neuwied hielten die Narren die Polizei jedoch besonders auf Trab.

Ausgerechnet einen Polizeiwagen hat sich ein Karnevalsfreund an Weiberfastnacht in Neuwied als Zielscheibe fürs Pinkeln ausgesucht. Die Polizisten, die sich ganz in der Nähe aufhielten, erteilten dem 26-jährigen einen Platzverweis. Es war nicht der einzige skurrile Einsatz: Ein 23-Jähriger kam am Abend nicht mehr allein vom Dach der Hebammenschule eines Krankenhauses herab - wie und warum er auf das Dach gestiegen war, wusste er nicht. Die Feuerwehr musste helfen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Hilfe brauchte auch ein 29-jähriger Karnevalist, der sich am sehr späten Abend auf der Suche nach seiner eigenen Wohnung auf einen fremden Balkon verirrte - nur mit einem Schuh an den Füßen.

Der ganz normale Wahnsinn: Polizei und Rettungskräfte hatten an Weiberfastnacht gut zu tun. Der Regen trieb die Jecken schon früh in die Kneipen - die Stimmung heizte sich auf, und die Polizei musste öfter einschreiten. In Köln gab es zwei Schwerverletzte bei Unfällen.

Weiberfastnachts-Bilanz in Köln und Düsseldorf

Nach Weiberfastnacht hat die Polizei in den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf eine durchwachsene Bilanz gezogen. „Es war eigentlich der ganz normale Wahnsinn - aber dazu gehören eben auch eine Reihe unerfreulicher Ereignisse“, sagte ein Sprecher der Kölner Polizei am Freitag. Rund 50 000 Jecken hätten überwiegend fröhlich und friedlich in der Altstadt gefeiert. „Aber mit zunehmendem Alkoholpegel kippt irgendwann die Stimmung und das Aggressionspotenzial steigt.“ Die Beamten seien zu zahlreichen Einsätzen wegen Prügeleien und Sachbeschädigungen gerufen worden.

Wegen des einsetzenden Regens hätten sich mehr Karnevalisten als sonst schon früh in den Kneipen gedrängt, wo sich die Stimmung teils sehr aufgeheizt habe. Die Polizei musste häufiger einschreiten, um eine Eskalation zu verhindern. Insgesamt wurden in Köln 97 Personen in Gewahrsam genommen, es gab 20 Festnahmen, unter anderem wegen Taschendiebstählen und Körperverletzung. Die Beamten nahmen 289 Strafanzeigen auf und sprachen 247 Platzverweise aus. Die Zahlen seien in etwa so hoch wie in den Vorjahren, sagte der Polizeisprecher. „Das ist leider ein relativ hohes Niveau.“

Auch in Düsseldorf flüchteten viele Narren vor dem Regen in die Kneipen. Teilweise sei es zu einer „gefährlichen Verdichtung“ von Menschen gekommen, berichtete die Polizei. Es sei aber alles glimpflich ausgegangen. Die Beamten hätten in der Düsseldorfer Altstadt ungefähr so viele Einsätze gehabt wie im Vorjahr - wobei dort dieses Mal mehr Menschen unterwegs gewesen seien. Im Gegensatz zu früheren Jahren seien Massenschlägereien und schwere Körperverletzungen aber ausgeblieben.

In Köln erlitten zwei Menschen bei Straßenbahn-Unfällen an Weiberfastnacht schwere Verletzungen. In einem Fall stieg ein 38 Jahre alter Betrunkener über die Kupplung einer Bahn, als diese anfuhr. Der Mann geriet unter die Bahn und wurde mitgeschleift. An einer anderen Haltestelle wollte ein 18-Jähriger eine abfahrende Bahn mit einem Fuß in der Tür aufhalten. Der Angetrunkene wurde 50 Meter weit mitgeschleift und blieb laut Polizei in einem Absperrgitter hängen.

Ein Autofahrer verlor im närrischen Treiben die Nerven und fuhr in eine Gruppe feiernder Jecken. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen. „Als Passanten gegen die Scheiben des Autos schlugen, stieg der Fahrer mit einem Hammer bewaffnet aus und schrie die Menge an“, berichtete die Polizei. Der 26-Jährige flüchtete mit seinem Auto, konnte aber später ausfindig gemacht werden.

In Neuwied in Rheinland-Pfalz suchte sich ein Karnevalsfreund ausgerechnet einen Polizeiwagen als Zielscheibe fürs Pinkeln aus. Die Polizisten, die sich ganz in der Nähe aufhielten, erteilten dem 26-jährigen einen Platzverweis.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

auch interessant

Meistgelesen

Verheerendes Erdbeben: Warum Italien so gefährdet ist
Verheerendes Erdbeben: Warum Italien so gefährdet ist
500 Dollar Trinkgeld - Botschaft auf Rechnung verrät den Grund
500 Dollar Trinkgeld - Botschaft auf Rechnung verrät den Grund
Weltbekannter Basejumper: Nach diesem Post sprang er in den Tod
Weltbekannter Basejumper: Nach diesem Post sprang er in den Tod
Fiese Botschaft auf der Rechnung - Kellnerin diskriminiert
Fiese Botschaft auf der Rechnung - Kellnerin diskriminiert

Kommentare