Klirrende Kälte und Schnee in Deutschland

Berlin - Das große Bibbern hat in Deutschland in der Nacht zum Mittwoch begonnen. Hoher Schnee, klirrende Kälte und Glatteis - so sieht der Winter aus. In Frankfurt war der Flugverkehr beeinträchtigt.

Winterbilder aus Deutschland

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

Vor Stürmen und starken Schneefällen in einigen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hatte die Unwetterzentrale der Meteomedia für Mittwochnacht gewarnt. Dort sollten teilweise bis zu 15 Zentimeter neuer Schnee fallen. Davon war in der Nacht aber noch nichts zu spüren: Auf den Straßen blieb es relativ ruhig - es schien, als wollten die Menschen lieber im Warmen sein. Von Autounfällen wegen Glatteis konnten die Polizeibehörden deshalb nicht berichten. “Alles schläft“, resümierten einige Polizeisprecher.

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Dagegen war der Luftverkehr am Flughafen Frankfurt wieder stark behindert. Wegen verspäteten ankommenden Fliegern könnten auch die Flugzeuge in Frankfurt nicht pünktlich raus. Betroffen seien Reiseziele in ganz Europa, wie etwa Genf und London. “Der Winterdienst ist hier im 24-Stunden-Einsatz“, sagte Riehemann. Bereits am Dienstag wurden am Frankfurter Flughafen 300 Flüge wegen Schnee und Glätte auf den Landebahnen gestrichen. Dadurch waren auch Fluggäste am Flughafen gestrandet. Für sie wurden 400 Feldbetten aufgestellt.

Alle Informationen zu den deutschen Flughäfen.

An den Berliner Flughäfen sollte der Luftverkehr hingegen normal laufen. “Mir liegen keine Meldungen vor, dass Flüge wegen Unwetter gestrichen werden heute“, sagte eine Sprecherin am frühen Morgen. Hessen wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber auch am Mittwoch wieder von Frost und Schneefällen heimgesucht.

Minus 17 Grad in der Nacht

Im sächischen Kubschütz ist mit minus 17 Grad Celsius die bisher kälteste Nacht dieses Winters gemessen worden. Auch auf dem Brocken im Harz herrschten klirrende 17 Grad Frost, wie der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch mitteilte. Minus 15 Grad gab es im brandenburgischen Coschen und in Sohland (Sachsen).

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In Schleswig (Schleswig-Holstein) zeigten die Thermometer minus 13 Grad an. Hinzu kam ein teilweise stürmischer Wind. Auf dem Fichtelberg (Bayern) registrierte der DWD am Mittwoch Stärke 9, in Hochlagen in Sachsen 8 bis 9. Für Bayern und Baden-Württemberg war wieder besonders kalte Luft vorausgesagt worden.

Bis zu minus 25 Grad

In der Nacht zum Freitag können in einigen Bergtälern im Osten Deutschlands minus 20 Grad erreicht werden, wie Meteorologe Robert Scholz der Nachrichtenagentur dapd sagte. Zuvor werden am Donnerstag Schneefälle den Osten überziehen. Wenn es sich danach aufklart, kann die sibirisch kalte Luft bis zum Boden sinken.

Ein deutschlandweiter Rekord wären minus 20 Grad derzeit nicht. Denn 1973 war es noch kälter. Damals wurden am 1. Dezember in Memmingen (Baden-Württemberg) minus 25 Grad und in Eisenach (Thüringen) minus 21 Grad gemessen.

Acht Menschen in Polen erfroren

Klirrende Kälte und Alkohol haben an nur einem Tag acht Menschenleben in Polen gefordert. Die Opfer, Männer zwischen 33 und 72 Jahren, seien am Dienstag erfroren, teilte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski am Mittwoch in Warschau mit. “Sie standen unter Alkoholeinfluss“, betonte Sokolowski.

Er appellierte an die Bürger, die Polizei über Obdachlose und Betrunkene zu informieren. “Ein Telefonat kann Leben retten.“ In der Nacht zum Mittwoch war im Osten Polens die Temperatur auf minus 26 Grad zurückgegangen. Bereits in den vergangenen Tagen starben mehrere Menschen an Unterkühlung.

Schnee bremst die Bahn

Wegen Schneefällen kam es in manchen Regionen zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen, wie ein Sprecher am Mittwoch in Berlin sagte. Flächendeckende Schwierigkeiten im Fernverkehr habe es aber vorerst nicht gegeben. Mitarbeiter räumten zugewehte Weichen und streuten glatte Bahnsteige ab.

Vorsorglich hat der Konzern ein Tempolimit von 200 Kilometern pro Stunde für seine ICE-Züge verhängt, die sonst 250 oder 300 fahren. Dies soll verhindern, dass Eisklumpen, die von der Unterseite der Wagen fallen, Schottersteine hochwirbeln und Schäden verursachen. Dadurch verlängern sich aber Fahrzeiten.

Reisende können sich unter der kostenlosen Telefonnummer der Bahn 08000 99 66 33 oder im Internet auf www.bahn.de/aktuell rund um die Uhr informieren.

In München 250 Flüge annulliert

Am Flughafen München sind am Mittwoch schneebedingt 250 Flüge ausgefallen. Wie ein Airport-Sprecher sagte, war am Nachmittag wegen des Schneefalls nur noch eine Landebahn in Betrieb - dadurch stand nur noch die Hälfte der Kapazität zur Verfügung. Bis zum Abend wurden noch weitere Annullierungen erwartet.

Auch andere deutsche Flughäfen seien vom Schneefall betroffen gewesen, vor allem am Flughafen in Frankfurt fielen ebenfalls Flüge aus, hieß es. Am Montag waren am Flughafen München wetterbedingt bereits 125 Flüge ausgefallen.

Rentner erfriert in Österreich

Der strenge Winter hat in Österreich ein erstes Todesopfer gefordert: In der Nacht zum Mittwoch erfror ein Rentner im oberösterreichischen Freistadt. Der Mann war auf dem Heimweg von einem Begräbnis gestürzt und hatte das Bewusstsein verloren, wie der Rundfunksender ORF auf seiner Homepage berichtete. Erst Stunden später fand ein Arbeiter den Leblosen und rief den Notarzt. Er konnte nur noch seinen Tod feststellen.

Starker Schneefall löste auf den Straßen in Oberösterreich, Niederösterreich und Wien ein Verkehrschaos aus. “Wien steht“, sagte ein Verkehrsexperte des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC der dpa in Wien. Nachdem einige Laster auf der der Außenring-Autobahn hängengeblieben waren, wurde die Umfahrung der österreichischen Hauptstadt gesperrt. In der Folge wich der Fernverkehr durch Wien aus. Auf der Tangente, der wichtigsten Durchfahrtsstrecke, ging nach ÖAMTC-Angaben gar nichts mehr: “Es geht nicht vor und nicht zurück“. Auch in der Innenstadt kamen die Fahrzeuge nur langsam voran.

dpa

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