Alles zum Orkantief

Todesopfer, Evakuierungen und Schäden 

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Durch einen umstürzenden Baum auf der Strecke zwischen den polnischen Dörfern Wicko und Porja wurden drei Insassen des Fahrzeugs getötet. Orkantief "Xaver" forderte europaweit mindestens acht Todesopfer.

Seit Donnerstagvormittag hält "Xaver" vor allem Norddeutschland in Atem. Hier erfahren Sie alle aktuellen Entwicklungen rund um das Orkantief.

+++ 22.30 Uhr +++ Dem Sturmtief „Xaver“ ist in Mecklenburg-Vorpommern noch nicht die Puste ausgegangen.

Der Deutsche Wetterdienst gab für Freitagabend erneut eine Unwetterwarnung heraus. An der Ostseeküste in den Kreisen Rostock und Vorpommern-Rügen müsse bis 22.00 Uhr mit orkanartigen Böen mit Geschwindigkeiten bis zu 115 Kilometer pro Stunde gerechnet werden, hieß es. Es könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Die Küstenbewohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Rostock warnte vor einer leichten Sturmflut. In der Nacht zum Sonnabend könnten 1,20 Meter über dem mittleren Wasserstand erreicht werden. Parkplätze in Ufernähe drohe die Überschwemmung.

+++ 19.36 Uhr +++ Hamburg: Dritte Sturmflut in Serie

Hamburg ist am Freitagabend von der dritten Sturmflut hintereinander getroffen worden.

+++ 16.08 Uhr +++ Zwischenbilanz: Todesopfer, Evakuierungen und Schäden 

Orkantief "Xaver": Bilanz nach dem Sturm

+++ 15.46 Uhr +++ "Xaver" in Bayern

"Xaver" ist gnädig mit Bayern - Jetzt schneit's

+++ 15.15 Uhr +++ Erleichterung auch in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein: Aufatmen nach der Sturmflut

+++ 14.26 Uhr +++ Bahnchaos in Deutschland

Bis Freitagabend sollen die Zugstrecken nördlich von Hamburg noch kaum befahren werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Hingegen wurden alle gesperrten Strecken in Nordrhein-Westfalen und Sachsen nach Bahnangaben am Freitagnachmittag wieder freigegeben.

Auf den Linien Hamburg-Hannover und Berlin-Hamburg kommt es, auch nachdem die umgeknickten Bäume beseitigt wurden, noch zu massiven Verspätungen. Auf den Strecken nördlich von Hamburg fuhr fast kein Zug mehr, das solle bis Freitagabend so bleiben, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Wegen eines umgestürzten Baums saßen Reisende im Münsterland am Donnerstagabend stundenlang in einem Zug fest. Die Passagiere der privaten Eurobahn zwischen Münster und Dortmund mussten mehr als fünf Stunden südlich von Münster ausharren, wie der Privatbahnbetreiber Keolis am Freitag bestätigte. Oberleitung und Bahn seien im Sturm von dem herabgestürzten Baum in Ascheberg-Davensberg beschädigt worden.

Die Fernzüge von Hamburg Richtung Kiel, Flensburg, Husum und Dänemark sollen voraussichtlich den ganzen Freitag nicht fahren. In Schleswig-Holstein hatte der Orkan besonders stark getobt. Einige Regionalbahnen im Norden fahren nur auf Teilstrecken. Generell musse mit längeren Verspätungen gerechnet werden, wie die Bahn mitteilte.

+++ 13.32 Uhr +++ Aktuelle Bilder gibt es hier

So wütet Orkantief "Xaver"

+++ 12.57 Uhr +++ Entwarnung für Deutschland

Das Orkantief „Xaver“ ist auf dem Rückzug. „Das Schlimmste ist überstanden“, sagte Diplom-Meteorologe Christian Herold von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Freitag in Offenbach. Am Freitag verlagert „Xaver“ sein Zentrum Richtung Baltikum. Das Tief zieht ostwärts ab und schwächt sich dabei allmählich ab. Der Wind lässt nach. Auf der Rückseite von „Xaver“ floß arktische Kaltluft nach Deutschland, die Schnee- und Graupelschauer brachte. Sogar im Flachland hat sich laut DWD mancherorts eine dünne Schneedecke gebildet. Im Bergland fielen zwischen fünf und zehn Zentimeter Neuschnee.

Der Samstag startet dem Wetterbericht zufolge recht trüb, zeitweise fällt Schnee. Im Westen wird es bereits wieder wärmer, dort gibt es zunehmend Regen. „Am Sonntag erreicht uns eine Warmfront“, sagte Meteorologe Herold. Dadurch wird die arktische Kaltluft weggepustet. In tieferen Lagen regnet es, im Norden wird es wieder recht windig.

+++ 12.28 Uhr +++ Sturmflutwarnung für Großbritannien

In Großbritannien müssen tausende Menschen wegen weiterer Sturmfluten ihre Häuser verlassen. Obwohl die Pegelstände am Freitagmorgen zurückgingen, warnen die Behörden vor zwei weiteren Sturmfluten an der Ostküste. Rund 10.000 Haushalte in Norfolk im Osten und Sussex im Südosten Englands werden evakuiert. Zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Tagen wurde die Thames Barrier geschlossen, eine riesige Flutschutzanlage zum Schutz von London.

+++ 12.08 Uhr +++ Wichtige Tipps für Hausbesitzer

Nach Orkan: Eigenheim auf Schäden kontrollieren

+++ 11.33 Uhr +++ Drei Todesfälle in Polen

Während des schweren Sturms sind in Polen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Feuerwehr stürzte bei Lebork im Norden des Landes ein Baum auf ein Auto. Dabei seien drei Menschen getötet und ein weiterer verletzt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher dem Fernsehsender Polsat News. Außerdem gibt es in Polen, wo "Xaver" am Freitagmorgen Windgeschwindigkeiten von 120 Stundenkilometern erreichte, noch mehrere Leichtverletzte.

+++ 11.29 Uhr +++ Windgeschwindigkeiten in Deutschland

- Glücksburg (Schleswig-Holstein) Ortsteil Meierwik: 158 km/h

- Brocken (Harz/Sachsen-Anhalt) 155 km/h

- Spiekeroog (Ostfriesland/Niedersachsen): 148 km/h

- List auf Sylt (Nordfriesland/Schleswig-Holstein): 148 km/h

- Fichtelberg (Erzgebirge/Sachsen): 144 km/h

- Leuchtturm Kiel (Schleswig-Holstein): 144 km/h

- Strucklahnungshörn (Nordfriesland/Schleswig-Holstein): 140 km/h

- Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) Stadtteil Warnemünde: 137 km/h

- Büsum (Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein): 137 km/h

- Der Wetterdienst Meteomedia hat nach Angaben des Meteorologen Stefan Kreibohm Spitzengeschwindigkeiten von 167 km/h auf der Insel Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) gemessen.

Im NDR-Fernsehen sprach der Meteorologe Karsten Schwanke für die Insel Sylt am Donnerstag sogar von 185 km/h.

+++ 10.51 Uhr +++ Tanne des Bundespräsidenten umgekippt

Die "First-Tanne" vor dem Bundespräsidentenamt.

Deutschlands Weihnachtsbaum Nr. 1 wurde vom Sturm umgerissen. Die 13 Meter hohe Tanne vor dem Berliner Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Bundespräsident Joachim Gauck, wurde in der Nacht zu Freitag von heftigen Windböen umgeworfen. Verletzt wurde niemand, wie eine Sprecherin sagte. Am Freitag sollte der Baum wieder aufgerichtet werden. Die Nordmanntanne stammt aus der Nähe von Bremen und sollte bis zum 6. Januar den Ehrenhof schmücken. Am 29. November hatten Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt den Weihnachtsbaum im Ehrenhof von Schloss Bellevue präsentiert. Auch in Weimar hatten Windböen am Donnerstagabend den großen Weihnachtsbaum auf dem Markt umgeworfen.

+++ 10.49 Uhr +++ Die Bilanz nach der Nacht

Orkantief "Xaver": Bilanz nach dem Sturm

+++ 10.35 Uhr +++ Bahnlinie Berlin-Hamburg geräumt

Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist nach einer Sperrung wegen umgestürzter Bäume wieder frei. Das teilte ein Bahnsprecher am Vormittag in Berlin mit. Auch auf die Strecke Hannover-Hamburg sei ein Baum gefallen. Sie sei inzwischen wieder eingleisig befahrbar, noch im Laufe des Vormittags solle auch das zweite Gleis freigeräumt werden, teilte der Sprecher mit. Nördlich von Hamburg bleibe der Fernverkehr voraussichtlich den ganzen Freitag eingestellt.

+++ 10.33 Uhr +++ Wildtieren kann der Sturm wenig anhaben

Betroffen sind ohnehin nur die Tiere, die zur Zeit keinen Winterschlaf halten. Rot- und Damwild ziehen sich bei starken Böen in Rudeln tief in ihr Waldrevier zurück, wo sie Schutz finden. Darauf weist die Deutsche Wildtierstiftung hin. Vögel wie Gänse, Möwen und Watvögel sitzen schlechtes Wetter einfach aus. Dabei rücken die Tiere dicht aneinander und drehen ihre Körper so in Windrichtung, dass sie möglichst wenig Angriffsfläche bieten. Vogelarten wie Sturmtaucher, Großmöwen und Seetaucher, die auf dem offenen Meer leben, sind am stärksten betroffen. Ihnen passiert aber nicht mehr, als dass sie von den Böen verdriftet und an die Küste gepustet werden.

+++ 10.30 Uhr +++ Starke Anteilnahme der Deutschen

Donnerstag Abend zeigte sich die starke Anteilnahme der Deutschen an den Geschehnissen rund um Orkantief "Xaver": 7,71 Millionen Zuschauer schalteten um 20.15 Uhr in der ARD „Brennpunkt“ ein. Das entspricht einem Marktanteil von 23,9 Prozent. Das „ZDF spezial“ um 19.20 Uhr zu dem Sturm erreichte 5,22 Millionen Menschen (19,3 Prozent). Das „heute-journal“ um 21.45 Uhr verfolgten später 6,12 Millionen (21,9 Prozent).

+++ 10.20 Uhr +++ Stromausfälle in Mecklenburg

Rund 4000 Haushalte und Unternehmen im westlichen Mecklenburg sind seit Freitagmorgen ohne Strom. Besonders betroffen seien die Bereiche Bützow und Gadebusch, wie der regionale Energieversorger Wemag in Schwerin mitteilte. Die Ursache der Störung werde gesucht, was durch die Wetterlage aber erschwert sei.

+++ 10.19 Uhr +++ Bahnstrecke Berlin-Hamburg unterbrochen

Seit Freitagmorgen ist die Bahnlinie zwischen Berlin und Hamburg unterbrochen. Im Orkan waren Bäume auf die Gleise gestürzt, wie ein Bahnsprecher am Morgen in Berlin mitteilte. Ab Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern würden die Fahrgäste mit Busse weiter nach Hamburg gebracht. Die am Vormittag abfahrenden Fernzüge auf der Linie Hamburg-Berlin würden bis auf weiteres umgeleitet. Auch die Strecke Hannover-Hamburg war am Morgen gesperrt, ist nach Angaben der Bahn inzwischen wieder eingleisig befahrbar. Nördlich von Hamburg bleibe der Fernverkehr voraussichtlich den ganzen Freitag eingestellt.

+++ 10.14 Uhr +++ Ausläufer von "Xaver" in Tschechien angekommen

Die Ausläufer von "Xaver" haben mittlerweile auch Tschechien erreicht: In den Kammlagen des Erzgebirges erreicht der Wind nach Angaben der nationalen Wetterbehörde CHMU Geschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern pro Stunde. Tausende Haushalte sind Energieversorgern zufolge ohne Strom. Die Feuerwehr beseitigt Dutzende umgestürzte Bäume. Der Grenzübergang nach Polen bei Harrachov ist für Lastwagen gesperrt worden, nachdem mehrere Lkw auf glatten Straßen liegengeblieben waren. Zu Behinderungen kommt es auch im Bahnverkehr. Bei Cheb prallte ein Zug gegen einen umgestürzten Baum, der Unfall verlief aber glimpflich.

+++ 09.58 Uhr +++ Aktuelle Bilder, auch von der Nacht

So wütet Orkantief "Xaver"

+++ 09.16 Uhr +++ Zehntausende Haushalte in Polen ohne Strom

In Polen sind mehr als 100 000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Herabfallende Äste und umstürzende Bäume zerrissen Stromleitungen in mehreren Regionen Polens, teilte ein Feuerwehrsprecher im Nachrichtensender TVN 24 am Freitag mit. Besonders stark betroffen waren Westpommern und Schlesien. Vier Menschen wurden durch Sturmschäden verletzt, hieß es weiter. An der Küste erreichte der Sturm Geschwindigkeiten von 113 Kilometern in der Stunde. Für Freitag werden im Laufe des Tages noch deutlich stärkere Sturmböen erwartet.

+++ 09.10 Uhr +++ Niederlande kommen glimpflich davon

Die Holländer sind ohne größeren Schäden davon gekommen. Die Nordsee stieg gegen 4 Uhr in der südwestlichen Provinz Zeeland auf 3,99 Meter, und damit den höchsten Stand seit einer Sturmflutkatastrophe von 1953. Rund 100 Inspekteure hatten die Deiche in der Nacht kontrolliert, teilte die Wasserbehörde mit. Vorsorglich waren die Schleusen der Flut-Wehr „Oosterscheldekering“ am Vorabend geschlossen worden. Zu vereinzelten Überschwemmungen kam es in Rotterdam und Dordrecht. Der Zugverkehr im Norden der Niederlande, der gestoppt worden war, wurde am Morgen wieder aufgenommen.

+++ 08:47 Uhr +++ Probleme im Zugverkehr

Der Zugverkehr in Norddeutschland ist weiterhin stark eingeschränkt. Wie die Deutsche Bahn am Freitagmorgen mitteilte, ist der Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein weiterhin eingestellt. Wegen auf die Gleise gefallener Bäume oder beschädigter Oberleitungen mussten in der Nacht zum Freitag im nördlichsten Bundesland sowie in Teilen von Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen sowie in Hamburg und Berlin zahlreiche Zugstrecken gesperrt werden.

+++ 08:21 Uhr +++ Spiel Bremen - Bayern kann stattfinden

Entwarnung in Bremen: Das wegen Überschwemmungsgefahr am Weserstadion gefährdete -Bundesligaspiel zwischen Werder und Bayern München am Samstag kann stattfinden, das gaben die Hanseaten am Freitagmorgen via Twitter bekannt. Das Hochwasser, das aus der Nordsee flussaufwärts gedrückt wurde, floss in der Nacht nicht über den Deich am Weser-Stadion. Die Bremer Heimstätte liegt in unmittelbarer Nähe der Weser im Überflutungsgebiet und ist nur durch einen vorgelagerten Sommerdeich geschützt.

+++ 08:02 Uhr +++ Belgien kommt glimpflich davon

Nach dem Durchzug „Xavers“ sind die befürchteten Überschwemmungen an der belgischen Küste ausgeblieben. Ein regionaler Katastrophenplan wurde wieder aufgehoben, berichtete der öffentlich-rechtliche Radiosender RTBF am Freitag. Das Meer sei in der Nacht auf einen Wasserstand von bis zu 6,33 Meter angestiegen - der höchste Stand seit Jahrzehnten. Die Kommunen an der Küste waren aber den Angaben nach gut auf das Hochwasser vorbereitet. Im Badeort Bredene waren knapp 2100 Bewohner vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. 

+++ 07.32 Uhr +++ Kaum Schäden in Bayern

In Bayern in der Nacht zum Freitag geringere Schäden angerichtet als befürchtet. Nicht einmal der Bahnverkehr war beeinträchtigt.

+++ 06.58 Uhr +++ "Wasserstände fallen wieder"

Der Scheitel einer der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte hat Hamburg am frühen Freitagmorgen erreicht. „Die Wasserstände fallen bereits wieder“, sagte Thomas Butter von der Hamburger Innenbehörde. Die sehr schwere Sturmflut erreichte einen Wasserstand der Elbe von fast vier Metern über dem Mittleren Hochwasser (6,09 Meter über Normal Null).

+++ 06 .36 Uhr +++ Sturmflut erreicht Hamburg

Auf Hamburg ist eine der schwersten Sturmfluten der vergangenen Jahrzehnte zugerollt. Die Innenbehörde der Stadt warnte vor Wasserständen von vier Metern über dem Mittleren Hochwasser (das entspricht 6,10 Meter über Normal Null). „Damit haben wir eine Sturmflut, die es in den letzten 10, 20 Jahren nur sehr selten gegeben hat“, sagte ein Behördensprecher am Freitagmorgen. Der Scheitel wurde bis 6.30 Uhr erwartet. Zuletzt habe es Anfang der 1990er Jahre zwei Mal einen solchen Wasserstand der Elbe gegeben.

Der Hamburger Hafen wurde in der Nacht zum Freitag geräumt und gesperrt. „Ab 2.30 Uhr durfte keiner mehr hereinfahren.“ Der bekannte Fischmarkt am Hafen und einige Straßen entlang der Elbe standen bereits unter Wasser. Einige Menschen, die im Hafen wohnen, verließen ihre Häuser: „Das betrifft aber nur eine Handvoll Leute.“ Die Hochwasserschutztore wurden geschlossen.

+++ 06.31 Uhr +++ 148 km/h auf Sylt gemessen

Die Auswirkungen der Naturgewalten blieben bis zum Freitagmorgen trotz aller Befürchtungen verglichen mit dem Oktober-Orkan „Christian“ deutlich geringer. Die Einsatzkräfte wurden weniger häufig angefordert, um umgeknickte Bäume zu räumen und um Bauzäune sowie Dächer zu sichern. In Hamburg rückte die Feuerwehr bis zum Abend rund 300 Mal aus. Dagegen war sie beim Oktober-Orkan schon an einem Tag allein knapp 2000 Mal im Einsatz.

Bei Hannover wurde ein Kleinbus mit behinderten Schülern von einer starken Böe erfasst und in einen entgegenkommenden Wagen gedrückt. Dabei wurde ein 68-Jähriger schwer verletzt, sechs weitere Menschen leicht. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt, als ein Auto durch eine Windböe in den Gegenverkehr gedrückt wurde.

In Elmshorn bei Hamburg prallte eine Regionalbahn an einem Bahnübergang gegen einen umgestürzten Baum. Der Zugführer wurde leicht verletzt. Ein Zug der Hamburger Hochbahn fuhr gegen einen umgestürzten Baum und entgleiste. In Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern deckte „Xaver“ das Dach eines Supermarktes ab.

Die Küsten hielten den Wassermassen bislang stand: „Die Deiche sind mächtig und stabil“, hatte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gesagt. Noch am späten Abend hatte eine zweite Welle des Orkantiefs mit extremen Böen die Nordseeinsel Sylt erreicht.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurden in List auf Sylt in der Nacht um 1.00 Uhr Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde erreicht. Am Leuchtturm Kiel wurden 144 Stundenkilometer gemessen. Auf dem Brocken im Harz erreichte „Xaver“ gar eine Spitzengeschwindigkeit von 155 Stundenkilometern.

+++ 06.25 Uhr +++ Beeinträchtigungen des Zugverkehrs

„Xaver“ hat auf überregionalen Bahnstrecken für zahlreiche Sperrungen gesorgt - einige Verbindungen konnten aber wieder freigegeben werden. Wie die Deutsche Bahn am Freitagmorgen in Berlin mitteilte, sind sämtliche Strecken in Nordrhein-Westfalen wieder befahrbar.

Anders sieht es hingegen noch in Schleswig-Holstein aus. Im nördlichsten Bundesland könnten viele Züge weiterhin nicht fahren. Vielerorts lägen Bäume auf den Gleisen oder hingen in den Oberleitungen. So ist der Verkehr nach Dänemark laut Bahn noch bis voraussichtlich mittags gesperrt. Auch in Niedersachsen seien sowohl Regional- als auch Fernverkehr in Teilen gesperrt. Auch hier will die Bahn bis mittags auf allen Verbindungen den Betrieb wieder aufnehmen.

Generell gelte für alle Verbindungen im Norden, dass sich die Fahrgäste auf teils deutliche Verspätungen einstellen müssen. So sei die Strecke von Berlin nach Hamburg nur auf einem Gleis befahrbar. Die Bahn empfiehlt, sich vor Reiseantritt im Internet darüber zu informieren, ob der Zug pünktlich kommt.

In der Nacht waren einige Nord-Süd-Verbindungen unterbrochen gewesen. So fiel beispielsweise der Nachtzug zwischen Hamburg und Zürich aus. Auch auf der Verbindung zwischen Berlin und München stand die Nachtbahn still.

+++ 05.14 Uhr +++ Sturmflut auf Norderney

Der Scheitel einer ersten Sturmflut  hat am frühen Freitagmorgen die ostfriesischen Inseln erreicht. Der Höchststand bei Norderney wurde um kurz nach 1.00 Uhr überschritten. „Es sind bisher keine größeren Schäden aufgetreten“, sagte ein leitender Feuerwehrmann auf der Insel. Über den genauen Wasserstand konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hatte eine Höhe von 2,75 Metern über dem normalen mittleren Tidehochwasser prognostiziert.

So tobt der Orkan "Xaver" in Deutschland

Orkan "Xaver": Die Bilder von Donnerstag

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dpa/afp/mol

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