Der Papst in Deutschland: Das war der erste Tag

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Papst Benedikt XVI. bei der Heiligen Messe im Berliner Olympiastadion.

Berlin -  Papst Benedikt XVI. kommt zum Auftakt seines Deutschlandbesuches am heutigen Donnerstag in die Bundeshauptstadt Berlin. Alle Ereignisse hier zum Nachlesen:

Der Live-Ticker ist für heute beendet. Wir wünschen Euch eine gute Nacht!

20.20 Uhr: Mit dem ergreifenden Gesang "Großer Gott wir loben dich" geht die Messe im Berliner Olympiastadion zu Ende. Damit verabschieden wir uns für heute aus dem Live-Ticker. Wir wünschen Euch eine gute Nacht und melden uns morgen wieder zum zweiten Tag des Papstbesuchs in Deutschland aus Berlin, Etzelsbach und Erfurt.

Das Merkur Online-Tagebuch unserer Papst-Reporter vor Ort

19.57 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat die Gläubigen aufgerufen, sich von den Verfehlungen von Geistlichen nicht entmutigen zu lassen und der Kirche treu zu bleiben. “Manche bleiben mit ihrem Blick auf die Kirche an ihrer äußeren Gestalt hängen“, sagte der Papst am Donnerstag in seiner Predigt vor 70.000 Menschen im Berliner Olympiastadion. Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukomme, dass es in der Kirche “gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut“ gebe, “dann erschließt sich das große und schöne Mysterium der Kirche nicht mehr“.

Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

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Indirekt ging er auch auf die Forderungen nach grundlegenden Reformen in der Kirche ein: “Es verbreiten sich Unzufriedenheit und Missvergnügen, wenn man die eigenen oberflächlichen und fehlerhaften Vorstellungen von 'Kirche', die eigenen 'Kirchenträume' nicht verwirklicht sieht!“ Benedikt bezeichnete die Kirche als eine “Ort des Lichtes, der Hoffnung und Zuversicht, der Ruhe und Geborgenheit“.

Er betonte: “In Christus bleiben heißt, wie wir bereits gesehen haben, auch in der Kirche bleiben.“ Der Papst fügte hinzu: “Wir halten gemeinsam Stand gegen den Sturm und geben einander Schutz.“

19.55 Uhr: Schon seit drei Uhr nachmittags sind die ersten Menschen da - vereinzelte Pilger, katholische Pfadfinder, Pfarrer aus Polen, Christen aus Korea. In der Ostkurve, wo sonst der harte Kern der Hertha-Fans ihrer Bundesliga-Mannschaft zujubelt, haben sich Bayern eingerichtet. Sie alle erleben eine Messe, in der die Bilder stärker sind als die Worte.

19.51 Uhr: Die Botschaften Papst Benedikts bei der Heiligen Messe: "Wer glaubt ist nicht allein." Und: "Die Kirche ist das schönste Geschenk Gottes."

19.49 Uhr: Hat der Papstprotest sich selbst relativiert? Zum Vergleich: Laut Polizei demonstrieren 4.000 Menschen gegen den Papst. 70.000 Menschen sind zur selben Zeit bei der Heiligen Messe im Olympiastadion. Korrektur: Nach aktualisierten Angaben des Erzbistums Berlin nahmen an dem Gottesdienst im Olympiastadion 61 000 Menschen teil, nicht 70 000. Es waren zwar 70 000 Karten ausgegeben worden, aber rund 9000 Menschen blieben am Donnerstag daheim. Aber das Verhältnis 61.000 zu 4.000 spricht immer noch für sich.

19.34 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat die Katholiken aufgerufen, trotz Negativschlagzeilen zu ihrer Kirche zu stehen. “Manche bleiben mit ihrem Blick auf die Kirche an ihrer äußeren Gestalt hängen“, beklagte der Papst bei seiner Predigt im Berliner Olympiastadion. Auf den Missbrauchskandal ging er nicht direkt ein; er forderte die rund 70 000 Zuhörer aber auf, die Kirche nicht zu verlassen, sondern sich gegenseitig zu bestärken.

“So ist die Kirche das schönste Geschenk Gottes“, sagte der 84-Jährige. Sie dürfe nicht nur nach den Maßstäben und Gesetzen der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft beurteilt und behandelt werden. Wer tiefer sehe, könne erkennen, dass die Kirche als “universales Heilssakrament“ die Gläubigen mit Jesus Christus verbinde.

Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

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Kirchenfrust sei daher auch eine Folge falscher Erwartungen, predigte der Papst. “Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukommt, dass es in der Kirche gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut gibt, und der Blick auf das Negative fixiert bleibt, dann erschließt sich das große und schöne Mysterium der Kirche nicht mehr.“

Benedikt fügte hinzu: “Es verbreiten sich Unzufriedenheit und Missvergnügen, wenn man die eigenen oberflächlichen und fehlerhaften Vorstellungen von Kirche, die eigenen “Kirchenträume“ nicht verwirklicht sieht!“ Stattdessen sollten sich die Christen ermutigen: “Wir halten gemeinsam Stand gegen den Sturm und geben einander Schutz.“

19.15 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat die Rede Papst Benedikt XVI. im Bundestag als “denkwürdiges Bekenntnis zu den unveräußerlichen Menschen- und Freiheitsrechten“ bezeichnet. Das Kirchenoberhaupt habe “das rechte Wort am rechten Platz gefunden“ und einen Beitrag zur Besinnung “auf die Grundwerte unseres Rechtsstaats und unseres freiheitlichen Gesellschaftssystems“ geleistet, erklärte Rösler am Donnerstag. Die Betonung von Natur und Vernunft als Rechtsquellen verdiene Beachtung.

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19.07 Uhr: Überblick: Bewacht von einem hohen Polizeiaufgebot hat im Berliner Olympiastadion am Donnerstagabend die rund zweistündige Messe von Papst Benedikt XVI. begonnen. Der 84-Jährige wurde von etwa 70 000 Gläubigen begeistert gefeiert, als er zuvor mit dem Papamobil durch das Stadion fuhr. Der Papst segnete mehrere Babys, die ihm ins Papamobil gereicht wurden.

Die jubelnden Anhänger schwenkten Fahnen in den Vatikanfarben gelb-weiß, immer wieder kam langer Applaus auf. Die Messe sollten viele hundert Priester und Helfer mitgestalten.

Auch Bundespräsident Christian Wulff, Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) und viele Kabinettsmitglieder kamen zum Papst-Gottesdienst ins Stadion. Wegen eines drohenden Regenschauers wurden an Besucher Regenumhänge verteilt.

Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

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Berlins Erzbischof Rainer Maria Woelki nahm bei der Messe Bezug auf die abnehmende Bindung der Menschen an die Kirche. Im Olympiastadion sagte Woelki: “Heiliger Vater, Sie kommen heute in eine Stadt, in der nur noch etwa jeder Dritte einer christlichen Kirche angehört. Sie kommen in eine Stadt, die auch geprägt ist von Gottvergessenheit und von Atheismus.“ Allerdings suchten auch viele Menschen nach dem Glauben, sagte der Berliner Erzbischof. “Unsere Stadt ist also keine gottlose Stadt.“

19.05 Uhr: Geschenke für den Papst: Benedikt XVI. hat während der Messe im Berliner Olympiastadion ein Kunstwerk und einen Bauhelm bekommen.

Berlins Erzbischof Rainer Maria Woelki schenkte dem Papst das “Plötzenseer Diptychon“, das aus einem alten Fenster aus dem Gefängnis Berlin-Plötzensee gefertigt wurde. In dem Gebäudekomplex wurden während des Nationalsozialismus Todesurteile vollstreckt. Das zweiteilige Bild zeigt vor der Silhouette eines Hauses Namen von Tätern und Opfern.

Im Namen von jugendlichen Ministranten aus Berlin bekam das Kirchenoberhaupt auch einen Bauhelm geschenkt. “Sie wollen mitbauen am Reich Gottes, an seiner Kirche“, sagte Woelki.

18.46 Uhr: Berlins neuer Erzbischof Woelki begrüßt den Papst.

18.38 Uhr: FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle zur Rede des Papstes am Donnerstag im Bundestag: “Das hat er glänzend, in klaren, einfachen Strichen, für jeden verständlich, deutlich gemacht.“

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18.37 Uhr: Fast zeitgleich mit der Ankunft des Papstes im Olympiastadion sind am Donnerstagabend mehrere tausend Demonstranten durch das Zentrum Berlins gezogen. Die Polizei sprach von 4000 Teilnehmern, die Veranstalter von 10 000. Zuvor gab es eine Kundgebung am Potsdamer Platz. Ein Bündnis von knapp 70 Organisationen hatte unter dem Motto “Keine Macht den Dogmen“ zu der Kundgebung gegen den Papst aufgerufen. Die Demonstranten wollten zur Hedwigskathedrale, der Hauptkirche der Berliner Katholiken, ziehen. Der Protest am Brandenburger Tor war untersagt worden. Laut Polizei blieb es friedlich.

18.34: Deutsche Spitzenpolitiker sind auch bei der Heiligen Messe im Olympiastadion anwesend: Unter anderem Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff.

18.20 Uhr: Mit seiner Rede im Bundestag hat Papst Benedikt XVI. nach den Worten von CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt seinem Ruf als Brückenbauer alle Ehre gemacht. “Seine Worte haben Brücken geschlagen und uns als Abgeordnete an die Grundlagen unserer politischen Entscheidungen erinnert, nämlich Gerechtigkeit und Frieden“, sagte Hasselfeldt am Donnerstag. “Er hat uns zu Herzen geredet.“ Die Rede sei “einer der größten Momente der deutschen Parlamentsgeschichte“ gewesen, wofür sie außerordentlich dankbar sei. Dass Oppositions-Abgeordnete der Rede ferngeblieben seien, sei umso kleinlicher und beschämender.

Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

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18.18 Uhr: Rund 70.000 Gläubige haben Papst Benedikt XVI. zum Auftakt seiner Messe im Berliner Olympiastadion zugejubelt. Von seinem Papamobil aus winkte das Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend den begeisterten Besuchern zu. Mit dem schusssicheren Spezialfahrzeug legte der Pontifex eine kleine Runde in dem Stadion zurück, das nach Kirchenangaben bis auf den letzten Platz ausverkauft war.

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Der Papst bekam mehrere Babys in das Papamobil gereicht, die er segnete. Die vielen Gläubigen, die im Stadion bunte Fahnen schwenkten, kamen aus Deutschland und benachbarten Ländern.

Er herrschten hohe Sicherheitsvorkehrungen, das Stadion wurde streng bewacht. Im Zentrum Berlins protestierten am Donnerstag auch mehrere tausend Menschen gegen den Besuch des Papstes.

Gemeinsam mit 800 Priestern und Helfern wollte Benedikt XVI. einen feierlichen Gottesdienst gestalten. Allein 84 Kardinäle und Bischöfe hatten sich angemeldet.

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18.15 Uhr: Bei einem Treffen mit Vertretern des Judentums hat Benedikt XVI. vor der Heiligen Messe im Berliner Olympiastadion an den Holocaust erinnert. “Heute befinde ich mich an einem zentralen Ort der Erinnerung, der schrecklichen Erinnerung, dass von hier aus die Shoah, die Vernichtung der jüdischen Mitbürger in Europa geplant und organisiert wurde“, sagte der Papst laut Redemanuskript am Donnerstag in Berlin.

Die nationalsozialistische Schreckensherrschaft habe auf einem rassistischen Mythos gegründet: “Der 'allmächtige' Adolf Hitler war ein heidnisches Idol, das Ersatz sein wollte für den biblischen Gott“, sagte Benedikt. Mit der Verweigerung der Achtung vor Gott gehe immer auch die Achtung vor der Würde des Menschen verloren. “Wozu der Mensch, der Gott ablehnt, fähig ist, und welches Gesicht ein Volk im Nein zu diesem Gott haben kann, haben die schrecklichen Bilder aus den Konzentrationslagern bei Kriegsende gezeigt.“

18.06 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seiner Messe im Berliner Olympiastadion die rund 70.000 Gäste begrüßt. Im schusssicheren Papamobil fuhr der 84-Jährige am Donnerstag auf der Innenbahn einen sogenannten Giro, eine Runde, um den Gläubigen zuzuwinken. Im Anschluss wollte er gemeinsam mit 800 Priestern und Helfern einen glanzvollen Gottesdienst feiern. Allein 84 Kardinäle und Bischöfe hatten sich angemeldet. Das Olympiastadion, in dem sonst der Bundesligist Hertha BSC spielt, war Kirchenangaben zufolge bis auf den letzten Platz ausverkauft. Im Ausland war vor dem Papstbesuch besonders die Nazi-Vergangenheit des Stadions hervorgehoben worden. 

17.38 Uhr: Mit seiner sehr philosophischen Rede im Bundestag hat Papst Benedikt XVI. gleichwohl zweimal Heiterkeit im Plenum ausgelöst. Nachdem er die Ökobewegung seit den 1970er Jahren gelobt hatte, fügte er hinzu: “Es ist wohl klar, dass ich hier nicht Propaganda für eine bestimmte politische Partei mache - nichts liegt mir ferner als das.“ Dafür erntete Benedikt am Donnerstag Lachen und Beifall, nicht nur aus den Reihen der Grünen.

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Wenig später zitierte der Pontifex einen Satz des bedeutenden Rechtstheoretikers Hans Kelsen, den dieser im Alter von 84 Jahren gesagt hatte. “Das tröstet mich, dass man mit 84 Jahren offenbar doch noch etwas Vernünftiges denken kann“, meinte der selbst 84-jährige Papst unter erneutem Lachen der Abgeordneten und in Abweichung von seinem Redemanuskript.

Nach seiner Rede bekam Benedikt am Donnerstag im Plenum minutenlangen Beifall, auch die anwesenden Parlamentarier der Linken erhoben sich.

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17.29 Uhr: Unter diesem Link finden Sie die wichtigsten Passagen der Rede Benedikts XVI. vor dem Bundestag in Berlin zum Nachlesen.

17.15 Uhr: Eine philosophisch und theologisch höchst fundierte Rede hat der Papst im Bundestag gehalten. Auch als Stellvertreter Christi auf Erden bleibt Josph Ratzinger ein Professor. Professor Dr. Papst im Bundestag!  

17.13 Uhr: Standing Ovations für den Papst im Bundestag. Zahlreiche Abgeordnete zeigen sich höchst beeindruckt.

17.10 Uhr: Papst Benedikt XVI. betont: "Der Mensch macht sich nicht selbst!" und  "Wir müssen auf die Sprache der Natur hören!" Klare und wichtige Botschaften! 

17.05: Der Papst hält eine intellektuell tiefgehende und herausfordernde Rede zum Thema "Ethos und Recht". Das Auseinanderfallen von Ethos und Recht sei eine dramatische Situation.

16.59 Uhr: Der Papst betont, dass Recht die Grundlage der Politik sei. Benedikt XVI. zitiert dazu den Kirchenvater Augustinus: "Ohne Recht ist ein Staat eine große Räuberbande"

16.49 Uhr: Der Papst spricht jetzt am Rednerpult. Er rede vor dem Bundestag "auch als Landsmann", betont Benedikt.

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16.47 Uhr: Die Kardinäle Reinhard Marx, Karl Lehmann und Koachim Meisner werden gezeigt. Die Kirchenvertreter beobachten hinter den leeren Stühlen der Linken die Rede des Heiligen Vaters.  

16.45 Uhr: Lammert fordert einen Schritt zur Überwindung der Kirchenspaltung. Zur Erinnerung: Vor fast 500 Jahren haben sich die Protestanten von der offiziellen Amtskirche abgespalten. 

16.43 Uhr: Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) im Parlament: "Noch nie in der Geschichte hat ein Papst vor einem gewählten deutschen Parlament gesprochen.

16.39 Uhr: Benedikt XVI. ist zur ersten Rede eines Papstes im Plenarsaal des Bundestag eingetroffen. Mit Spannung wird erwartet, ob sich der 84- Jährige am Donnerstag im Parlament seines Heimatlandes auch zu aktuellen Themen wie etwa der Euro-Schuldenkrise äußert.

16.35 Uhr: Der Heilige Vater hat die Hände der Fraktionsvorsitzenden aller Parteien geschüttelt. Er wird sich nun zum Plenarsaal des Bundestages begeben.

16.26: Die Wagenkolonne  des Papstes ist soeben vor dem Bundestag eingetroffen. Benedikt XVI. wird vom Parlamentspräsidenten Norbert Lammert (CDU) empfangen.

16.17 Uhr: Die Wagenkolonne des Papstes fährt derzeit von der Apostolischen Nutiatur in Richtung Bundestag. Wurde doch nichts mit einem pünktlichen Beginn der Rede des Heiligen Vaters. Laut Programm sollte diese um 16.15 Uhr beginnen.

16.10 Uhr: In fünf Minuten soll die Rede des Papstes vor dem Deutschen Bundestag beginnen.

16 Uhr: So langsam füllen sich die Stuhlreihen des Deutschen Bundestages mit Abgeordneten. Die Rede des Heiligen Vaters beginnt um 16.15 uhr. 

15.57 Uhr: Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot haben sich Tausende Papst-Gegner am Donnerstagnachmittag zu einer Protestdemonstration in Berlin-Mitte versammelt. Sie kritisieren vor allem die aus ihrer Sicht menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes.

Initiiert worden war der Zug unter dem Motto “Keine Macht den Dogmen“ von einem Bündnis aus 67 Organisationen. Die Demonstrationsteilnehmer wollten vom Potsdamer Platz vorbei am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen über die Straße Unter den Linden zum Bebelplatz ziehen. Dort sollte es am Abend eine Abschlusskundgebung geben. Die Veranstalter erwarten bis zu 20.000 Teilnehmer.

15.40 Uhr: Für rund 5000 Pilger auf dem Weg zum Papst-Gottesdienst in Etzelsbach am Freitagnachmittag bedeutet Zusammenprall zweier Güterzüge in Bleicherode (Thüringen) zusätzlichen Aufwand. Der auf der Linie Halle-Göttingen 35 Kilometer östlich von Etzelsbach liegende Bahnhof Bleicherode bleibt nach Bahnangaben für einige Tage gesperrt. Die Organisatoren und die Bahn wollen nun für die von Osten und Norden per Bahn über diese Strecke anreisenden Pilger Ersatzbusse organisieren.

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Nicht betroffen seien die aus Richtung Kassel oder Erfurt anfahrenden Pilger sowie Gottesdienstbesucher, die mit dem Auto anreisen wollen. Sie könnten weiterhin bei Heiligenstadt und Leinefelde-Worbis fahren und von dort mit Shuttlezügen zu Haltepunkten in der Nähe der Wallfahrtskapelle Etzelsbach gelangen. Insgesamt werden dort 60.000 Besucher zu einer Marienvesper mit Benedikt XVI. erwartet.

Den Bildern nach hätte der Zusammenprall zweier Güterzüge in Bleicherode noch schlimmer ausgehen können. Es blieb Gottseidank bei stundenlangen Löscharbeiten an brennenden Benzinwaggons und nur leichten Verletzungen bei einem der Lokführer.

15.38 Uhr: Als Geschenk hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Papst Benedikt XVI. ein Notenblatt mit gregorianischen Gesängen aus einem deutschen Messbuch aus dem 14. bis 17. Jahrhundert überreicht. Der Papst revanchierte sich mit einer Majolika, einer Keramik, verziert mit einem Brunnenmotiv aus den vatikanischen Gärten.

15.35 Uhr: Anlässlich des viertägigen Deutschlandbesuches von Papst Benedikt XVI. hat Bundespräsident Christian Wulf dem Oberhaupt der katholischen Kirche ein ungewöhnliches Gastgeschenk gemacht: Eine Spende für Ostafrika. Das hat das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor am Donnerstag in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Der Bundespräsident sicherte die finanzielle Unterstützung für ein von Misereor gefördertes Projekt in der Hungerregion Ostafrika zu. Dabei handelt es sich um ein Wassermanagement-Projekt der Diözese Marsabit im Nordosten Kenias. Dort leiden die Menschen in besonderer Weise unter der Dürre.

15.33 Uhr: Noch eine Dreiviertelstunde bis zur umstrittenen Rede des Papstes vor dem Deutschen Bundestag. Um 16.15 Uhr soll Benedikt XVI. vor dem Parlament sprechen.

15.28 Uhr: Kurz vor dem Auftritt von Papst Benedikt XVI. im Bundestag gibt es weiterhin nur Schätzungen, wie viele Abgeordnete aus den Oppositionsfraktionen der Rede fernbleiben werden. Das berichtet das katholische Domradio in Köln. Ein Sprecher der Linksfraktion sagte, voraussichtlich würden doch mehr als die Hälfte der 76 Abgeordneten die Rede im Bundestag verfolgen. Bei der SPD-Fraktion und den Grünen hieß es, die genaue Zahl der Boykottierer sei noch nicht bekannt.

15.22 Uhr: Immer mehr Gläubige treffen im Berliner Olympiastadion ein. Noch kommt es laut Augenzeugenberichten aber nicht zum Gedränge. Bis zur Heiligen Messe mit dem Papst, die um 18.30 Uhr beginnen soll,

15.06 Uhr: Bombenspürhunde beschnüffeln das Rednerpult des Bundestags. Hier wird der Heilige Vater später sprechen. Die Rede soll um 16.15 Uhr beginnen.

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14.49 Uhr: Der rheinland-pfälzische Landtagspräsident Joachim Mertes (SPD) hat die bewusste Abwesenheit einer Reihe von Bundestagsabgeordneten beim Papstbesuch kritisiert. Es sei betrüblich, dass die angekündigte Rede des Pontifex am Donnerstag im deutschen Parlament in Berlin “sofort zu einem innenpolitischen Konflikt geführt hat“, sagte Mertes der Nachrichtenagentur dpa in Mainz.

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“Der Respekt sowohl vor einem Staatsoberhaupt als auch vor dem Oberhaupt der Katholiken hätte aus meiner Sicht ihre Anwesenheit geboten. Und das sage ich, obwohl ich mich als Katholik auch zum Beispiel über den Umgang der Kirche mit Geschiedenen und Wiederverheirateten oder mit Kondomen und Aids ärgere“, ergänzte Mertes. “Aber ich bin bewusst in der katholischen Kirche geblieben.“

14.20 Uhr: Freiburg wartet zum Papstbesuch mit Kaiserwetter auf. “Wir haben zum Wochenende eine richtig schöne Hochdrucklage mit viel Sonne“, sagte Meteorologin Mona Vetter vom Deutschen Wetterdienst in Stuttgart dapd. Eine Front mit Wolken ziehe am Freitag ab, danach lasse sich der Altweibersommer genießen.

Wenn sich der Frühnebel gelichtet habe, sei der Himmel am Samstag blau, die Temperaturen liegen um 23 Grad. Auch der Sonntag dürfte für Papst Benedikt XVI. und die Pilger weitgehend ungetrübt verlaufen, wenn die Meteorologen mit ihren Vorhersagen richtig liegen. “Es könnte sein, dass wir am Sonntag sogar die 25-Grad-Marke knacken“, sagte Vetter. Für das Abendgebet am Samstag haben sich bislang 27.000 Menschen angemeldet, beim Gottesdienst am Sonntag wollen mehr als 84.000 Gläubige dabei

13.53 Uhr: Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, beklagt eine zum Teil ungerechte und aggressive Kritik an Papst Benedikt XVI. Es sei “völlig legitim“ über Positionen der Kirche zu diskutieren, sagte Glück am Donnerstag dem Fernsehsender Phoenix. Teilweise würden aber “klischeehafte Vorstellungen“ verbreitet und dem Oberhaupt der Katholiken völlig unzutreffende Dinge unterstellt.

Manche Ausdrucksformen “mit einer mitunter doch fast fanatischen Intoleranz“ könne er nur schwer begreifen, sagte der ZdK-Präsident. Teilweise werde der Eindruck erweckt, als würde sich Benedikt auf dogmatischen Positionen zur persönlichen Lebensführung beschränken, sein Engagement für den Frieden hingegen werde verschwiegen.

13.52 Uhr: Papst Benedikt XVI. sieht die Proteste und die Opposition gegen seinen Deutschlandbesuch gelassen. “Das ist normal in einer freien und säkularisierten Gesellschaft“, sagte der Papst am Donnerstag auf dem Weg nach Berlin. Dagegen sei nichts zu sagen, wenn man es denn auf zivile Weise tue. Es gebe aber auch große Erwartungen und Sympathien für den Papst, fügte das Kirchenoberhaupt an.

13.46 Uhr: Nach dem Treffen mit der Kanzlerin dürfte Papst Benedikt XVI. Zeit nun für ein Mittagessen haben. Dieses war laut Programm für den Papstbesuch für 13.30 Uhr mit dem Päpstlichen Gefolge in der Katholischen Akademie angesetzt. Fraglich, ob das Essen tatsächlich pünktlich stattfand.

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13.32 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach ihrem Treffen mit Papst Benedikt XVI. den Anspruch der Politik zur Bewältigung der Finanzkrise betont. Sie habe mit dem Papst über die Finanzmärkte gesprochen und “über die Tatsache, dass die Politik schon die Kraft haben sollte, für die Menschen zu gestalten und nicht getrieben zu sein“, sagte Merkel nach der Unterredung am Donnerstag in der Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. Dies sei eine “sehr große Aufgabe in der Zeit der Globalisierung“.

Merkel sagte, sie habe mit Benedikt XVI. über aktuelle Themen gesprochen. “Europa interessiert den Papst sehr“, betonte die Kanzlerin. Sie habe sehr deutlich gemacht, dass die europäische Vereinigung für Deutschland unverzichtbar sei. Sie bedeute Wohlstand, Demokratie und Freiheit.

12.54: Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Berlin ist aus Polizeisicht bis zum Donnerstagmittag ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. “Wir sind zufrieden mit dem bisherigen Verlauf“, sagte Polizeisprecher Volker-Alexander Tönnies auf dapd-Anfrage. Die Polizei hat nach seinen Angaben umfangreiche Vorkehrungen für die Sicherheit des Staatsgastes getroffen. Insgesamt sind 6.000 Beamte von Bund und Ländern im Einsatz.

Berliner und Touristen mussten sich indes in Mitte, Charlottenburg und Neukölln auf heftige Verkehrseinschränkungen einstellen. An den Orten, die der Papst im Laufe des Tages besuchen sollte, waren weiträumige Absperrungen eingerichtet. Zudem gab es immer wieder kurzzeitige Sperrungen, wenn der Papst mit seiner Kolonne in der Stadt unterwegs war. Der Verkehr laufe aber gut, sagte der Polizeisprecher. “Wir haben den Eindruck, dass sich die Berliner auf die besondere Situation eingestellt haben“. Von Chaos könne keine Rede sein, fügte er hinzu.

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

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13.03 Uhr: Laut der offiziellen Seite zum Papstbesuch in Deutschland leben 390.000 Katholiken im Erzbistum Berlin. Davon leben 315.000 Katholiken in der Stadt Berlin. Die Katholiken machen einen Bevölkerungsanteil von rund 9 Prozent in der Hauptstadt aus.

12.48 Uhr: Bei der Begrüßung in Schloss Bellevue hat Papst Benedikt XVI. deutlich betont, dass er wegen Gott und des Glaubens wegen nach Deutschland gekommen sei - und nicht wegen politischer oder wirtschaftlicher Interessen: "Auch wenn diese Reise ein offizieller Besuch ist, der die guten Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Heiligen Stuhl weiter festigen wird, so bin ich nicht in erster Linie hierher gekommen, wie es andere Staatsmänner zu Recht tun, um bestimmte politische oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen, sondern um den Menschen zu begegnen und über Gott zu sprechen."

12.39 Uhr: Auf dem Flug von Italien nach Deutschland hat sich der Papst auch zum Thema Missbrauch geäußert. Das Internet-Portal katholisch.de zitiert aus der Ansprache des Kirchenoberhauptes vor Journalisten: "Ich kann verstehen, dass angesichts von Verbrechen wie dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester, Personen, die den Opfern nahestehen, sagen: Dies ist nicht meine Kirche, die Kirche ist eine Kraft der Humanität und Moral und wenn ihre eigenen Leute das Gegenteil tun, kann ich nicht mehr in dieser Kirche sein". Die Kirche müsse lernen, solche Skandale auszuhalten und jeden Missbrauch entschieden bekämpfen.

12.37 Uhr: Zeit zum Essen findet der Papst laut Reiseprogramm um 13.30 Uhr. Dann ist eim Mittagessen mit dem Päpstlichen Gefolge in der Katholischen Akademie vorgesehen.

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12.35 Uhr: In wenigen Minuten wird sich der Papst mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem ausführlichen Gespräch treffen. Die Begegnung findet statt am Sitz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin. Laut Programm für den Deutschlandbesuch des Papstes soll das Gespräch mit der der Kanzlerin um 12.50 uhr beginnen.

12.34 Uhr:“Wie die Religion der Freiheit bedarf, so bedarf auch die Freiheit der Religion“, sagte der Papst im Garten von Schloss Bellevue.

Freiheit brauche die Rückbindung an eine höhere Instanz. Im menschlichen Miteinander gebe es Freiheit nicht ohne Solidarität. Das gelte nicht nur für den Privatbereich, sondern auch für die Gesellschaft.

12.32 Uhr: Bundespräsident Christian Wulff am Donnerstag bei der offiziellen Begrüßung von Papst Benedikt XVI. in Berlin zur Ökumene: “Das Trennende zwischen den christlichen Kirchen bedarf der Begründung, nicht das Gemeinsame. Und deswegen haben wir hier noch sehr viel zu tun. “

12.05 Uhr: Der Papst nimmt sich für ein Treffen mit Vertretern der evangelischen Kirche am Freitag in Erfurt mehr Zeit als zunächst vorgesehen. Viele Katholiken und Protestanten wünschen sich ein besseres Miteinander der Kirchen. Vom Papst wird ein Anstoß für die Ökumene erwartet.

11.52 Uhr: Derzeit spricht Papst Benedikt XVI. unter vier Augen mit Bundespräsident Christian Wulff. Um 12.50 Uhr trifft sich das katholische Kirchenoberhaupt mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

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11.45 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs die Bedeutung der Religion für das Zusammenleben der Menschen betont. “Der Religion gegenüber erleben wir eine zunehmende Gleichgültigkeit in der Gesellschaft, die bei ihren Entscheidungen die Wahrheitsfrage eher als ein Hindernis ansieht und statt dessen Nützlichkeitserwägungen den Vorrang gibt“, sagte der Papst bei der offiziellen Begrüßungszeremonie im Park von Schloss Bellevue in Berlin.

Für das Zusammenleben bedürfe es aber einer verbindlichen Basis, sonst lebe jeder nur noch seinen Individualismus. “Die Religion ist eine dieser Grundlagen für ein gelingendes Miteinander“, betonte Benedikt XVI. Freiheit brauche die Rückbindung an eine höhere Instanz: “Dass es Werte gibt, die durch nichts und niemand manipulierbar sind, ist die eigentliche Gewähr unserer Freiheit.“

Im menschlichen Miteinander gehe Freiheit nicht ohne Solidarität: “Was ich auf Kosten des anderen tue, ist keine Freiheit, sondern schuldhaftes Handeln, das den anderen und auch mich selbst beeinträchtigt. Wirklich frei entfalten kann ich mich nur, wenn ich meine Kräfte auch zum Wohl der Mitmenschen einsetze.“

Das gelte nicht nur für den Privatbereich, sondern auch für die Gesellschaft. Die Welt bedürfe einer tiefgreifenden kulturellen Erneuerung und der Wiederentdeckung von Grundwerten, auf denen eine bessere Zukunft aufgebaut werden könne.

Auch wenn seine Reise ein offizieller Besuch der Bundesrepublik sei, sei er nicht in erster Linie nach Deutschland gekommen, um bestimmte politische oder wirtschaftliche Ziele zu verfolgen, “sondern um den Menschen zu begegnen und über Gott zu sprechen“.

11.40 Uhr: Offizielle Begrüßung: Bundespräsident Christian Wulff hat Papst Benedikt XVI. vor dem Schloss Bellevue in Berlin willkommen geheißen. Der Bundespräsident ist der Gastgeber des Papstes auf dessen viertägigem Staatsbesuch in Deutschland. Nach dem Empfang trug sich Papst Benedikt in das Goldene Buch des Schlosses ein.

Nach dem Abspielen der Nationalhymnen und einer militärischen Begrüßung durch das Wachbataillon der Bundeswehr richtete der Bundespräsident vor über 1000 geladenen Gästen im Schlosspark die Worte an den Papst. “Willkommen zu Hause, Heiliger Vater“, sagte Wulff. Langanhaltender Beifall begleitete die begrüßenden Worte.

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Wulff erinnerte an den christlichen Widerstand gegen den Nationalsozialismus und an den Beitrag der Kirchen für die Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas. Wulff hob vor allem die Leistung des früheren Papstes Johannes Paul II. beim Fall des Eisernen Vorhangs hervor.

Deutschland sei ein Land, betonte Wulff, “in dem der christliche Glaube sich nicht mehr von selbst versteht, in dem die Kirche ihren Ort in einer pluralen Gesellschaft neu bestemmen muss. Auch hier in unserer Bundeshauptstadt Berlin, wo Ihre Reise beginnt, ist das spürbar“, sagte er.

Wichtig sei, dass die Kirchen den Menschen nahe blieben, dass sie sich trotz Sparzwängen und Priestermangel nicht auf sich selbst zurückzögen. Kirche sei keine Parallelgesellschaft, sondern lebe mitten in der Gesellschaft. Deshalb stelle sich auch immer wieder die Frage: “Wie barmherzig geht sie mit den Brüchen in den Lebensgeschichten von Menschen um? Wie mit den Brüchen in ihrer eigenen Geschichte und mit dem Fehlverhalten von Amtsträgern?“

Damit spielte Wulff auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche an und auf die Situation wiederverheirateter Geschiedener, die sich die Teilnahme an der Kommunion wünschen.

Vor dem Besuch des Papstes hatte Wulff die Hoffnung auf eine Reform des kirchlichen Umgangs mit wiederverheirateten Geschiedenen geäußert, die bisher vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen sind.

Nach der festlichen Begrüßung war etwa eine halbe Stunde für ein Gespräch von Wulff und Benedikt unter vier Augen vorgesehen. Auch eine Begegnung mit der Familie des Bundespräsidenten ist geplant. Der Katholik Wulff ist in zweiter Ehe verheiratet. Mit seiner Frau Bettina hat er einen gemeinsamen Sohn, Linus (3). Frau Wulff hat ihren Sohn Leander (8) mit in die Ehe gebracht.

Nach dem Empfang im Schloss Bellevue trifft Papst Benedikt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Danach hält er eine Rede im Bundestag. Später am Tag ist eine Messe vor rund 70 000 Gläubigen im Olympiastadion vorgesehen.

11.37 Uhr: Papst Benedikt XVI. fühlt sich noch immer als Deutscher. Auf dem Weg zu seinem Staatsbesuch in Deutschland sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Donnerstag an Bord seines Flugzeugs, noch immer seien die meisten der Bücher, die er lese, in Deutsch geschrieben. Kulturelle Wurzeln könnten nicht abgeschnitten werden.

Mit Blick auf angekündigte Demonstrationen gegen seinen Besuch erklärte Benedikt, solange die Proteste friedlich blieben, seien sie in einer freien Gesellschaft in der säkularisierten Welt normal. Auf die Frage bezüglich Kirchenaustritten vor dem Hintergrund der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche sagte der Papst, er könne verstehen, dass einige Menschen schockiert über die Verbrechen seien, die in jüngerer Zeit aufgedeckt wurden. Zugleich erklärte er, sämtliche Gründe, warum Menschen aus der Kirche austräten, müssten untersucht werden.

11.31 Uhr: Nun spricht Bundespräsident Christian Wulff.

11.30 Uhr: Der CSU-Politiker Thomas Goppel wirft einigen Medien eine Hetzkampagne gegen den Papst vor. Am Donnerstag empörte sich Goppel über die Titelseite der Berliner Tageszeitung “taz“, die statt eines Fotos Benedikt XVI. ein Foto des spitzohrigen Jedi-Meisters Yoda aus den Krieg-der-Sterne-Filmen abdruckte.

Dazu sagte der Sprecher der ChristSozialen Katholiken in der CSU der Nachrichtenagentur dapd: “Wenn einige Redaktionen ihre Kampagnen gegen den Papst auf die Spitze treiben wollen, kann man das leider nicht verhindern.“ Er bedauere, dass eine ruhige und sachliche Diskussion über das christliche Menschenbild in Deutschland derzeit nur schwer möglich sei.

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11.27 Uhr: Der Empfang in Schloss Bellevue gefällt dem Papst sichtlich. Die Gäste begrüßen den Heiligen Vater mit lautem Beifall.

11.25 Uhr: Im Gegensatz zu anderen Staatsoberhäuptern wird der Papst die Ehrenformation der Bundeswehr nicht abmarschieren. Protokollarischer Grund: Dieses militärische Zeremoniell passt nicht mit seinem geistlichen Amt zusammen. 

11.23 Uhr: Nun spielt die Bundeswehr-Kapelle die deutsche Nationalhymne.

11.21 Uhr: Die Ehrenformation der Bundeswehr begrüßt den Papst nun mit Salutschüssen und der vatikanischen Nationalhymne. 

11.15 Uhr: Beifall brandet auf, als der Papst und der Präsident vor Schloss Bellevue treten. Wulff stellt dem Papst die geladenen Ehrengäste vor. Immer noch ist Beifall zu hören. Der Papst stellt dem Bundespräsidenten nun die vatikanische Delegation vor. 

11.13 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist nun in Schloss Bellevue eingetroffen. Er stellt sich für Fotos mit Bundespräsident Christian Wulff und dessen Frau Bettina auf. 

11.12 Uhr: Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat Papst Benedikt XVI. bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Tegel in bayerischer Tracht empfangen. Die CSU-Politikerin trug ein grünes Dirndl, als sie das Oberhaupt der katholischen Kirche gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Bundeskabinetts begrüßte. Aigner stammt wie Papst Benedikt XVI. aus Oberbayern.

11.06 Uhr: Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, startet mal wieder eine Verbalattacke. Dieses Mal geht es gegen Benedikt XVI.: "Ich sehe den Papst nicht als Popstar. Ich sehe ihn als relativ weltfremd. Er ist ein Problem für die Kirche", sagte Hoeneß der Frankfurter Rundschau zufolge. "Vielleicht sollte man mal über eine Altersbegrenzung nachdenken." Hier berichtet die tz über die Hoeneß-Angriffe.

11.04 Uhr: Ein schweres Zugunglück bei Bleicherode (Kreis Nordhausen) erzwingt für rund 5000 Pilger zur Papstmesse in Etzelsbach Alternativwege per Bus. Die Aufräumarbeiten im Bahnhof Bleicherode-Ost, wo zwei Gefahrgutzüge zusammengestoßen waren, würden einige Tage dauern, erklärte die Deutsche Bahn AG am Donnerstag. Betroffen seien diejenigen Pilger, die aus Richtung Halle und Nordhausen kämen. Insgesamt werden 60 000 Gottesdienstbesucher erwartet.

11.03 Uhr: Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, ist gerade vor Schloss Bellevue eingetroffen.

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

11.02 Uhr: Die Limousine mit dem Papst ist derzeit noch unterwegs in Richtung Schloss Bellevue, dem Amtssitz von Präsident Christian Wulff.

Zusammenfassung 11 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist zu seinem ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland eingetroffen. Die Maschine aus Rom landete am Donnerstag gegen 10.15 Uhr auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Bundespräsident Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßten das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem roten Teppich. Das Wachbataillon der Bundeswehr ehrte den deutschen Papst mit 21 Salutschüssen.

Benedikt XVI. sieht die Proteste und die Opposition gegen seinen Deutschlandbesuch gelassen. “Das ist normal in einer freien Gesellschaft“, sagte er schon auf dem Flug nach Berlin. Dagegen sei nichts zu sagen, wenn man es denn auf zivile Weise tue. “Ich komme freudig nach Deutschland“, sagte der Papst. “Ich bin in Deutschland geboren, die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden.“

Am Nachmittag wollte Benedikt als erster Papst eine Rede im Bundestag halten. Etwa 100 der 620 Parlamentarier kündigten an, der Rede fernzubleiben. Bei Spitzenpolitikern von SPD und CDU stieß dies auf Unverständnis. Papstgegner wollten während der Rede in Berlin demonstrieren.

Um 11.15 Uhr war die offizielle Begrüßung durch Wulff im Park von Schloss Bellevue geplant, anschließend ein Treffen mit Merkel, am Abend eine Messe im Olympiastadion. Weitere Stationen der viertägigen Reise sind Erfurt, das Eichsfeld (Thüringen) und Freiburg. 

10.51 Uhr: Die Kolonne mit der Papst-Limousine - eskortiert von Polizei-Motorrädern - ist losgefahren. 

10.46 Uhr: Der Papst ist nun in eine Mercedes-Limousine eingestiegen. Es geht in Richtung Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

Das Merkur-Online-Tagebuch der Papst-Reporter vor Ort.

10.39 Uhr: Auch  Mitglieder der deutschen Bischofskonferenz begrüßen den Heiligen Vater. Neben dem Rollfeld stehen viele Kinder, die kleine Vatikan-Flaggen schwenken.

10.38 Uhr: Stürmische Zeiten in  Berlin: Am Flughafen geht ein ziemlicher Wind.

10.37 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt dem Papst nun die Mitglieder ihres Bundeskabinetts vor, das sich am Roten Teppich versammelt hat.

10.35 Uhr: Jetzt marschiert der Heilige Vater die Gangway herunter. Unten wird er von Bundespräsident Christian Wulff empfangen.

10.34 Uhr: Jetzt ist der Papst auf der Gangway zu sehen. Die Bundeswehr empfängt das katholisch Kirchenoberhaupt mit Salutschüssen.

10.33 Uhr: Der Papst ist bereits im Hintergrund an seinem weißen Gewand zu erkennen.

10.32 Uhr: Die Ehrenformation der Bundeswehr ist vor dem Airbus aufmarschiert.

10.31 Uhr: Der Aitbus mit dem Papst ist gelandet. Papst Benedikt ist noch an Bord.

10.25 Uhr: Der Alitalia-Flieger mit Papst Benedikt XVI. landet jetzt in Berlin.

10.06 Uhr: Letzte Vorbereitungen auf dem Flughafen Berlin-Tegel: Ein Mann fegt den Roten Teppich. Viele Medienvertreter warten bereits auf dei Ankuft des Alitalia-Fluges mit dem Heiligen Vater.

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

9.59 Uhr: Der frühere Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) sieht großen Reformbedarf in der katholischen Kirche - auch im Verhältnis zu den Protestanten. Beckstein forderte die katholische Kirche am Donnerstag zu mehr Engagement für die Ökumene auf: “Aus meiner Sicht ist es dringend notwendig, dass gastweise Einladungen zum gemeinsamen Abendmahl zugelassen werden“, sagte Beckstein der Nachrichtenagentur dpa am Rande der CSU-Herbstklausur in Kloster Banz. Der CSU-Politiker wird am Freitag in Erfurt bei dem Ökumene-Treffen mit dem Papst dabei sein. Beckstein ist bekennender Protestant, hat kürzlich ein Buch über die zehn Gebote veröffentlicht und ist als Synodaler in der evangelisch-lutherischen Kirche in Deutschland aktiv.

9.32 Uhr: Vermutlich werden mindestens 6.000 Polizisten bereit stehen, wenn der Papst am heutigen nach Berlin kommt. Das schätzt katholisch.de, die offizielle Internetpräsenz der katholischen Kirche in Deutschland. Genaue Zahlen werden allerdings nicht veröffentlicht. Das katholische Kirchenoberhaupt genießt die höchste Sicherheitsstufe 1. Das ist laut katholisch.de ein "Status, den nur nur noch Präsident Barack Obama und wenige andere Persönlichkeiten haben".

9.23 Uhr: Der Linke-Vorsitzende Klaus Ernst fordert von Papst Benedikt XVI. während dessen Deutschlandbesuch ein Bekenntnis gegen die Todesstrafe. Ernst kritisierte am Donnerstag die Hinrichtung des US-Amerikaners Troy Davis in der Nacht zuvor als “Akt der Barbarei vor den Augen der Welt“. Er hoffe, “dass der Papst in seiner Rede dazu die richtigen Worte findet und ein deutliches Signal für die weltweite Ächtung der Todesstrafe aussendet“, sagte der Parteichef der Nachrichtenagentur dapd.

Der Papst soll am Nachmittag im Bundestag eine Rede halten. Er hatte sich in der Vergangenheit dafür ausgesprochen, das Todesurteil gegen Davis nicht zu vollstrecken. Davis soll 1989 einen Polizisten erschossen haben. Später kamen Zweifel an seiner Schuld auf.

9.00 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist auf dem Weg nach Deutschland. Die Sondermaschine der italienischen Fluggesellschaft Alitalia startete am Morgen nach Angaben des Flughafens Rom-Ciampino planmäßig in Richtung Berlin. Am Vormittag (10.30 Uhr) sollte das katholische Kirchenoberhaupt auf dem Flughafen Berlin-Tegel von Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt werden. Der viertägige Deutschlandbesuch führt den Papst zudem nach Erfurt, ins Eichsfeld und nach Freiburg.

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Deutschland freut sich auf den Papst: Die besten Bilder

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fro/dpa/dapd

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