Missgeschicke bei den Live-Ziehungen

Kugel zerbrochen, falsche Zusatzzahl: Das sind die besten Lotto-Pannen

Bei der wöchentlichen Live-Ziehung der Lotto-Zahlen läuft nicht immer alles glatt.
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Bei der wöchentlichen Live-Ziehung der Lotto-Zahlen läuft nicht immer alles glatt.

München - In 50 Jahren Lotto-Geschichte gab es schon so einige Live-Ziehungen. Keine Überraschung also, dass das ein oder andere Mal etwas schief gelaufen ist.

Mitte der Fünfzigerjahre liegt die Geburtsstunde des Lotto: Am 9. Oktober 1955 fand die erste Ziehung der Lotto-Zahlen überhaupt statt. Die wurde damals noch gar nicht live im Fernsehen übertragen, sondern fand um 16 Uhr in Hamburg statt. Das Waisenmädchen Elvira Hahn hatte die Ehre, die allerersten Lottozahlen überhaupt zu ziehen: 3 12 13 16 23 41.

Die Spielscheine musste damals sogar noch von Hand ausgewertet werden. Und, Ironie des Schicksals: Kein Lottospieler hat es an diesem Tag geschafft, sechs Richtige zu tippen.

Live ins Fernsehen schafften es die kleinen Kugeln erst zehn Jahre später, im September 1965. So blieb es dann bis ins Jahr 2013 - jeden Samstag wurden die Gewinnzahlen auf den Fernsehbildschirmen verkündet. Doch der technische Wandel machte natürlich auch vor den Lotto-Zahlen nicht halt. Seit 2013 ist das Lotto-Spektakel nur noch im Internet zu sehen. Jeden Mittwoch um 18:25 Uhr und jeden Samstag um 19:25 Uhr sitzen Lottospieler also gespannt vor dem PC. Und hoffen natürlich auf den großen Gewinn.

In über 50 Jahren Lotto-Geschichte läuft natürlich nicht immer alles glatt, das gehört zur Natur der Sache. Manchmal streikt die Technik, manchmal auch die Lotto-Fee. In den fünf Jahrzehnten fanden das wohl nicht alle Lotto-Spieler immer lustig.

Ziehung der Lottozahlen: Gebrochene Kugeln und kaputte Lotto-Trommeln

  • Mai 1984: Damals war es die Lostrommel, die beim Mittwochslotto im ZDF versagte. Eigentlich werden die sieben Kugeln durch Luftdruck nach draußen befördert, doch an diesem Tag funktionierte das einfach nicht. Die Ziehung musste verschoben werden, die Zuschauer waren sauer. Ein paar Stunden später wurden sie dann zunächst ins TV-Programm eingeblendet und noch ein paar Stunden später wurde die Ziehung wiederholt.  
  •  Februar 1999: Verunsichert waren die Zuschauer wohl, als im Februar 1999 bei der Lotto-Ziehung zum "Spiel 77" eine der Ziffern im Mischbehälter einfach zerbrach. Das passierte der Kugel mit der Zahl 6, kurz bevor die letzte Kugel, die 9, gezogen wurde. Es blieb also nichts anderes übrig als die Ziehung zu wiederholen. Und, wie sollte es anders sein, die 9 wurde natürlich nicht noch einmal gezogen - aus ihr wurde eine 8. All die Lotto-Jünger, die sich also schon über einen Gewinn mit der 9 in der Losung gefreut hatten, musste wohl oder übel einen Rückschlag verkrafte. Aber Regeln sind nun mal Regeln, meinte auch Lotto Hessen damals: "Das ist völlig rechtmäßig, sozusagen höhere Gewalt."
  • Juli 2002: Doch nicht immer ist eine Lotto-Kugel an einer Panne schuld. Im Juli 2002 gab die Lotto-Trommel während der Ziehung der Zahlen am Mittwochslotto den Geist auf. Kaputt ging sie wohl nach der Ziehung der ersten drei Kugeln. Da es ohne Trommel aber nun mal keine Lotto-Zahlen gibt, musste die Ziehung unterbrochen werden. Erst als ein Ersatzgerät herangeschafft wurde, ging es weiter und die restlichen Zahlen konnten gezogen werden.

Ziehung der Lottozahlen: Unaufmerksame Lotto-Fee

Im Mai 2002 lief alles rund: Die Technik versagte nicht und auch die Lotto-Kugeln blieben beim Herumwirbeln im Mischbehälter ganz. Alles war normal. Bis der Lotto-Fee Franziska Reichenbacher ein kleiner aber fataler Fehler unterlief.

Als Zusatzzahl wurde die 18 gezogen. Am Ende der Sendung wurde aber eine ganz andere Ziffer angezeigt - die 8. Und diese verkündete die Moderatorin auch, anstatt der gezogenen 18. Schuld war anscheinend aber nicht die Lotto-Fee, sondern die Regie.

Aufgrund einer technischen Panne musste die Zahl von der Regie durchgegeben werden und diese nannte der Moderatoren schlicht und weg die falsche Zusatzzahl. Das sorgte bei den Zuschauern natürlich für so einige Verwirrung.

Ziehung der Lottozahlen: Verstopfte Rohre

Die Panne am 3. April 2013 während der Mittwochslosung zählt wohl zu einer der Schwersten in der Lotto-Geschichte. Als die Ziehung der Zahlen losgehen sollte, rollten nicht alle Kugel in die Lotto-Trommel. Zwei hingen fest.

Das fiel zunächst aber niemandem auf und die Losung fand wie geplant statt. Erst ganze 22 Minuten nach der offiziellen Verkündung der Lotto-Zahlen wurde die Ziehung für ungültig erklärt. Und wie wir es schon kennen bei der Lotto-Ziehung: Wenn etwas nicht klappt wird die Ziehung wiederholt. Und so war es bei dieser Panne auch.

Die allerersten sechs Richtigen im Lotto wurden übrigens am 13. November 1955 gezogen. 

Ziehung der Lottozahlen: Kugeln fehlen

Im Sommer 2002 fehlten bei der Ziehung der Nordwestdeutschen Klassenlotterie (NKL) gleich 20 von insgesamt 100 Kugeln in einer Lostrommel. Das Missgeschick passierte, nachdem die echten Kugeln aus der Trommel für einen Film gegen "schönere" getauscht wurden. Nach den Dreharbeiten vergaßen NKL-Mitarbeiter aber beim Wiederbeladen der Trommel 20 Kugeln im Tresor. Der Fehler wurde erst Wochen später bemerkt. Laut NKL ist "keinem dadurch Leid entstanden." Die entsprechenden Gewinne seien öffentlich und unter staatlicher Aufsicht nachgezogen worden.

Melanie Paukner

Melanie Paukner

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