Flug von Amsterdam nach Malaysia

298 Tote: Boeing über Ukraine abgeschossen

Absturz MH17
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Bilder des Grauens: Die abgestürzte Maschine ist in umkämpftem Gebiet zerschellt.

Kiew - Eine Passagiermaschine mit 298 Menschen an Bord stürzt im Osten der Ukraine ab - es gibt keine Überlebenden. Die Trümmer des Flugzeuges liegen mitten im Kampfgebiet.

+++ Neben der EU fordert auch die Nato eine internationale Untersuchung des Absturzes der Passagiermaschine der Malaysia Airlines. „Es ist wichtig, dass sofort und ohne Behinderung eine umfassende internationale Untersuchung auf den Weg gebracht wird, um die Fakten festzustellen(...)“, erklärte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen am Donnerstagabend in Brüssel. Alle Informationen zum Absturz der Malaysia Airlines-Maschine MH 17 vom Freitag finden Sie hier.

+++ „Ich habe gehört, dass ich mich hier melden soll“, wird eine Angehörige eines Absturz-Opfers am Amsterdamer Flughafen zitiert. „Mein Schwager saß in der Maschine.“ Freunde und Familien möglicher Opfer wurden später in zwei Bussen in Begleitung einer Polizeieskorte zu einem nicht genannten Ort gefahren. Journalisten hatten dort keinen Zutritt. Dort sollten sie über das Unglück informiert werden, teilte der Flughafen mit.

Angehörige von Absturz-Opfern werden in Amsterdam zu einem Ort gefahren, an dem sie über das Unglück informiert werden.

+++ Am Amsterdamer Flughafen Schiphol haben sich rund 100 Angehörige von Passagieren der abgestürzten Unglücksmaschine versammelt. Ratlos, tief bestürzt und weinend meldeten sich Freunde und Verwandte am Donnerstagabend am Informationsschalter, wie das niederländische Fernsehen berichtete. +++

+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich schockiert über den Flugzeugabsturz gezeigt und eine umgehende und unabhängige Untersuchung gefordert. Merkel trauere um die Opfer des Absturzes der malaysischen Passagiermaschine, ihr Mitgefühl gelte den Angehörigen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Schockierend seien auch die mutmaßlichen Umstände, wonach das Flugzeug aus großer Höhe abgeschossen worden sein soll. „Sollte sich diese Nachricht bestätigen, so stelle sie eine weitere, tragische Eskalation des Konfliktes im Osten der Ukraine dar.“ +++

+++ Großbritannien hat eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates beantragt. Das Treffen werde wahrscheinlich am Freitagnachmittag (Ortszeit) am UN-Sitz in New York stattfinden, hieß es am Donnerstag aus Diplomatenkreisen.

Malaysia Airlines-Flugzeug abgestürzt - Bilder

Malaysia Airlines-Flug MH17 abgestürzt - Bilder

+++ Die Separatisten in der Ukraine erklären sich zu einer kurzer Feuerpause bereit. „Für die Bergungsarbeiten ist eine Waffenruhe nötig“, sagte einer der Sprecher der Aufständischen, Sergej Kawtaradse, am Donnerstag in Donezk. Der selbst ernannte Premierminister der nicht anerkannten „Volksrepublik“ Donezk, Alexander Borodaj, sprach sich für schnelle Gespräche mit der Führung in Kiew aus. „Wir sind zum vorübergehenden Waffenstillstand mit den Behörden bereit, um eine Untersuchung des Flugzeugunglücks zu ermöglichen“, sagte Borodaj. +++

+++ Dieses YouTube-Videosoll den Absturz der Maschine zeigen. +++

+++ An Bord des in der abgestürzten Maschine waren nach Angaben der niederländischen Regierung „viele Niederländer“. Das erklärte Justizminister Ivo Opstelten. Nach Angaben von Reiseveranstaltern hatten mehrere Dutzend Niederländer bei ihnen den Flug MH 017 gebucht, der um 12:15 Uhr aus Amsterdam abgeflogen war. Genaue Zahlen nannte der Minister nicht. „Es ist vieles noch undeutlich über den Hergang und die Umstände“, sagte der Minister im niederländischen Fernsehen. +++

+++ Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat eine internationale Untersuchung hinsichtlich des Absturzes gefordert. „Dass Hunderte völlig Unbeteiligte auf diese furchtbare Weise ums Leben kommen, versagt mir die Sprache“, sagte Steinmeier am Donnerstag bei einem Besuch in Mexiko-Stadt.„Wir erwarten, dass alles getan wird, um den Vorfall schnellstens aufzuklären. Die Separatisten müssen den Rettungs- und Sicherheitskräften unverzüglich Zugang zur Absturzstelle gewähren und eine unabhängige, internationale Untersuchung unverzüglich anlaufen.“ +++

+++ Die EU fordert eine internationale Untersuchung des Absturzes der Passagiermaschine der Malaysia Airlines. Es müsse freien Zugang zu der Absturzstelle geben, forderte die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton am Donnerstagabend in Brüssel. „Die Umstände müssen ohne Verzögerung aufgeklärt werden(...)“, so die Britin. +++

+++ Die New York Times beschreibt die schrecklichen Bilder von der Unglückstelle: Viele Tote seien noch angeschnallt und mit Flugzeugteilen verschmolzen. Überall lägen Finger, Ohren und Knochen herum. Zeugen sagen, die Maschine sei in der Luft explodiert.

+++ Der niederländische König Willem-Alexander hat den Angehörigen von Opfern des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen. „Ich bin tief bestürzt über die entsetzliche Nachricht vom Absturz des Fluges MH 017 über ukrainischem Gebiet“, heißt es in einer in Den Haag verbreiteten Erklärung des Hofes. „Wir fühlen sehr mit Angehörigen, Freunden, Kollegen und Bekannten der Opfer und mit all denjenigen, die noch im Ungewissen sind, ob ihre Nächsten an Bord der Maschine waren,“ heißt es in der Erklärung. +++

+++ Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben sich auf den Weg zum Wrack gemacht. Nach dem Eintreffen des Teams in der Nähe der Ortschaft Grabowo sollen die Beobachter eine Einschätzung der Lage abgeben, berichteten Medien in der früheren Sowjetrepublik am Donnerstag. Unterdessen gaben die prorussischen Separatisten bekannt, den Flugschreiber der Boeing 777-200 gefunden zu haben. „Die Black Box wurde sichergestellt“, sagte einer der Sprecher der Aufständischen, Konstantin Knyrik. +++

+++ Großbritanniens Premierminister David Cameron hat sich bestürzt über den Absturz gezeigt. „Ich bin schockiert und traurig“, teilte er am Donnerstagabend mit. Londoner Regierungsbeamte verschiedener Ressorts kämen zusammen, um die Faktenlage zu klären. +++

+++ US-Präsident Barack Obama hat „jegliche Unterstützung“ zur Aufklärung des Vorfalls versprochen. „Es sieht aus, als gebe es eine schreckliche Tragödie an der ukrainischen Grenze“, sagte Obama bei einer Rede im Bundesstaat Delaware.

+++ Ob auch Deutsche unter den Todesopfern sind, ist bislang unklar. Das Auswärtige Amt arbeite "mit Hochdruck daran, belastbare Informationen zu erhalten", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums am Donnerstagabend in Berlin. "Bisher liegen uns keine Erkenntnisse auf Deutsche unter den Opfern vor." Frankreichs Außenminister Laurent Fabius teilte mit, es seien mindestens vier Franzosen an Bord der malaysischen Maschine gewesen. +++

+++ „Das ist eine Tragödie dramatischen Ausmaßes, die die ganze Welt betrifft“, sagte Vitali-Klitschko der „Bild“-Zeitung. Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt „endgültig verstehen, dass es sich hier um einen Krieg handelt und Russland mit hochmodernen Waffen und ausgebildeten Kämpfern in diesen Krieg eingreift“. Seiner Ansicht nach müsse der russische Präsident Wladimir Putin dafür „endlich zur Verantwortung gezogen werden“. +++

+++ Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat nach dem Absturz eine Auslandsreise vorzeitig abgebrochen. „Ich bin zutiefst geschockt von den dramatischen Berichten“, heißt es in einer von niederländischen Medien verbreiteten Erklärung des Premier. Er habe bereits mit dem ukrainischen Präsidenten gesprochen. Mehrere Dutzend Niederländer hatten nach Angaben von Reiseveranstaltern den Flug MH 17 gebucht. Wie viele Niederländer tatsächlich an Bord waren, ist noch nicht bekannt. +++

Eine Passagiermaschine der Malaysia Airlines mit 295 Menschen an Bord ist am Donnerstag im Osten der Ukraine abgestürzt und in umkämpftem Gebiet zerschellt. Das berichteten russische und ukrainische Quellen übereinstimmend unter Berufung auf Sicherheitskreise. Es gab keine Überlebenden. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks machten sich die ukrainische Führung und die Separatisten gegenseitig für einen Abschuss der Passagiermaschine verantwortlich.

In Kiew warf Präsident Petro Poroschenko den Separatisten vor, die Boeing 777-200 des Flugs MH 017 der Malaysia Airlines am Donnerstag abgeschossen zu haben - wie zuletzt mehrere ukrainische Militärflugzeuge. Die ukrainische Luftwaffe habe mit der Tragödie nichts zu tun, teilte er mit. Poroschenko ordnete umgehend die Bildung einer Untersuchungskommission an. Er betonte, die ukrainischen Streitkräfte hätten mit dem Zwischenfall nichts zu tun. „Wir sind überzeugt, dass die Verantwortlichen für diese Tragödie zur Verantwortung gezogen werden.“

Poroschenko bezeichnete den Abschuss als „terroristischen Akt“. Poroschenko halte die Tragödie „weder für einen Zwischenfall, noch für eine Katastrophe“, sagte Präsidentensprecher Swjatoslaw Zegolko am Donnerstag.

Ein YouTube-Video soll den Rauch nahe der Unglückstelle zeigen

Die Maschine auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur sei auf einer Flughöhe von 10.000 Metern von einer Flugabwehrrakete abgeschossen worden, sagte Anton Geraschtschenko, Berater des ukrainischen Innenministeriums, nach Angaben der russischen Agentur Ria Nowosti. Alle 280 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder seien tot. Unter den Opfern waren auch Dutzender US-Amerikaner und Niederländer.

Hier sehen Sie den Absturzort des Fliegers (zum Vergrößern bitte Klicken).

Die prorussischen Kräfte hingegen warfen den ukrainischen Streitkräften den Abschuss vor. Die Boeing 777 sei nahe der Großstadt Donezk abgestürzt, sagte der selbst ernannte Premierminister der nicht anerkannten „Volksrepublik“, Alexander Borodaj. Die Aufständischen hätten keine Abwehrwaffen, um Maschinen in einer Höhe von 10.000 Metern abzuschießen. Es handele sich um eine „Provokation“ der ukrainischen Luftwaffe, sagte Borodaj.

Die Separatisten hatten zuletzt mehrfach zugegeben, ukrainische Kampfjets, Transportmaschinen und mehrere Hubschrauber abgeschossen zu haben. Nach offiziell unbestätigten Twitter-Berichten haben die Separatisten behauptet, ein Buk-Flugabwehrsystem im Verlauf der Kämpfe erbeutet zu haben.

Nach Geraschtschenkos Angaben wurde die Maschine von einer Rakete aus einem Buk-Flugabwehrsystem (Buk, Russ. Buche) getroffen. Das in den 80er-Jahren von sowjetischen Militärs entwickelte Lenkwaffen-System kann Ziele in Höhen bis zu 25.000 Metern treffen.

Rettungskräfte erreichten am Abend das Wrack des Flugzeugs in der Nähe der Ortschaft Grabowo. „Die Arbeiten werden davon erschwert, dass die Trümmer in großem Umkreis verstreut sind“, sagte der Sprecher des ukrainischen Notfalldienstes, Sergej Botschkowski. Zudem würden sich zahlreiche bewaffnete Separatisten an der Absturzstelle aufhalten.

Die malaysische Regierung bestätigte die Berichte über den möglichen Abschuss einer Passagiermaschine von Malaysia Airlines über der Ukraine vorerst nicht und rief stattdessen zur Ruhe auf. „Wir haben keine Bestätigung für einen Abschuss!“, schrieb Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein am Donnerstag auf Twitter. „Unser Militär wurde angewiesen, dies zu untersuchen.“

Die Boeing 777 hatte Amsterdam um 12.15 Uhr Ortszeit verlassen und sollte am Freitagmorgen um 6.10 Uhr malaysischer Ortszeit in Kuala Lumpur ankommen. „Malaysia Airlines bestätigt, dass sie von der ukrainischen Luftraumüberwachung informiert wurde, dass der Kontakt mit Flug MH17 um 1415 (GMT) etwa 30 Kilometer vom Tamak-Wegpunkt verloren ging, etwa 50 Kilometer vor der russisch-ukrainischen Grenze“, teilte die Fluggesellschaft über Facebook mit.

Malaysia trauert noch immer um die Opfer von Unglücksflug MH 370, der seit dem Start in Kuala Lumpur im März mit 239 Menschen an Bord verschollen ist.

In einer ersten Reaktion auf das Unglück übermittelte Kremlchef Wladimir Putin der malaysischen Regierung sein Beileid. Er sei traurig über die „Katastrophe über dem Territorium der Ukraine, die so viele Menschenopfer gekostet“ habe, schrieb Putin in einem am Donnerstag vom Kreml veröffentlichten Telegramm. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama, in dem eigentlich über die neuesten Sanktionen gegen Russland gesprochen wurde, informierte der Kremlchef den US-Präsidenten über das Unglück in der Ukraine.

Die Lufthansa reagierte umgehend auf das Flugzeugunglück in der Ukraine und änderte wie andere Fluggesellschaften auch ihre Flugroute nach Asien. Der ostukrainische Luftraum werde bis auf weiteres weiträumig umflogen, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt.

dpa/afp

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