Sie wollte nur ein Glas Wasser

Als McDonald's diese Obdachlose abweist, verändert das SEIN Leben

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Jonathon ist von Polly schwer beeindruckt. Er schreibt: "Ich war schockiert, wie gebildet sie ist und trotzdem hat sie gar nichts!"

Cardiff - McDonald's verweigerte der Obdachlosen Polly ein Glas heißes Wasser. Jonathon Pengelly konnte das nicht hinnehmen und kaufte so viel Essen, wie sie tragen konnten. Doch dabei blieb es nicht.

In der Nacht vom 2. Oktober 2016 stand ein junger Mann in der Schlange einer McDonald's-Filiale. Sein Name ist Jonathon Pengelly und er kommt aus Cardiff in Wales, England. Die Frau vor ihm in der Schlange sah offensichtlich aus wie jemand, der schon einige Zeit auf der Straße lebt. So schreibt es Jonathon später in seinem Facebookeintrag. Sie bestellte einen Becher heißes Wasser, doch der Mitarbeiter von McDonald's ging nicht auf ihre Bitte ein. "Ich weiß nicht, was in deren Köpfen vor sich ging. Diese Frau, die offensichtlich kein zu Hause hat, hat nur um ein schlichtes Menschenrecht gebeten. Es es einfach ekelhaft, wenn ein milliardenschweres Unternehmen wie McDonald's ihr ihre Bitte abschlägt," kommentiert Pengelly.

Er schildert genau, wie er die Begegnung erlebte:

"Es brach mein Herz, sie so zu sehen. Also redete ich mit ihr, bat sie, sich alles zu bestellen, was sie wollte. Ich erwartete, dass sie die ganze Karte bestellen würde, aber alles, was sie wollte, war ein einziger Cheese Burger und das war's. Ich war schockiert! Natürlich kaufte ich viel mehr, so viel wir tragen konnten. Ich wollte sicher gehen, dass sie nicht mehr hungern muss in dieser Nacht.

Ich konnte die Lady einfach nicht gehen lassen, sie war so liebenswürdig, also setzte ich mich zu ihr auf den kalten, harten Boden, mitten im Winter. Und wisst Ihr, was ich dann getan habe? Ich habe mir die Augen aus dem Kopf geheult.

Wisst Ihr, wenn die Menschen aus Cardiff einfach so an den Obdachlosen vorbeigehen würden, weil sie selbst kaum über die Runden kommen, könnte ich das verstehen. Aber es liefen sogar Leute an uns vorbei, die uns ausgelacht haben! Wenn Du das warst und Du das hier liest: Ich hasse Dich!

Ich hatte die Gelegenheit mit Polly und ihrem Freund zu sprechen und ich war wirklich erschrocken darüber, wie gebildet sie sind. So lebensfroh und sie haben einfach gar nichts! Ich habe Polly und ihren Freund dann zu mir nach Hause eingeladen und wir haben so viel Essen gekocht, dass Polly und ihre Freunde genug haben für die nächsten Nächte. Wir haben alles in Boxen gepackt und in ihre Tüten gesteckt.

Die beiden haben geduscht und ihre Zähne geputzt und alle beide sagten, sie hätten sich in ihrem Leben noch nie so wertgeschätzt gefühlt.

Ich bin kein Heiliger, aber dieser kleine Akt der Nächstenliebe hat mich um die 20 Pfund gekostet. Ich weiß, dass 90 Prozent der Menschen, die das hier lesen, ungefähr zehn Mal so viel an einem einzigen Tag verdienen...

Es kostet keinen Cent, freundlich zu sein und ich persönlich hoffe, dass viele Leute diesen Beitrag teilen, um mehr Aufmerksamkeit für heimatlose Menschen in Großbritannien zu schaffen.

Ich habe mit Polly telefoniert und ich habe ihr versprochen, dass sie nie wieder hungern oder frieren muss! Ich habe ihr Decken, Kissen und einen Rucksack voller Lebensmittel mitgegeben.

Wenn Du jemanden auf der Straße siehst, schau nicht von oben auf ihn herab, als wäre er ein Niemand. Du kennst seine Geschichte nicht und weißt nicht, was er durchgemacht hat. Denk mal drüber nach!

Es ist mir egal, wie lausig ich auf dem Foto aussehe, ich habe eben geweint.

Polly, du hast mich verändert! <3"

Sein Facebook-Eintrag erhielt bereits über 200.000 Likes und wurde über 44.500 Mal geteilt. Die über 20.000 Kommentare fielen überwiegend positiv aus: Leute erzählen von ihren eigenen Erfahrungen, die sie mit obdachlosen Menschen gemacht haben. Im September hatte ein kleines Mädchen im Netz ebenfalls für Begeisterung gesorgt. Ihr Vater filmte sie dabei, wie sie aus dem Restaurant marschierte und einem Mann, der auf einer Bank an der Straße saß, ihren gefüllten Teller mitsamt Besteck in die Hand drückte.

Laut der huffingtonpost äußerte sich McDonald's in einem Statement zu dem Vorfall in Cardiff. Polly habe demnach in der fraglichen Filiale Hausverbot, weshalb ihr der Service verweigert wurde. Es gebe keine McDonald's-Richtlinie, die das Verbannen von Obdachlosen aus den Restaurants rechtfertigen würde. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Polizei habe man sich gezwungen gesehen, gegenüber einiger Individuen ein Hausverbot in Cardiff auszusprechen, weil diese illegalen Aktivitäten nachgegangen seien oder sich asozial verhalten hätten."

Dass McDonald's auf Obdachlose nicht besonders gut zu sprechen ist, zeigten bereits einige Vorfälle in der Vergangenheit. In Frankreich gab es in einer Filiale Kündigungsdrohungen an Mitarbeiter, weil diese ihr Personal-Essen an Obdachlose weitergaben.

lg

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