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MH17: Rebellen versperren Zugang zur Absturzstelle

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Die Trümmer der am Donnerstag abgestürzten malaysischen Maschine MH 17.

Kiew - Nach dem Absturz der zivilen Maschine MH17 fordern internationale Vertreter eine lückenlose Aufklärung. Doch die prorussischen Rebellen versperren OSZE-Beobachtern den Zugang zur Absturzstelle.

Alle aktuellen Informationen und Erkenntnisse, lesen Sie hier in unserem neuen News-Ticker zum MH17-Absturz.

Alle News zu MH17 vom Freitag zum Nachlesen

+++Die 20. Internationale Aids-Konferenz in Melbourne soll trotz des Todes vieler Teilnehmer an Bord der über der Ukraine abgestürzten Maschine von Malaysia Airlines stattfinden. „Als Würdigung des Engagements unserer Kollegen im Kampf gegen HIV/Aids wird das Treffen wie geplant stattfinden und Gelegenheiten bieten, jener zu gedenken, die wir verloren haben“, erklärte die Internationale Aids-Gesellschaft IAS am Freitag in Melbourne.+++

+++Die EU hat wie beim Gipfeltreffen beschlossen die Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise verschärft. Es gelten nun auch gegen insgesamt 72 Russen und prorussische Ukrainer Einreiseverbote und Kontensperrungen. Die Entscheidung soll am Samstag im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden.+++

+++Russland hat bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats die Verantwortung für den Absturz eines malaysischen Passagierflugzeugs in der Ostukraine zurückgewiesen. Stattdessen machte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin am Freitag in New York die Regierung in Kiew verantwortlich.+++

+++Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat sich für eine uneingeschränkte Aufklärung des MH 17-Absturzes ausgesprochen. Jedoch hätten prorussische Separatisten ihnen den Zugang zur Absturzstelle verwehrt, teilte die Organisation in Wien mit. An der Aufklärung sind auch zwei Ermittler des Bundeskriminalamtes (BKA) beteiligt.+++

+++US-Präsident Obama hat eine sofortige Waffenruhe gefordert. Den Absturz bezeichnete er als "globale Tragödie" und "Skandal unsäglichen Ausmaßes". Zugleich forderte er die lückenlose Aufklärung des Vorfalls.+++

+++Kubas früherer Präsident Fidel Castro gibt sich nach dem jüngsten Putin-Besuch auf Kuba prorussisch: Er hat die ukrainische Regierung für den Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs MH 017 verantwortlich gemacht. Die Regierung in Kiew habe eine „außergewöhnlichen Provokation“ begangen, sagte er der kommunistischen Parteizeitung „Granma“.+++

Kanzlerin Merkel telefoniert mit Poroschenko

+++Eine Reporterin von Russia Today (RT) hat aus Protest gegen die Ukraine-Berichterstattung des staatlichen russischen Senders gekündigt. "Ich habe heute bei RT gekündigt. Ich habe großen Respekt für viele im Team, aber ich bin für die Wahrheit", schrieb die in London ansässige Journalistin Sara Firth am Freitag auf ihrem Konto @Sara_Firth beim Kurzbotschaftendienst Twitter. Zuvor hatte sie in einer Serie von Tweets dem Sender "Lügen" vorgeworfen, so dass sich schon mehrere Anhänger fragten, ob ihr Konto gehackt worden sei.

Ausgangspunkt war der Vorwurf eines Bloggers gegenüber einem anderen RT-Reporter, dieser lasse sich vom russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür bezahlen, dessen "Lügen" zum Absturz des Malaysia Airlines Flugs im Osten der Ukraine zu verbreiten, bei dem am Donnerstag alle 298 Menschen an Bord ums Leben kamen. Firth schrieb daraufhin: "Wir arbeiten tatsächlich für Wladimir Putin. Wir werden täglich aufgefordert, die Wahrheit völlig zu ignorieren und dann zu verschleiern." Sie würden bezahlt und müssten daher stets gehorchen.+++

+++In einem Telefongespräch haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko über die Lage nach dem Flugzeugabsturz über der Ostukraine beraten. Merkel und Poroschenko seien sich einig gewesen, dass gerade jetzt ein "nachhaltiger beidseitiger Waffenstillstand geboten" sei, "um das Unglück restlos aufklären zu können und weitere zivile Opfer zu vermeiden", erklärte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Poroschenko sei zu einem Waffenstillstand "unverändert bereit".

Einigkeit habe auch darüber bestanden, "dass Russland endlich seinen Einfluss auf die Separatisten deutlich und öffentlich geltend machen müsse, damit der Frieden eine Chance erhalte", erklärte Seibert. Sollten sich die Hinweise auf einen Abschuss bewahrheiten, stelle dies eine "weitere schwere Eskalation des Konflikts" dar.+++

OSZE-Team begutachtet Unfallstelle

+++Die EU-Kommission hat nach dem Absturz von Flug MH 017 über der Ostukraine mit 298 Menschen an Bord das Krisengremium für die Europäische Luftfahrt (EACCC) einberufen. Die Gruppe sei aktiviert worden, um die Auswirkungen auf den Luftverkehr zu koordinieren, sagte der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Siim Kallas, am Freitag in Brüssel.+++

+++Ein Team von 30 Experten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist am Freitagnachmittag an der Absturzstelle des Flugzeugs eingetroffen. Ein AFP-Reporter berichtete, prorussische Milizionäre hätten nach kurzen Verhandlungen den Inspekteuren Zugang zu der Unglücksstelle gewährt.+++

+++ Die Maschine MH 17 ist nach Informationen der USA wahrscheinlich von einer Boden-Luft-Rakete aus dem von prorussischen Separatisten besetzten Gebiet abgeschossen worden. „Wir können nicht ausschließen, dass russisches Personal beim Betrieb dieser Systeme geholfen hat“, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power.

+++ Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht weitreichende Konsequenzen für den Ukraine-Konflikt für den Fall, dass eine Konfliktpartei das abgestürzte Passagierflugzeug MH 17 abgeschossen hat. "Wenn sich im Zuge der Untersuchungen tatsächlich herausstellen sollte, dass eine der Konfliktparteien das Leben von Hunderten völlig Unbeteiligter auf dem Gewissen hat, so wäre das eine Untat außerhalb jeder Vorstellungskraft", sagte Steinmeier am Freitag bei einem Besuch in Mexiko-Stadt. "Diejenigen, die das zu verantworten hätten, haben kein Recht mehr, ihre eigenen Anliegen im Namen der Menschlichkeit einzufordern."

+++ Im abgestürzten Flugzeug MH 17 saßen auch zwei treue Fans von Newcastle United. Sie waren auf dem Weg zu Testspielen des englischen Fußball-Erstligisten in Neuseeland. „John Alder und Liam Sweeney waren bekannte Gesichter bei jedem Auswärtsspiel, sie haben auch Begegnungen der zweiten Mannschaft besucht. Wie haben mit großer Trauer von ihrem Tod erfahren“, teilte United am Freitag mit. Die beiden Fans wollten Newcastle bei seiner Tour durch Neuseeland in der kommenden Woche begleiten. Bei den Partien gegen den FC Sydney und Wellington Phoenix wird die Mannschaft nun mit Trauerflor spielen. Auch beim ersten Saisonspiel gegen Manchester City am 17. August soll der beiden Anhänger gedacht werden.

Die Mythenbildung hat schon begonnen

+++ Die Spekulationen um die Hintergründe der Flugkatastrophe um die Malaysia Airline MH 17 treibt skurrile Blüten: In Moskau verbreitete am Freitag das staatlich kontrollierte Fernsehen die These, das Flugzeug des russischen Präsidenten Wladimir Putin könnte das eigentliche Ziel der möglicherweise abgefeuerten Rakete gewesen sein. Der Sender Russia 24 zitierte einen Vertreter der zivilen Luftfahrt mit dem Hinweis, das Logo auf dem malaysischen Flugzeug "sieht aus wie die russische Trikolore".

Der niederländische Aids-Forscher Joep Lange, hier während einer Konferenz in Paris im Juli 2003, ist eines der Opfer des Flugzeugabsturzes über der Ostukraine.

+++ Zahlreiche Aids-Experten und deren Angehörige sind beim Absturz der Maschine MH 17 ums Leben gekommen - möglicherweise über 100. Sie waren auf dem Weg zum Welt-Aids-Kongress, der an diesem Sonntag im australischen Melbourne beginnt. Unter den Opfern sind der renommierte Forscher Joep Lange aus den Niederlanden und zahlreiche Aids-Aktivisten .„Wir sind zutiefst schockiert“, teilte UNAIDS-Exekutivdirektor Michel Sibidé mit. „Der Tod so vieler Menschen, die sich dem Kampf gegen das HI-Virus verschrieben hatten, ist ein großer Verlust für die Bewegung.“  

+++ Wladimir Putin hat indes die Hoffnung auf eine Lösung des Ukraine-Konflikts geäußert. Er stehe mit seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko "in Kontakt", sagte Putin am Freitag bei einem Treffen mit dem Oberhaupt der russische-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill. Er hoffe, "dass wir es schaffen", allen Menschen in der Ukraine einen Weg aufzuzeigen, der "zu einem endgültigen, vollständigen und langfristigen Frieden in dem Land führt", sagte Putin.

+++ Wurde die Maschine wirklich abgeschossen? Drohen neue Sanktionen? Was bedeutet die Tragödie für den Konflikt zwischen Rebellen und ukrainischer Armee insgesamt? Nach der Tragödie um Flug MH 17 bleiben viele Fragen.

+++ Das über der Ukraine abgestürzte Passagierflugzeug MH 17 ist nach Angaben von US-Geheimdiensten sehr wahrscheinlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden. Das geht nach Angaben des Senders CNN aus einem vorläufigen Geheimdienstbericht hervor.

Angebliches Absturz-Video aufgetaucht

+++ Im Internet ist ein Video aufgetaucht, das angeblich den Absturz der Maschine MH 17 zeigt: Auf der Facebook-Seite "Friends of BN - Barisan Nasional" sind die erschütternden Bilder am Freitagmittag gepostet worden.

+++Auch der Papst hat seine Bestürzung über den tragischen Absturz mitgeteilt: Er bete für die Opfer und ihre Familien, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Vatikan. Zugleich appellierte der Papst an die Konfliktparteien in der Ukraine, Verhandlungen für eine friedliche Lösung des Konflikts aufzunehmen, um weitere Verluste von Menschenleben zu verhindern.

+++ Auch der russische Präsident Wladimir Putin fordert eine "umfassende und objektive Untersuchung aller Ursachen" des Flugzeugabsturzes. Außerdem sprach er den Niederländern sein Beileid aus.

+++ Am Freitagmittag meldet sich der Malaysische Ministerpräsident Najib Razak zu Wort: "Wir müssen und werden genau herausfinden, was mit diesem Flug geschehen ist. Wenn sich herausstellt, dass das Flugzeug tatsächlich abgeschossen wurde, bestehen wir darauf, dass die Täter schnell vor Gericht gestellt werden."

Schwer bewacht wird der selbsternannte Minister der Republik Donezk, Alexander Borodai: Er besucht die Unglücksstelle, an der Flug MH 17 abgeschossen wurde. 298 Menschen kamen dabei ums Leben - sie waren auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur.

+++ Alexander Borodai, selbsternannter Minister der nicht anerkannten Republik Donezk, besucht - schwer bewacht - den Unglücksort, an dem Flug MH 17 abgeschossen wurde.

+++ Die Lufthansa fliegt nach der Katastrophe um Flug MH 17 nicht mehr über den ostukrainischen Luftraum. Am Donnerstag wurden vier Maschinen umgeleitet.

+++ Der Niederländer Barry Sim und seine Frau, der Radprofi Maarten de Jonge, eine Familie, die nach Australien wollte - sie alle können ihr Glück kaum fassen: Nur weil sie für Flug MH 17 keine Tickets mehr bekamen oder später fliegen wollten, haben sie überlebt. Laut Spiegel Online ist de Jonge dem Tod damit schon ein zweites Mal entkommen. Auch bei der immer noch verschollenen Maschine des Malaysia-Airlines-Fluges MH 370 wäre er beinahe unter den Passagieren gewesen.

+++ Die Europäische Union geht davon aus, dass das Flugzeug MH17 abgeschossen wurde. "Die ersten Einschätzungen auf Grundlage der Verbreitung der Trümmer über mehrere dutzend Kilometer scheinen die Annahme zu bestätigen, dass dieses Flugzeug abgeschossen wurde", sagte ein ranghoher EU-Vertreter am Freitag in Brüssel. Wer jedoch dahinter stecke, müsse durch eine Untersuchung geklärt werden.

Tragisches Posting auf Facebook

"Sollten wir verschwinden, so sieht es aus." Das postete ein niederländischer Passagier vor dem Start des Fluges MH 17 auf Facebook.

+++ Besonders deutlich wird die Tragik des Absturzes auf Facebook: Wie meedia.de berichtet, postete ein niederländischer Passagier kurz vor dem Start am Flughafen Schiphol in Amsterdam ein Foto der Maschine MH 17. Darunter schrieb er: "Sollten wir verschwinden, so sieht es aus." Die Anspielung auf den Flug MH370, der im März bis heute spurlos verschwunden ist, bekommt nun eine besonders bittere Note - denn auch diesmal ist es wieder ein Flugzeug der Malaysian Air, das von einer Katastrophe betroffen ist.

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Separatisten kündigen nach Absturz Waffenruhe an.

Australien fordert UN-Resolution zu Absturz.

Russisches Posting verschwindet aus Netz.

+++ Nach dem Absturz der MH 17 steht Holland unter Schock: 154 Niederländer kamen bei der Katastrophe in der Ukraine ums Leben. König Willem-Alexander zeigte sich ebenfalls tief schockiert: "Ich bin tief traurig über diese schreckliche Nachricht."

+++ Nach Ansicht der Experten kann die abgestürzte Malaysia Airlines-Boeing MH 17 nur von einer hoch komplexen Waffe abgeschossen worden sein. Das berichtete die Zeitung Wall Street Journal am Freitag. Tragbare Raketen, die von der Schulter abgefeuert werden, reichten nicht aus, ein Verkehrsflugzeug in 10.000 Metern Höhe abzuschießen. Dafür sei eine Boden-Luft-Rakete nötig.

+++ Nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines sind unter den 298 Todesopfern 154 Niederländer, 43 Menschen aus der Boeing MH 17 aus Malaysia (einschließlich der 15 Besatzungsmitglieder und zwei Kinder), 27 Australier, 12 Indonesier (darunter ein Kind), 9 Personen aus Großbritannien, 4 Deutsche, 4 Belgier, 3 Philippiner sowie ein Kanadier. Von 41 Menschen konnte die Nationalität noch nicht festgestellt werden.

MH 17: Die Angehörigen der Opfer trauern

MH 17: Die Angehörigen der Opfer trauern

+++ Schauspieler Jason Biggs hat mit einem Tweet einen Shitstorm gegen sich ausgelöst. Nach dem Unglück der Boeing MH 17 fragte der "American Pie"-Star via Twitter, ob jemand seine Flugmeilen der Unglücksfluggesellschaft kaufen wolle. Danach musste er wüste Beschimpfungen über sich ergehen lassen.

+++ Am Donnerstag hat sich in der Ostukraine ein fürchterliches Unglück ereignet. Offenbar ist eine Maschine der Malaysia Airlines, eine Boeing MH 17, mit 298 Menschen an Bord abgeschossen worden. Es gibt keine Überlebenden. Leichenteile fanden sich noch 15 Kilometer vom Unglücksort entfernt, den Rettern bot sich ein Bild des Grauens.

Malaysia Airlines MH 17 abgestürzt

Malaysia Airlines-Flug MH17 abgestürzt - Bilder

pak/mes/dpa/afp

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