Hinrichtung in den Alpen

Camping-Massaker: War es ein Auftragsmord?

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Das Auto, in dem die Urlauber starben, wird abtransportiert.

Annecy - Vier Menschen mussten auf einem Parkplatz in den französischen Alpen sterben. Die Motive für den Mord sind völlig unklar. Immer mehr Details werden zu den Opfern bekannt.

Bei den Getöteten handelt es sich offenbar um die Familie von Saad H., einem Ingenieur und Berater für Luftfahrtindustrie, der in einem Vorort von London lebte. Saad H. (50), seine Frau Iqbal (47, Zahnärztin), und seine 77 Jahre alte Mutter wurden durch gezielte Kopfschüsse getötet. So auch der Radfahrer Sylvain M., der tot neben dem BMW gefunden wurde. Die zwei kleinen Töchter Zehab (7) und Zeinab (4) überlebten das grausame Massaker. Das schwer verletzte siebenjährige Mädchen wurde in ein künstliches Koma versetzt.

Aber was war das Motiv der Tat? Waren professionelle Mörder am Werk? In der britischen Presse kursieren Gerüchte - möglicherweise aus politischen Gründen, da der Familienvater aus dem Irak stammte.

Wie die "Daily Mail" berichtet, wurden Saad H. und seine Familie vom Geheimdienst überwacht. Laut Freunden des Paars hatte die Familie keine Feinde. Ein Nachbar lässt gegenüber der Zeitung jedoch Gerüchte über ein tiefergehendes Problem aufblitzen: "Es gibt eine Kleinigkeit, über die ich aber noch nicht bereit bin, zu sprechen", so der Mann. "Er (Saad H., die Red.) erzählte mir von einem Problem, das er hat. Ich habe der Polizei gesagt, was ich weiß."

Der „Independent“ zitierte einen Freund mit den Worten, die Familie sei „Hals über Kopf“ in die Ferien gefahren. Er habe den 50-Jährigen noch auf eine Tasse Kaffee treffen wollen und ihn deswegen angerufen. Am Telefon habe er ihm gesagt, dass er schon nicht mehr auf der Arbeit sei. War das Massaker etwa ein Auftragsmord?

Man prüfe einen möglichen Streit um Geld zwischen einem der Opfer und seinem Bruder, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Annecy. Dabei sei jedoch Vorsicht geboten. Dies sei eine von mehreren Spuren. Die Staatsanwaltschaft sollte am Freitag oder am Samstag über erste Ergebnisse berichten.

Allerdings sagte ein Freund der Familie von H., der Vater der beiden Brüder Saad und Zaid sei erst vor kurzem in Spanien gestorben. Danach soll es britischen Presseberichten zufolge zu einem Streit um das Erbe gekommen sein. Die Polizei sucht nun nach einem Auto, das vom Tatort wegfuhr. Eine Frau berichtete am Donnerstagabend im Fernsehsender BFMTV von einem weißen Fahrzeug, das ihr mit hoher Geschwindigkeit entgegen gekommen sei.

Britische Familie in Frankreich ermordet

Britische Familie in Frankreich ermordet

In Frankreich geht das Rätselraten weiter. „Wir wissen nicht, warum diese Menschen getötet wurden“, sagte Staatsanwalt Eric Maillaud. Es sei mit mindestens einer Automatikpistole "sehr, sehr" oft geschossen worden.  Ungefähr 15 Patronenhülsen wurden am Tatort gefunden. „Sicher ist, dass jemand töten wollte.“

Man werde versuchen, die zwei überlebenden und schwer geschockten Mädchen „vorsichtig“ zu befragen, hieß es. Die Staatsanwaltschaft in Annecy sollte am Freitag oder am Samstag über erste Ergebnisse berichten. Auch ein Aufruf nach Zeugen soll gestartet werden, meldete der französische Rundfunk.

Die grausame Tat ist kein Einzelfall: Immer wieder erschütterten Europa Mehrfachmorde, bei denen oftmals Kinder zu Zeugen wurden.

mm/dpa/dapd

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