Grausame Tat

Mord mit Metall-Safe: Mörder gesteht vor Gericht

Dem Angeklagten Maik N. werden am 09.11.2015 zu Beginn des ersten Verhandlungstages am Landgericht in Frankfurt (Oder) (Brandenburg) die Handschellen abgenommen. Nach einem tödlichen Angriff in einem Garten bei Berlin begann am selben Tag der Mordprozess. Ein 44-Jähriger soll im April in der Gemeinde Schorfheide im Streit einen Tresor gegen den Kopf eines 59-Jährigen geschleudert und ihn anschließend mit einer Mistgabel traktiert haben. Den Toten soll er danach zusammen mit einer mitangeklagten Frau mit Benzin übergossen und verbrannt haben. Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Der Angeklagte Maik N. vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Grausame Attacke in einem Garten bei Berlin: Jemand schleudert einen kiloschweren Safe auf einen Mann, der an seinen Verletzungen stirbt. Die Leiche wird später verbrannt. Der Hauptangeklagte beschreibt zum Prozessauftakt die Tat.

Als ein Mann zu seinen Bekannten in einen Garten nordöstlich von Berlin kommt, weiß er nicht, dass ihm ein „Denkzettel“ verpasst werden soll. Dafür, dass der 59-Jährige bei einigen Schulden gemacht und sich durchgeschnorrt habe - so beschreibt es die Angeklagte am Montag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Frankfurt (Oder).

Der Mann bekommt ein mit Urin vermischtes Bier zu trinken. Aber der Abend im April gerät irgendwann außer Kontrolle: Die 27-Jährige gibt zu, das Opfer im Streit geschlagen zu haben. Und der 44 Jahre alte Hauptangeklagte beschreibt, wie er danach einen kiloschweren Metall-Safe auf den Mann geschleudert habe. Das Opfer stirbt. Die Leiche wird später im Garten verbrannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Maik N., dem Ex-Mann der 27-Jährigen, Mord vor. Er habe mit seiner Attacke in seinem eigenen Garten in der brandenburgischen Gemeinde Schorfheide vermeiden wollen, dass das Opfer seine Ex-Frau wegen der Schläge anzeigt.

Der dunkel gekleidete Angeklagte beschreibt ausführlich die grausamen Szenen, die sich an dem Abend vor sieben Monaten abspielten. Demnach fällt das Opfer bei der Attacke der Frau in eine knietiefe Grube, die sonst als Feuerstelle benutzt wird. Maik N. schildert, wie er den neben der Grube platzierten Tresor gegriffen habe.

„Ich habe in dem Moment nicht hingeguckt“, erzählt er. „Ich habe den Tresor einfach hochgehoben und runtergeworfen.“ Der rund 17 Kilogramm schwere Safe habe den Kopf des Opfers getroffen, das anschließend starb. „Dann sind wir losgefahren, Alkohol trinken.“ Neben seiner Ex-Frau sei ein weiterer Bekannter auf dem Grundstück gewesen, der aber nicht angeklagt ist.

Als der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs fragt, warum der für Wände gedachte Einbautresor überhaupt an der Grube stand, gibt der 44-Jährige an, dass die Tür geklemmt habe und er sie durch die Wärme eines Feuers wieder habe beweglich machen wollen. Den Safe habe er mal auf dem Schrott gefunden. Auf die Frage, warum er den Mann damit attackierte, sagt er: „Weiß ich nicht so genau.“

Am nächsten Tag, so beschreibt der Angeklagte es, habe er dann Äste auf die Leiche gelegt, Benzin darüber gegossen und alles angezündet. Den ganzen Tag hätten die drei das Feuer brennen lassen. Danach hätten sie das Grundstück verlassen. „Wir hatten den Plan zu flüchten“, sagt Maik N. „Wir waren uns alle sicher, dass wir nicht mehr aus der Haft rauskommen.“ Später offenbarte er sich nach eigenen Angaben einer Nachbarin und wurde schließlich festgenommen.

Die Angaben weichen in Teilen von der Anklage ab. Unter anderem soll der 44-Jährige das Opfer auch mit einer Mistgabel traktiert haben, was er jedoch abstreitet.

Den Aussagen zufolge war am Tattag eine Menge Alkohol im Spiel. Als der Staatsanwalt die Anklage verliest, spricht er sich für die Unterbringung des 44-Jährigen in einer psychiatrischen Einrichtung aus. Die Anklagebehörde sieht auch eine verminderte Schuldfähigkeit. Hintergrund sei die Alkoholabhängigkeit des Mannes.

Das Landgericht hat für den Prozess weitere Verhandlungstermine bis Ende November geplant.

dpa

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