Moskau trauert um 22 Opfer

Erschütternde Bilder aus der Unglücks-Metro

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Die Trümmerteile nach dem U-Bahn-Unglück in Moskau.

Moskau - Nach dem schwersten U-Bahn-Unglück in der Geschichte der Moskauer Metro hat die russische Hauptstadt mit einem Tag der Trauer der 22 Toten gedacht. Neue Bilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung.

Bilder aus dem U-Bahn-Tunnel und aus dem Inneren der Waggons zeigen pure Zerstörung: Eisenstangen, elektronische Leitungen, Zugtüen - die Trümmer der Metro stapeln sich meterhoch im U-Bahn-Schacht der Stationen „Slawjanski Boulevard“ und „Park Pobedy“.

Neben den 22 Todesopfer starb bei dem Metro-Unfall ein weiterer Passagier an seinen Verletzungen, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Unter den insgesamt noch 150 Menschen in den Krankenhäusern der Stadt seien Dutzende Schwerverletzte, teilte das Gesundheitsministerium mit. Bei einigen bestehe Lebensgefahr.

An den Metro-Stationen „Slawjanski Boulevard“ und „Park Pobedy“ dauerten die Reparaturarbeiten an und sollten bis Mittwochabend abgeschlossen sein. Waggons der U-Bahn waren am Vortag in dem Tunnel zwischen den Haltepunkten entgleist. Die Ermittler gehen von einer technischen Ursache für das Unglück aus.

Medien berichteten, dass in der Nacht zum Dienstag an den Weichen gearbeitet worden sei. Möglicherweise könnte ein fehlerhafter Stellmechanismus an der Weiche zum Entgleisen der Waggons geführt haben. Der Verdacht richtet sich gegen Arbeiter sowie einen Metro-Mitarbeiter, der nach Abschluss der Arbeiten die Anlage nicht noch einmal überprüft habe, berichtete das Internetportal „lifenews.ru“.

Zwei technische Angestellte der Metro seien als Verdächtige festgenommen worden, teilte der Sprecher der nationalen Ermittlungsbehörde, Wladimir Markin, mit. Gegen die Männer werde wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften ermittelt. Die Verdächtigen sollen Unternehmen und Subunternehmen mit den Arbeiten an den Weichenstellanlagen beauftragt haben. Diese Unternehmen hätten nicht „sachgemäß“ gearbeitet, sagte Markin. Überprüft werde zudem, ob die Betriebe überhaupt die notwendigen Zulassungen hatten.

Die Waggons waren am Dienstag bei Tempo 70 mitten im morgendlichen Berufsverkehr entgleist. Wegen des Unglücks setzte die Metro auch am Mittwoch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Zehntausende Menschen kamen wegen Behinderungen und Staus in der russischen Hauptstadt erneut zu spät zur Arbeit.

An den Metro-Stationen „Slawjanski Boulevard“ und „Park Pobedy“ legten viele Moskauer Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Das Moskauer Stadtparlament begann seine Sitzung mit einer Schweigeminute. Russische Zeitungen widmeten dem schwersten Unglück in der fast 80-jährigen Geschichte der Metro mehrere Sonderseiten. Die auch bei Touristen wegen ihrer Schönheit als Sehenswürdigkeit beliebte Metro ist das mit Abstand wichtigste Verkehrsmittel der russischen Hauptstadt.

dpa

Schweres U-Bahn-Unglück in Moskau

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