Keiner weiß warum

Mysteriös! "Mordopfer" taucht nach 31 Jahren lebend auf

Düsseldorf - Ein vermeintliches Mordopfer aus Niedersachsen ist nach 31 Jahren wieder aufgetaucht. Die Frau lebte unter falscher Identität, die Polizei steht vor einem Rätsel.

Die heute 55-jährige Frau wurde zufällig von der Polizei in Düsseldorf entdeckt. Dort lebte sie unter falschem Namen, wie die Polizei in Wolfsburg am Donnerstag mitteilte. Im Juli 1984 war die damals 24-jährige Studentin im Raum Braunschweig/Wolfsburg spurlos verschwunden. Zu der Zeit wohnte sie in einem Studentenwohnheim in Braunschweig.

Umfangreiche Suchmaßnahmen und auch eine Fahndung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" im Januar 1985 blieben erfolglos und ergaben keinerlei Hinweise auf die Vermisste. Die Polizei ging schließlich von einem Tötungsdelikt aus und leitete Ermittlungen ein. Erhärtet wurde dieser Verdacht damals auch dadurch, dass ein Jahr zuvor ein Mädchen in einem Waldstück bei Wolfsburg getötet worden war. Nachdem die Polizei den Täter ermittelt hatte, gab dieser an, auch die vermisste Studentin aus Braunschweig getötet zu haben. Die Frau wurde Ende 1989 offiziell für tot erklärt.

Sie will keinen Kontakt zu ihrer Familie

Auf ihre Spur kam die Polizei nun eher durch Zufall. Bei der Tatortaufnahme eines Wohnungseinbruchs am 11. September in Düsseldorf offenbarte sich die Vermisste gegenüber den Beamten und nannte ihre richtigen Personalien. Zwei eilends herbeigerufene Ermittler der Braunschweiger Kripo vernahmen die Totgeglaubte in dieser Woche und bestätigten nun ihre Identität.

Laut Polizei hat die 55-Jährige nach eigenen Angaben in den vergangenen 31 Jahren in mehreren Städten in Westdeutschland unter falschem Namen und ohne Ausweispapiere gelebt. Warum sie damals untertauchte, dazu schweigt sie aber weiter. Sie habe auch ausdrücklich erklärt, dass sie "weiterhin keinen Kontakt zur Öffentlichkeit und zu ihrer heute im Bereich Gifhorn lebenden Familie" haben wolle, erklärte die Polizei.

Strafrechtlich ist der Frau nichts vorzuwerfen. Allerdings müsse sie jetzt wieder für lebend erklärt werden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei kaum vorstellbar, wie die Frau die ganze Zeit ohne Papiere habe leben können. Sie sei nie in die Situation geraten, sich ausweisen zu müssen, habe sie ausgesagt. Zu ihrem Lebensunterhalt machte sie keine Angaben. Sie arbeite aber, erklärte die Frau den Beamten.

AFP/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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