A4 bei Erfurt

Busunglück mit Schülergruppe - Suche nach Unglücksursache

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Ein Foto von der Unglücksstelle.

Erfurt/Annaberg-Buchholz - Nach dem schweren Busunglück auf der A4 bei Erfurt sucht die Polizei noch immer nach der Unfallursache. Derweil können einige der schwer verletzten Schüler das Krankenhaus verlassen.

Einen Tag nach dem schweren Busunglück einer Schülergruppe aus Sachsen ist die genaue Ursache weiter unklar. Der 35 Jahre alte Fahrer aus Österreich sei am Samstag vernommen worden und habe ausgesagt, teilte die Thüringer Autobahnpolizei auf Anfrage mit. Zum Inhalt wurden mit Verweis auf laufende Ermittlungen noch keine Angaben gemacht. Das Unglücksfahrzeug sei in der Nacht geborgen worden, die Untersuchungen eines Gutachters dauerten an. Ob der Unfall auf einen technischen Defekt oder auf einen Fahrfehler zurückgeht, darauf wollten sich die Ermittler noch nicht festlegen.

Am Freitagnachmittag war der Reisebus auf der A4 bei Erfurt nach einem Überholmanöver nach rechts von der Straße abgekommen, in die Böschung gefahren und auf den Seitenstreifen gekippt. Im Bus saß eine Schülergruppe aus Annaberg-Buchholz, die auf der Heimreise von einem Englandtrip war. Ein vierjähriger Junge, Sohn einer Lehrerin, starb an seinen schweren Verletzungen. 25 weitere Insassen wurden schwer verletzt. Nach Polizeiangaben konnten bisher sieben von ihnen die Kliniken wieder verlassen. Die weiteren Insassen, darunter der Fahrer, kamen leicht verletzt davon.

Die Bestürzung war auch am Tag nach dem Unglück groß. In Annaberg-Buchholz sollte am Sonntagmorgen in einem Fürbittgottesdienst den Opfern und ihren Angehörigen Beistand geleistet werden. Das Dresdner Kultusministerium kündigte an, am Montag eine Psychologin in die Schule zu schicken.

Das österreichische Busunternehmen sicherte ebenfalls Unterstützung zu. Den Opfern und ihren Angehörigen gelte sein Mitgefühl, sagte Geschäftsführer Erich Krautgartner der Deutschen Presse-Agentur. „Wir versuchen alles Mögliche, um ihren Schmerz zu lindern und ihnen beizustehen.“ Wie das Unternehmen konkret helfe, stehe noch nicht fest.

Nach seinen Informationen sei der Fahrer erst am Morgen in den Bus gestiegen und habe nicht länger als vier Stunden am Steuer gesessen, erklärte Krautgartner. Nähere Angaben etwa zur Erfahrung des Mannes wollte er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

Die Thüringer Autobahnpolizei bestätigte, dass der 35-Jährige nicht die ganze Rückfahrt den Bus gelenkt habe. Es gebe Belege, dass zwischendurch ein Fahrerwechsel stattgefunden habe. Es werde - wie bei solchen Unfällen üblich - wegen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt, hieß es. Der Fahrer selbst kam den Angaben zufolge nach seiner Vernehmung am Samstag wieder auf freien Fuß.

dpa

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