Nazi-Jäger spüren 17 mutmaßliche KZ-Aufseher auf

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Kurt Schrimm, Leiter der NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg.

Stuttgart - Die Beweislage ist oft schwierig. Die Tatverdächtigen sind längst Greise oder tot. Trotzdem setzen die Nazi-Jäger aus Ludwigsburg ihre Suche fort. Wieder stehen neue Namen auf ihrer Liste.

Nazi-Jäger der NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg haben weitere mutmaßliche KZ-Verbrecher in Deutschland aufgespürt. Nach Auskunft des Behördenleiters Kurt Schrimm stehen derzeit 17 Aufseher des früheren deutschen Vernichtungslagers Majdanek in Polen auf der Liste der Fahnder, darunter sind vier Frauen. „Ihnen wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen“, sagte Schrimm der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Drei Fälle seien bereits an die zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben worden, zwei nach Stuttgart, einer nach Mainz. „Die Beweislage ist aber schwierig“, sagte Schrimm.

Die NS-Stelle wurde 1958 gegründet. Sie soll Täter ermitteln und mit Hilfe der Staatsanwaltschaften vor Gericht bringen. Sie hatte nach Verdächtigen gesucht, die von September 1942 bis September 1943 in Majdanek aktiv waren. Damals wurde Majdanek als Vernichtungslager genutzt. „Majdanek ist ein sehr kompliziertes Lager und für uns schwieriger zu bearbeiten, weil es keinen abgegrenzten Tötungsbereich gab, wie in anderen Nazi-Lagern“, sagte Schrimm. Zur Verschleierung ihrer Taten hätten die Lagerangehörigen zum Kriegsende hin Juden nicht selbst getötet, sondern von Einheiten von außerhalb erschießen lassen. „Wir haben wenig Material, die Dokumentenlage ist nicht optimal“, räumte der Behördenleiter ein.

Bereits Ende 2013 hatte die Zentrale Stelle wegen Beihilfe zum Mord in Auschwitz 32 Vorermittlungen an Staatsanwaltschaften in elf Bundesländern abgegeben. In Auschwitz waren mindestens 1,1 Millionen meist jüdische Häftlinge ermordet worden.

Wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab, sind neun mutmaßliche Täter verhandlungsunfähig. Gegen vier konnte der Tatnachweis nicht erbracht werden. In einem Fall war ein Tatverdächtiger bereits in Polen wegen der gleichen Vorwürfe verurteilt worden. Vier Tatverdächtige sind gestorben. Somit sind insgesamt noch 14 Verfahren bei den Staatsanwaltschaften anhängig. Sieben weitere mutmaßliche Auschwitz-Täter leben im Ausland; in diesen Fällen wurde das Bundeskriminalamt eingeschaltet.

dpa

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