Noch drei Tage Eis und Schnee

Offenbach - Der Winter hat Deutchland und Europa fest im Griff. Auch in den kommenden drei Tagen werden die Temperaturen nicht über null Grad steigen. Die Aussichten:

In den nächsten Tagen bleibt es in Deutschland bitterkalt mit Dauerfrost bis minus 20 Grad. Der Schneefall lässt aber zumindest bis Samstag nach, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag in Offenbach mitteilte. DWD-Meteorologe Peter Hartmann sagte: “Die Zeichen stehen auf Wetterberuhigung.“ Allerdings zögen in der Nacht zum Sonntag von Westen erneut dicke Schneewolken auf. Da diese mildere Luft mitbrächten, drohe dann mancherorts Glatteisregen.

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Deutschland unter einer Schneedecke

Am Freitag und Samstag werden die Temperaturen tagsüber bei minus acht bis minus drei Grad liegen. In den Nächten kann es in den Mittelgebirgen und im Süden bis minus 20 Grad kalt werden. Bis auf die Nordseeinseln sowie einige Landstriche im Westen und Nordwesten liegt Deutschland inzwischen unter einer Schneedecke. In der Mitte zeigt sich am Freitag zeitweise auch mal die Sonne, sagte der DWD voraus. Eisige Temperaturen und böigen Wind gab es in der Nacht zum Donnerstag. Als kälteste Orte nannte der Wetterdienst Meteomedia in Bochum den Fichtelberg in Sachsen mit minus 18,8 Grad und den Brocken mit minus 17,2 Grad.

Winterwetter stoppt Verkehr in Europa

Mit Eiseskälte und Schnee hat der Winter den Verkehr in Deutschland und vielen Teilen Europas im Griff. In Deutschland ging am Donnerstag im Bahn- und Straßenverkehr streckenweise nichts mehr, im Flugverkehr gab es Verspätungen. In Großbritannien blieb der Londoner Flughafen Gatwick geschlossen. In Polen erfroren zehn Menschen; die Zahl der Kältetoten stieg dort damit bereits auf 18. Die polnische Polizei appellierte an die Bürger, Obdachlose und betrunkene Personen zu melden. So könnten Leben gerettet werden, sagte Polizeisprecher Mariusz Sokolowski.

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Die Behörden in Berlin ließen in der Nacht U-Bahn-Stationen, Suppenküchen und beheizte Busse offen, um Obdachlosen Schutz vor der Kälte zu bieten. Während die Flughäfen in Frankfurt am Main, Berlin-Tegel, Stuttgart, München und Düsseldorf Verspätungen meldeten, blieb der Londoner Flughafen Gatwick wegen Schnees bereits den zweiten Tag in Folge geschlossen. 600 Flüge fielen dort aus, der London City Airport und der Flughafen im schottischen Edinburgh waren am Vormittag geschlossen. Die europäische Flugkontrolle meldete darüber hinaus Verspätungen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle.

Auch die Bahn blieb stecken

Reisende, die auf die Bahn setzten, kamen auch oft stundenlang nicht weiter. Nach Angaben der Bundesbahn strandeten in der Nacht 3.000 Fahrgäste in ihren Zügen, in Frankfurt am Main übernachteten 200 Reisende auf dem Hauptbahnhof, weil ihre Züge nach Osten gestoppt wurden und in Hotels keine Zimmer mehr frei waren. Der ICE-Verkehr zwischen Nürnberg und Leipzig wurde zeitweise umgeleitet und hatte bis zu zwei Stunden Verspätung.

Die ICE-Strecke von Hamburg nach Kopenhagen war unterbrochen. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern fielen Züge wegen des Schneechaos' aus. Bei Unfällen kamen mehrere Menschen ums Leben. Eine große Schneefront hat das Bundesgebiet von Süden her überzogen. Dabei bildete sich eine Neuschneeschicht von 10 bis 20 Zentimeter. Stürmischer Wind türmte die weißen Massen zu Hügeln auf, die den Straßen- und Bahnverkehr blockierten.

Verkehrschaos auf Rügen

Auf der Insel Rügel richtete ein Wintersturm am Donnerstagmorgen ein Verkehrschaos an. Der Busverkehr wurde eingestellt, für einige Schüler fiel der Unterricht aus. Wegen des Sturms und Hochwassers hat die Weiße Flotte den Fährverkehr zur Insel Hiddensee eingestellt. Auf der Autobahn A 20 vor Greifswald ging am Morgen nichts mehr. Nach Schneeverwehungen blockierten ein Dutzend Fahrzeuge die Strecke, auch Räumfahrzeuge kamen nicht mehr voran. Am Mittwoch war auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn ein ICE mit einem Lastwagen zusammengestoßen, der an einem unbeschrankten Bahnübergang bei Heringsdorf stand.

Klirrende Kälte und jede Menge Schnee in Deutschland

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Der Lkw-Fahrer starb noch am Unfallort, der Zugführer wurde leicht verletzt. Zu tödlichen Unfällen kam es auch in Bayern: Bei Nürnberg blieb nach Polizeiangaben ein mit Holz beladener Lastwagen zwischen Hohenstatt und Pommelsbrunn auf den Gleisen stehen. Lkw und Anhänger wurden von den Schienen geschleudert. Der Fahrer starb am Unfallort. Von den etwa 100 Zugfahrgästen erlitten 4 leichte Verletzungen. Ein Lastwagenfahrer starb am Donnerstagmorgen auf der A 3 bei Kist im Landkreis Würzburg beim Auffahren auf einen Sattelzug. Die Polizei geht von Unachtsamkeit des Fahrers als Unfallursache aus.

Eine 30-jährige Autofahrerin wurde am Mittwoch bei einem Unfall in Stockstadt im Kreis Aschaffenburg tödlich verletzt; sie hatte sich mit dem Auto überschlagen und war herausgeschleudert worden. Wegen der starken Schneefälle kam es in der Nacht zum Donnerstag zeitweilig zum Stillstand auf Autobahnen. Die A 72 in Sachsen musste wegen querstehender Lastwagen voll gesperrt werden. Auch Bayern war stark betroffen: Auf den Autobahnen um Regensburg ging mehrere Stunden nichts mehr. Liegen gebliebene Lastwagen blockierten die Fahrbahnen vor allem an Steigungen.

Tausende in Polen ohne Strom

In Polen behinderte heftiger Schneefall den Flug- und Bahnverkehr und führte zu gefährlichen Verhältnissen im Straßenverkehr. Bei Temperatunre um minus 10 Grad fiel die Stromversorgung für mehrere tausend Haushalte aus.

dpa/dapd

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