Pilotprojekt: Sensoren spüren LKW-Mängel auf

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EU-Pilotprojekt: ASSET-Road. Sensoren sollen Mängel an Lkw aufspüren.

Bad Aibling/Rosenheim - In einem millionenschweren EU-Projekt werden nun Sensoren getestet, die Mängel an Lkw auf der Autobahn erkennen können. Die Teststrecke befindet sich auf der A8.

Der Brummilenker hat keine Ahnung. Er fährt mit seinem Sattelzug auf der Autobahn, während Sensoren und eine Infrarotkamera feststellen, ob er überladen hat, die Reifen abgefahren sind oder die Bremsen nicht einwandfrei funktionieren. All dies ermöglicht modernste Messtechnik, die derzeit in einem millionenschweren EU-Projekt erprobt wird. Die europaweit einzige Teststrecke dieser Art liegt an der Autobahn Salzburg-München (A8) nahe Bad Aibling. An diesem Donnerstag (6. Mai) wird das Projekt vorgestellt, danach übernimmt die Polizei den Testbetrieb.

Bisher werden Lastwagen bei Kontrollen auf Autobahnen mehr oder weniger zufällig herausgewunken und durch die Polizei oder das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) unter die Lupe genommen. Das Projekt ASSET-Road (die Buchstaben stehen für Advanced, Safety, Support, Essential und Transport) soll herausfinden, ob Verstöße gegen Bestimmungen für den Schwerlastverkehr künftig automatisch und unsichtbar während der Fahrt erfasst und anschließend mit einem Bescheid geahndet werden können - so wie es bei Tempoüberschreitungen auch funktioniert.

Lkw-Kolonnen sind Mitschuld an schweren Unfällen

Die immer länger werdenden Lastwagen-Kolonnen auf Deutschlands Autobahnen sind nach Expertenmeinung mitverantwortlich für schwere Unfälle mit vielen Verletzten und Toten. Verschärfend wirkt sich der harte Wettbewerb in der Transportbranche aus, weshalb nicht selten überladene und mangelhafte Brummis unterwegs sind. Bei dem ASSET-Road-Projekt zeichnen in dem Testfeld nahe der A8- Anschlussstelle Bad Aibling Sensoren in der Fahrbahn Daten des Lastwagen - zum Beispiel Reifenprofiltiefe oder Stärke der Bremsbeläge - auf. Diese Informationen werden an ein Polizeifahrzeug auf einem nahen Parkplatz weitergeleitet.

In der Testphase werden die Mängel-Laster noch herausgewunken und ihre Fahrer beziehungsweise die Spediteure zur Kasse gebeten. “Noch ist es Zukunftsmusik“, wie ASSET-Projektleiter Walter Maibach am Dienstag erläuterte, doch bei einem erfolgreich verlaufenen Test könnten Spediteuren Verstöße etwa gegen Höchstlasten oder Sicherheitsbestimmungen künftig per Gebührenbescheid ins Haus flattern. Die Lastwagenfahrer bekämen davon nichts mehr mit. An dem bis Ende 2011 laufenden Projekt sind zehn EU-Staaten und die Länder Tansania und Indien beteiligt. Es kostet 8,2 Millionen Euro, 6,1 Millionen davon zahlt die EU. Den Rest müssen die 19 Partnerfirmen tragen. Die Federführung hat das Unternehmen PTV (Planung, Transport, Verkehr) in Karlsruhe.

dpa

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