Komplizierte Bergung durch die Bundeswehr

Polizei holt Weltkriegs-Panzer aus Ostsee-Villa

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Der "Panther" Kampfpanzer, den die Polizei im Keller der Villa eines Waffensammlers gefunden hat, steht am Donnerstag in Heikendorf bei Kiel zum Abtransport bereit. Seit Mittwoch sind Polizei und Bundeswehr mit dem Abtransport des in der Villa entdeckten Kriegsgeräts, darunter dem Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt.

Heikendorf - Ein Bundeswehrpanzer zieht einen Wehrmachtspanzer durch ein Nobelviertel: Im Ostseeort Heikendorf bei Kiel haben sich bizarre Szenen abgespielt. Die Behörden beschlagnahmen den Panzer.

Der Eigentümer will juristisch dagegen vorgehen.

Die komplizierte Bergung eines Weltkriegs-Panzers aus der Kellergarage eines Sammlers in Heikendorf bei Kiel hat der Bundeswehr einiges abverlangt: Rund neun Stunden brauchten knapp 20 Soldaten am Donnerstag, um den Panzer vom Typ Panther aus dem Haus zu holen und auf einen Tieflader zu schieben. Möglich wurde dies nur durch zwei Bergepanzer mit reichlich Zugkraft, zuvor eigens gebauten Holzrampen und schweißtreibender Millimeterarbeit bei hochsommerlichen Temperaturen.

Den laut Bundeswehr knapp 40 Tonnen schweren Panzer ohne Ketten hatten Ermittler am Vortag bei einer Durchsuchung in der Kellergarage des seltsamen Sammlers entdeckt. Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den 78 Jahre alten Besitzer des Panzers wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. „Das Ermittlungsverfahren läuft“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Der Rechtsanwalt des Mannes bezeichnete den Einsatz als unverhältnismäßig. „Der Panzer ist demilitarisiert“, sagte Anwalt Peter Gramsch der Deutschen Presse-Agentur. Er will nun rechtliche Schritte gegen die Beschlagnahmung einleiten und auch Schadenersatz für seinen Mandanten fordern. „Ich gehe davon aus, dass der Panzer bei der Aktion beschädigt worden ist.“ Gleiches gelte für den Privatweg vor der Villa. Gramsch bestätigte zudem, dass dem Sammler auch ein Flakgeschütz gehört - ebenfalls demilitarisiert.

Der Weltkriegs-Panzer stand offenbar schon seit Jahren in dem Nobelviertel im Keller des 78-Jährigen. „Das ist ein ausgewachsener Panzer“, sagte Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth nach einer Besichtigung am Donnerstagvormittag. „Der Einsatz erscheint in vollem Umfang angemessen.“ Der Panzer sei auch nicht der einzige Grund für den Einsatz. Bereits am Mittwoch hatten Ermittler Waffen und auch einen Torpedo sichergestellt.

Der Heikendorfer soll in seinem Garten auch Kunst aus der NS-Zeit ausgestellt haben. In diesem Zusammenhang war er im Zuge von Ermittlungen nach wieder aufgetauchter Nazi-Kunst ins Visier der Beamten geraten. Es ging um eine Statue mit dem Titel „Die Wehrmacht“ von Arno Breker, die im Garten des Mannes steht. „Das ist aber eine Kopie“, sagte Rechtsanwalt Gramsch.

Der Mann hatte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ bereits im Mai berichtet, er habe eine große Sammlung („aber keine Kunst“) in einem unterirdischen Bunker auf seinem Grundstück. Dort stehe der Wehrmachtspanzer („aber kein kompletter“), den er irgendwann einmal als Schrott in England gekauft habe. Alle Waffen habe er ordnungsgemäß angemeldet.

dpa

Weltkriegs-Panzer aus Ostsee-Villa geborgen

Panzer aus 2. Weltkrieg aus Ostsee-Villa geborgen

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