Polizeigewerkschaft und DJ kritisieren Loveparade

trauer
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Kerzen und Blumen liegen in Duisburg an der Unglücksstelle.

Duisburg - Die Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen hat den Veranstaltern der Loveparade eine teils fahrlässige Vorbereitung vorgeworfen.

Die 19 Toten und 342 Verletzte seien Opfer “materieller Interessen eines Veranstalters, der unter dem Deckmäntelchen der “Kulturhauptstadt 2010““ Druck ausgeübt habe, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Wolfgang Orscheschek, am Sonntag in einer Mitteilung. Duisburger Stadtpolitiker seien “in die Enge getrieben“ worden, so dass sie zur Loveparade trotz eindringlicher Warnungen aus dem Sicherheitsbereich nur “ja“ sagen konnten.

Polizei und Feuerwehr “haben im Vorfeld ihre Vorbehalte geäußert“, sagte Orscheschek, der zugleich Kreisvorsitzender Duisburg der Gewerkschaft ist.

Der Housemusik-Produzent DJ Mark Knight sagte am Sonntag dem britischen Fernsehsender BBC, er habe “nicht verstanden, warum das Gelände nur einen Eingang hat. (...) Das hat überhaupt keinen Sinn gemacht.“ Außerdem seien die Teilnehmer der Veranstaltung nicht ausreichend informiert worden, sagte der DJ aus der südostenglischen Stadt Maidstone. “Vielen Leuten war gar nicht bewusst, was passierte. Es war eine sehr unheimliche Stimmung.“

Auch er habe seinen Auftritt auf der Hauptbühne nicht abbrechen dürfen, sagte der Musiker weiter. Die Veranstalter hätten ihn aus Angst vor mehr Panik gebeten, sein Programm wie geplant zu spielen. “Wir erfuhren davon, kurz bevor wir dran waren. Sie sagten, die Show müsse weitergehen, wir könnten aus Furcht vor den Konsequenzen und mehr Panik nicht aufhören.“

dpa

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