Schwarz-Weiß-Malerei sorgt für Aufregung

Das ist der rassistischste Werbespot der Welt

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Der junge Schwarze erlebt in dem Werbespot sein blaues Wunder. 

Peking - Eine Chinesin, ein Schwarzer, eine Waschmaschine: Aus diesen Zutaten ist ein Werbespot gestrickt, der derzeit für massive Aufregung in den sozialen Netzwerken sorgt.

In der Werbung für die Waschmittelmarke Quiaobi füllt eine junge Chinesin gerade eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine, als ein Schwarzer erscheint. Der junge Mann hat offensichtlich gerade gemalert, denn er schwingt noch keck einen Pinsel, sein Gesicht und sein T-Shirt zieren Farbflecken. Er pfeift und zwinkert der Chinesin zu, die ihn verführerisch lächelnd zu sich ruft. Doch anstatt ihn zu küssen, stopft sie ihm plötzlich eine Waschmittelkapsel in den Mund und stößt ihn mit dem Kopf voran in eine Waschmaschine.

Sie setzt sich auf den Deckel des Gerätes, während der Waschvorgang unter den Kreischen des Mannes in der Waschtrommel startet. Als der beendet ist, öffnet sich der Deckel und zur Freude der Frau hat sich der Schwarze in einen jungen asiatischen Mann mit sauberer Kleidung verwandelt.

Auf der Facebook-Seite des Asien-Nachrichtenportals "Shanghaiist" wurde der Clip in zwei Tagen fast zwei Millionen Mal geklickt, annähernd 23.000 Mal geteilt und mit mehr als 6000 Kommentaren unterschiedlichster Art versehen.

Auf US-Websites löste die Werbung einen Aufschrei der Empörung aus. "Das ist offen rassistisch", kommentierte die Nachrichtenwebsite Vox.com den Werbespot. Außerdem sei der Werbespot "eine Erinnerung, dass die Haltungen zu Rasse und Hautfarbe in China sehr schlimm sein können".

Weiße Haut als chinesisches Schönheitsideal

In China selbst, wo weiße Haut seit Jahrhunderten als Schönheitsideal und Statussymbol gilt und wo Menschen schwarzer Hautfarbe eine nahezu verschwindende Minderheit bilden, erregte die Werbung hingegen kein Aufsehen. In den sozialen Medien wurde sie kaum kommentiert. Der Spot wurde im populären chinesischen Internetportal Youku weniger als 2000 Mal angeklickt. Die „New York Times“ zitiert einen Vertreter der Firma Qiaobi, die das Waschmittel herstellt, mit den Worten, der Spot sei bewusst provokativ. Man habe auf einen "sensationellen Effekt" abgezielt.

Der chinesische Werbespot ist offensichtlich "stark inspiriert" von einem älteren italienischen Reklame-Clip, in dem eine weiße Frau einen weißen Mann in eine Waschmaschine steckt, Farb-Waschmittel hinzugibt, worauf ihr Opfer sich in einen Schwarzen verwandelt. Die Werbung wurde mit dem Slogan "Farbig ist besser" betitelt.

AFP/hn

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