Nach Geiselnahme in Kirche

Rouen: Trauergottesdienst für ermordeten Priester

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Die Trauerfeier für Vater Jacques Hamel.

Rouen - Für den in einer Kirche ermordeten Priester in Saint-Etienne-du-Rouvray fand am Dienstag ein Trauergottesdienst statt. Mehr als 1600 Menschen nahmen Abschied von dem Geistlichen.

Eine Woche nach dem islamistischen Mord an dem Priester Jacques Hamel hat Frankreich in einer bewegenden Feier Abschied von dem Geistlichen genommen. In der Kathedrale von Rouen in der Normandie versammelten sich laut Medienberichten am Dienstag etwa 2000 Menschen. Unter ihnen waren Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve und Ex-Außenminister Laurent Fabius.

Der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, rief zu Frieden und Toleranz auf. Er nannte den Tod Hamels brutal, ungerecht und entsetzlich. „Wir sind verletzt, niedergeschmettert, aber nicht vernichtet“, sagte er. Der hohe Geistliche wandte sich direkt an potenzielle terroristische Gewalttäter und forderte sie auf, sich von der Macht des Bösen zu lösen. „Wir beten für Euch(...)“, so Lebrun.

Zwei islamistische Gewalttäter hatten den 85-Jährigen Hamel in seiner Kirche in der Nähe von Rouen mit Messerstichen brutal getötet. Die Trauerzeremonie war emotionsgeladen, auch die Schwester und die Nichte des Priesters ergriffen das Wort. Der dunkelbraune Holzsarg stand auf dem Boden, unmittelbar vor dem Altar. Er wurde von einem weißen Priestergewand und einer roten Stola geschmückt.

Vor der Kathedrale harrten viele Menschen bei regnerischem Wetter aus und verfolgten den Gottesdienst auf einer Großbildleinwand. Die anschließende Beisetzung sollte im engen Familienkreis stattfinden. Rouen liegt nordwestlich von Paris und ist Hauptort der neugebildeten Region Normandie.

Erzbischof Lebrun erinnerte daran, dass Hamel als Priester 58 Jahre lang im Dienste der Kirche stand. Die mutmaßlichen Islamisten hatten am Dienstag vergangener Woche in Saint-Étienne-du-Rouvray bei Rouen Geiseln genommen und dann Hamel ermordet. Die Polizei erschoss die Angreifer, die beide 19 Jahre alt waren. „Scher Dich weg, Satan!“, waren laut Lebrun die letzten Worte des schwer verletzten Priesters.

Lebrun begrüßte die Teilnahme von jüdischen und muslimischen Gläubigen an dem Gottesdienst. Der Überfall auf den wehrlosen Priester hatte in Frankreich Wut und Empörung ausgelöst. Hamel war bereits bei zahlreichen Gottesdiensten gewürdigt worden.

dpa

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