Geplanter Schlag gegen Drogendealer

So eskalierte der SEK-Einsatz in Stuttgart

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Das Täterfahrzeug in der Innenstadt von Stuttgart (Baden-Württemberg) nach dem SEK-Einsatz gegen zwei Kriminelle auf der Straße.

Stuttgart - Die Polizei observiert fünf Drogendealer und will sie festnehmen. Der Zugriff läuft aus dem Ruder. Die Kriminellen überfahren einen Beamten, das Spezialkommando feuert auf das Fluchtauto.

Eine geplante Festnahme von mehreren Drogendealern ist am Mittwochabend mitten in Stuttgart blutig zu Ende gegangen. Ein Polizist wurde angefahren, Einsatzkräfte einer Spezialeinheit gaben Schüsse auf ein Auto mit zwei der Verdächtigen ab. Der Beamte und die beiden Drogenkuriere erlitten schwere Verletzungen.

Am Donnerstag schlug die Polizei auch in Backnang, Esslingen und Rottenburg in Baden-Württemberg zu. Die Drogenbande soll aus fünf Männern im Alter zwischen 18 Jahren und 23 Jahren bestehen. Ihnen wird vorgeworfen, seit geraumer Zeit mit Marihuana, Amphetamin und Kokain gedealt zu haben. Die Polizei fand bei Wohnungsdurchsuchungen kiloweise Drogen. Die Staatsanwaltschaft wollte gegen alle Tatverdächtigen einen Haftbefehl beantragen. Vier von ihnen sind polizeibekannt.

In Stuttgart geriet der Zugriff auf die zwei Drogendealer im Alter von 21 und 23 Jahren am Mittwochabend außer Kontrolle. Ein mobiles Einsatzkommando wollte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Tübingen die Männer in einem Auto an einer Straßenkreuzung in der Stadt kontrollieren und festnehmen. Als ein 32-jähriger Beamter sich dem Wagen näherte, gab der 21 Jahre alte Fahrer Gas. Das Auto überfuhr den Polizisten. Er erlitt schwere Verletzungen.

Die Polizisten schossen daraufhin mehrmals auf den Kleinwagen und trafen diesen an der Fahrerseite. Fahrer und Beifahrer wurden dabei an Armen und Beinen getroffen und schwer verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus und wurden wie auch der verletzte Polizeibeamte operiert.

Bei der Durchsuchung des Wagens fanden Beamte rund vier Kilogramm Marihuana. Gegen die beiden Drogendealer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet.

Gegen die fünf Männer laufen schon seit einiger Zeit Ermittlungen der Polizei Reutlingen. Die Spezialeinheit hatte die Verdächtigen beschattet.

In den Wohnungen der 18- und 22-jährigen Lieferanten wurden unter anderem mehrere tausend Euro, mehr als sieben Kilogramm Amphetamin sowie mehrere hundert Gramm Marihuana, und kleinere Mengen an Haschisch und Ecstasy gefunden.

dpa

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