Hochzeitstreter in Größe 61

Streit um Schuhe für den größten Mann der Welt

Schuhmacher
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Schuhmacher Georg Wessels (rechts) hatte die Schuhe für die Hochzeit des größten Mannes der Welt angefertigt.

Münster - Kurioser Prozess am Landgericht Münster. Zwei Schuster streiten darüber, wer die Hochzeitsschuhe für den größten Mann der Welt angefertigt hat.

Sultan Kösen (2,51 Meter) und seine Braut bei ihrer Hochzeit.

Sultan Kösen aus der Türkei gilt mit 2,51 Metern als der größte Mensch der Welt - als er im vergangenen Jahr geheiratet hat, trug er Schuhe der Größe 61. Aber wer hat sie hergestellt? Und wer schmückt sich mit falschen Federn? Darüber war ein heftiger Streik zwischen zwei Schuhmachern aus Deutschland entbrannt.

Am Mittwoch trafen sich die beiden Kontrahenten vor dem Landgericht Münster - und schlossen einen Vergleich. Damit steht fest: Die unglaublich großen Schuhe stammen aus der Spezialwerkstatt von Schuhmacher Georg Wessels im münsterländischen Vreden. Das gab auch Konkurrent Bertl Kreca aus München zu Protokoll. Allerdings will auch er damals spezielle Hochzeitsschuhe angefertigt haben. Die hätten Kösen jedoch nie erreicht. Jetzt sollen Krecas Schuhe im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein in Rheinland-Pfalz ausgestellt werden.

Der Prozess hatte noch gar nicht begonnen, da hatte Schuhmacher Wessels den Gerichtsflur auch schon in Beschlag genommen. Der Münsterländer hatte extra einen großen Koffer mitgebracht - mit Schuhen und Leisten.

„Ich zittere vor Wut“, sagte er und zeigte zwei Riesen-Schuhe vor: Einer war aus seiner Werkstatt, der andere kam von Schuh-Bertl aus München. Das Exemplar aus Bayern war deutlich größer. „Der passt Kösen doch gar nicht“, schimpfte Wessels vor Journalisten. Wie könne Bertl Kreca da behaupten, dass es sich dabei um einen Hochzeitsschuh für Kösen handele.

Zeitungsartikel hatten Wessels in Rage gebracht. Kreca soll behauptet haben, dass er die Hochzeitsschuhe für Sultan Kösen angefertigt habe. Vor Gericht hat Wessels seinen Schuhmacher-Konkurrenten aus München deshalb auf Unterlassung verklagt. „Herr Kreca schmückt sich mit fremden Federn“, sagte Wessels Anwalt Christian Hüsken im Prozess.

Das wollte der Münchener Schuster allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Er stellte sofort unmissverständlich klar, dass die Schuhe, die Sultan Kösen bei der Hochzeit getragen habe, selbstverständlich aus dem Münsterland stammten. Und dass er sein eigenes Exemplar, das angeblich einen Wert von 8000 Euro hat und nun ins Museum soll, mit Leisten von Wessels angefertigt habe.

Kreca will die von ihm angefertigten Riesenschuhe nur deshalb ins Münsterland geschickt haben, weil sie dort noch mit Einlagen für Kösen versehen werden sollten. Wessels behauptet dagegen, dass Kreca sie ihm für ein neues Museum genäht und geschenkt habe.

Freunde werden die beiden Schuster trotz der Einigung wohl vorerst nicht mehr. Als Kreca ihm nach Prozess-Ende die Hand geben wollte, lehnte Wessels ab: „Dir gebe ich nicht die Hand. Sonst fehlt mir nachher noch ein kleiner Finger.“

dpa

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