Bis Ende nächster Woche

Unwetterwarnung! Erneut Orkanböen vorhergesagt

Wetter, Sturm
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Wellen überspülen am 09.01.2015 den Fähranleger in Dagebüll (Schleswig-Holstein), während eine Frau gegen den Wind kämpft. Gleich zwei Orkanausläufer werden am Wochenende den Norden streifen.

Berlin - Nach dem Sturm ist vor dem Sturm: Der Nachfolger von "Elon" heißt "Felix" und soll am Samstag erneut für Orkanböen sorgen. Das Wetter soll sich erst gegen Ende kommender Woche wieder beruhigen.

Kaum ist Orkantief "Elon" abgezogen, folgt "Felix": In der Nacht zum Samstag erlebte Deutschland so etwas wie die Ruhe zwischen den Stürmen, nachdem "Elon" am Freitag mit heftigen Böen vor allem im Norden des Landes erhebliche Schäden angerichtet und mehrere Menschen verletzt hatte. Bis zum Morgen mussten die Einsatzkräfte eher selten wetterbedingt ausrücken. Das ergab eine Umfrage bei Polizei und Feuerwehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie in Hamburg und Bremen. Für Samstag prognostizierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) jedoch erneute Orkanböen sowie Sturmfluten und gab für Norddeutschland eine amtliche Unwetterwarnung heraus.

"Elon" auf dem Brocken bis zu 161 Stundenkilometer schnell

Orkantief „Elon“ ist mit bis zu 161 Stundenkilometern über Deutschland hinweggefegt. Diese Spitzengeschwindigkeit wurde nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zwischen Freitag- und Samstagmorgen auf dem Brocken im Harz gemessen. Auf der Zugspitze erreichten die Orkanböen etwa 156 Stundenkilometer. Auf Gipfeln wie dem Brocken mit freien Flächen seien solche Windgeschwindigkeiten aber nichts Ungewöhnliches, sagte DWD-Meteorologe Christian Herold. An der Küste wurden am Leuchtturm Alte Weser gut 151 Stundenkilometer gemessen. Im Tiefland war die Wetterstation Ruthenstrom in Niedersachsen Spitzenreiter - dort wurden bis zu 108 Stundenkilometer registriert.

Mädchen von Baum getroffen

Zwei Mädchen wurden am Freitag auf einem Hamburger Schulhof von einem umstürzenden Baum getroffen und kamen in ein Krankenhaus. Im brandenburgischen Prenzlau musste eine Grundschule evakuiert werden, nachdem der Sturm das Dach weggefegt hatte. Keiner der rund 300 Schüler wurde verletzt. Orkanböen mit bis zu 160 Stundenkilometern fegten über den höchsten Berg Norddeutschlands, den 1141 Meter hohen Brocken.

Unwetter blockiert mehrere Hauptrouten der Bahn

Das Unwetter blockierte am Freitag gleich drei Hauptrouten der Bahn. Die Fernverkehrsstrecken Hamburg-Hannover, Hamburg-Berlin und Hamburg-Bremen waren stundenlang gesperrt. Vor dem Sturm kapitulierte zudem der Fährverkehr von Cuxhaven zur Hochseeinsel Helgoland. Auch zwischen den nordfriesischen Inseln Dagebüll, Föhr und Amrum wurden einige Fährverbindungen am Wochenende gestrichen.

Im sächsischen Vogtlandkreis stürzte ein Baum am Abend auf einen Regionalexpress der Deutschen Bahn. Die mehr als 60 Fahrgäste blieben laut Bundespolizei unverletzt, mussten ihre Reise allerdings mit Bussen fortsetzen. Die Strecke war bis spät in der Nacht gesperrt. Bei dem Unfall auf der Strecke zwischen Plauen (Sachsen) und Hof (Bayern) wurde niemand verletzt.

Inzwischen rollt der Zugverkehr vielerorts wieder nach Plan. „Im Norden fährt so gut wie alles“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Vereinzelt gibt es aber noch Behinderungen: So war die wichtige Fernverkehrsverbindung zwischen Hamburg und Hannover am Samstagmorgen weiter nur eingleisig befahrbar. Im Süden sorgte der Sturm in der Nacht zum Samstag vor allem im Allgäu für zahlreiche umgestürzte Bäume und Unfälle.

Wetter beruhigt sich frühestens Ende kommender Woche

Am Samstag soll es zunächst sehr mild werden. Von Nordwesten her komme im Laufe des Tages jedoch eine Kaltfront, teilte die MeteoGroup Unwetterzentrale in Berlin mit. Der abrupte Wechsel der Luftmassen werde es vor allem in der Nordhälfte Deutschlands in sich haben. Böen bis 130 Stundenkilometer seien möglich. Besonders betroffen seien Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Frühestens Ende kommender Woche ist laut DWD mit einer Beruhigung zu rechnen. Ursache dafür ist das riesige Zentraltief „Christian“ über Island, das kleinere Tiefdruckgebiete nach Europa schickt.

Nach einem Bericht der "Bild" (Samstag) könnte ein schwerer Orkan mit einer Sturmflut in Deutschland mehr als 1000 Todesopfer fordern. Es könne zu schweren Schäden an Infrastrukturen der Energieversorgung und großflächigen Stromausfällen kommen, zitierte die Zeitung eine Risikoanalyse von Bundesregierung und Ländern. Bis zu sechs Millionen Menschen wären demnach von den Blackouts betroffen. Voraussetzung sei ein sehr schwerer Orkan, der sich von der Nordsee landwärts bewegt und mit dem „gezeitenbedingten Höchstwasserstand“ zusammentrifft.

Sturm hat Norddeutschland erreicht

So wütete Sturm "Felix" in Deutschland

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dpa

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