Mutter vor Gericht

Tochter und Schwester an Männer verkauft

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Ines H. wartet auf den Prozessbeginn.

Magdeburg - Bis zu 800 Euro zahlten Freier: Die minderjährigen Opfer bekamen Zigaretten und ein bisschen Geld. Nun steht die Frau vor Gericht, die die Mädchen verkauft haben soll.

Ohne Geständnis und hinter verschlossenen Türen hat in Magdeburg der Prozess gegen eine 35-Jährige begonnen, die ihre minderjährige Tochter und Schwester zum Sex an Männer verkauft  haben soll. Die Angeklagte habe sich zwar erstmals zu den Vorwürfen geäußert, aber nicht gestanden - Einzelheiten könne er nicht nennen, sagte der Sprecher des Landgerichts am Freitag. Die Verhandlung fand auf Antrag der Verteidigung der 35-Jährigen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Bereits vor dem Verlesen der Anklageschrift ließ die Vorsitzende Richterin Kerstin Werno den Saal räumen.

Der Frau aus Quedlinburg werden sieben Straftaten aus den Jahren 2010 bis 2014 vorgeworfen. Ihre Tochter war zum Zeitpunkt der ersten Tat 10, die Schwester 15 Jahre alt. Die Frau sitzt seit Dezember 2014 in Untersuchungshaft. Ihr wird schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen. Wird sie schuldig gesprochen, droht ihr laut Gerichtssprecher eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren.

Bis zu 800 Euro soll die Frau demnach erhalten haben, wenn sie eines der Mädchen einem Freier überließ. Die Opfer sollen nur 20 Euro oder eine Schachtel Zigaretten bekommen haben.

Gegen zwei Männer, die für die Sex-Dienste bezahlt haben sollen, läuft zurzeit ein Strafprozess am Landgericht Leipzig. Der 38-Jährige und der 66-Jährige sollen auch in dem Magdeburger Prozess gehört werden. Bis zum 24. April sind Verhandlungstage anberaumt. Unklar blieb zunächst, wann der Prozess öffentlich fortgesetzt wird.

dpa

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