Keine Rettungsschwimmer an der Ostsee

Tödlicher Badeunfall - Zwei Menschen sterben

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Ein Schild weist am 09.07.2014 am Ostseestrand von Sehlendorf bei Blekendorf darauf hin, dasss keine Rettungsschwimmer im Einsatz sind.

Blekendorf - Bei starkem Wellengang sind ein Schwimmer und ein Retter in der Ostsee ertrunken. Der Strand sollte erst am Samstag von Rettungsschwimmern bewacht werden.

Schock am Ostseestrand: Nach dem Badeunglück mit zwei Toten sind am Donnerstag die Sicherheitsmaßnahmen an dem bisher unbewachten Schleswig-Holsteiner Badestrand verstärkt worden. „Was wir tun können, tun wir“, sagte der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Blekendorf, Andreas Köpke (CDU).

Ein 49 Jahre alter Polizeibeamter aus Dannau hatte am Mittwoch bei Wind und hohem Wellengang versucht, einen 60-jährigen Lütjenburger aus dem Wasser zu retten. Beide Männer ertranken. Für Freitag wurde ein Gedenkgottesdienst für die Opfer in Blekendorf angesetzt.

Die Polizei setzte am Donnerstag die Befragung von Zeugen fort, um zu ermitteln, wie es zu dem Unglück kam. „Es herrschten starker auflandiger Wind mit einer starken Unterströmung“, sagte DLRG-Sprecher Peter Sieman. „Unter diesen Umständen sollte man nicht ins Wasser gehen.“ Wer es tue, handle leichtsinnig und gefährde sich und andere.

Der Strand von Sehlendorf sollte eigentlich erst ab Samstag von Rettungskräften der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gesichert werden. Nun sollen DLRG-Helfer vom nahe gelegenen Ostseebad Hohwacht die Sicherung bis zum 12. Juli mit übernehmen. Bis zum 7. September werde der Strand dann vom Hauptturm und zwei weiteren Stationen in den Dünen aus von 9 bis 18 Uhr bewacht, so Köpke.

Vom Ende der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg bis zum Beginn der Sommerferien in den anderen Bundesländern sei es relativ schwierig, Rettungskräfte zu bekommen, sagte Sieman. „Das sind alles ehrenamtliche Helfer, die ihren Sommerurlaub opfern, um anderen zu helfen.“ Allein am Mittwoch habe die DLRG in Kellinghusen und in Kühlungsborn sieben Menschen gerettet.

Eine rote Flagge für ein Badeverbot war am Hauptturm des Strandes am stürmischen Mittwoch nicht gehisst - auch das übernehmen DLRG-Helfer. Vergangenes Jahr sei der Strand vom 18. Mai bis zum 31. August überwacht worden, sagte Köpke. Die Gemeinde habe dafür rund 32.400 Euro gezahlt.

Nach Angaben des Landesgeschäftsführers der DLRG, Thies Wolfhagen, betreut die DLRG in Schleswig-Holstein 50 Strände an Nord- und Ostsee im Auftrag der jeweiligen Gemeinden. Als Tagespauschalen würden 5 bis 7,50 Euro zuzüglich Verpflegung und Fahrtkosten gezahlt. Einige Gemeinden an der Nordsee wie etwa Westerland auf Sylt und Helgoland zahlten sehr viel mehr. Sie beschäftigten unabhängig von der DLRG eigene Rettungsschwimmer per Dienstleistungsvertrag.

dpa

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