Das sind die drei glücklichen Gewinner

tz-Leser spenden 202.152,69 Euro für Flüchtlingskinder

München - Da können wir nur noch eines sagen: Danke! Danke, an all die tz-Leser, die bei der Spendenaktion mit UNICEF teilgenommen haben. Drei freuten sich über die Preise.

Claudia Graus (r.), stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Unicef Deutschland, haben die Flüchtlingskinder und Hilfsprojekte im Libanon besucht.

Die tz-Leser haben ein großes Herz. Das wissen wir schon lange. Seit 27 Jahren unterstützen sie unsere Hilfsaktionen mit Unicef. Einige von ihnen haben selbst nicht viel – und geben trotzdem noch etwas ab. Dafür möchten wir uns besonders herzlich bedanken. Jedes Jahr fahren wir selbst in die Krisenregionen und schauen uns persönlich an, wo unsere Hilfe am nötigsten gebraucht wird. Wir machen uns ein konkretes Bild, wofür Ihr Geld, liebe Leser, verwendet wird. Und wir halten seit unserer ersten Unicef-Spendenaktion ein Versprechen: Jeder Cent kommt wirklich bei den Kindern in Not an. Verwaltungsausgaben werden aus anderen Töpfen gedeckt. Noch nie gab es so viele Spendenaufrufe für Flüchtlingskinder wie in den vergangenen Monaten. Trotzdem sind bei unserer Unicef-Hilfsaktion für die syrischen Kinder im Libanon 202 152,69 Euro zusammengekommen. Dank ihren Spenden, tollen Partnern, großartigem Engagement und wunderbaren Ideen – hier ein kleiner Überblick unserer Aktion Bei uns daheim ist Krieg – wir helfen vor Ort.

tz und UNICEF-Spendenaktion: Bei uns daheim ist Krieg

Der Winter war heuer kurz. Nur ein paar Tage lang lag in der Bekaa-Ebene im Libanon Schnee. Dafür hat es geregnet und geregnet. Die Nässe hat sich in jeder Ritze der Tausenden Baracken am Fuße des schneebedeckten Anti-Libanon-Gebirges festgesetzt. In den aus Planen und Abfallholz zusammengezimmerten Unterkünften, in denen ein Großteil der fast zwei Millionen syrische Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben.

Dorit Caspary hat die Flüchtlingskinder und Hilfsprojekte im Libanon besucht.

Seit ersten Advent haben wir für unsere Unicef-Aktion Bei und daheim ist Krieg – wir helfen vor Ort fast täglich über die Familien berichtet, die nur ein paar Kilometer entfernt von ihrer Heimat Syrien darauf hoffen, endlich wieder nach Hause gehen zu können. Die dort durchnässt frieren und versuchen, irgendwie durchzukommen. Sie geben die Hoffnung nicht auf, dass es irgendwann Frieden geben wird in Syrien, dass sie zurück in die Heimat können. Bis dahin werden die meisten versuchen, im Libanon zu bleiben. Nur die wenigsten wollen nach Europa. „Unsere Heimat ist doch hier“, sagen sie.

Mohamed (45) ist einer davon, der um keinen Preis noch einmal alles zusammenpacken will, um weiterzuziehen. Er ist der Vater von Maha. Maha? Ja, sie kennen Maha gut. Sie ist das Mädchen auf der Aktionsmarke, das sich für das Foto seinen allerschönsten Pulli angezogen hatte. Jeden Tag hat sie uns mit ihren traurigen Augen angeschaut. Mit einem Blick voller Angst und Ungewissheit, den kein fünf Jahre altes Kind haben sollte. Jede Woche haben wir mit den Unicef-Mitarbeitern vor Ort gemailt, um zu wissen, wie es Maha geht. Stellvertretend für die Hunderttausenden von syrischen Kindern im Libanon.

Maha und ihre Familie in einem libanesischen Flüchtlingslager.

Maha feiert bald ihren sechsten Geburtstag. Und ist so stolz, dass sie am 20. März beim Weltkindertag ein Lied singen darf. Ihr Lied, ihre Liebeserklärung an Syrien. Sie ist auch dankbar, wenn ihr die Betreuer in dem Unicef-Kinderschutzzentrum von der Zeitung in Deutschland erzählen, die schon ganz viel Geld gesammelt hat. „Deshalb kann ich hier singen?“, hat sie gefragt. Ja, und viele andere Kinder können lernen und ihre schlimmen Erlebnisse des Krieges verarbeiten.

Jeden Tag sehen wir die Bilder von den Flüchtlingsrouten. Eines schlimmer als das andere. Ohne Hilfe kann hier niemand überleben. Unicef ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die derzeit Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen in Syrien verteilen kann und die den Kinder sowohl in der Heimat als auch auf den Fluchtrouten helfen.

Gemeinsam mit ihnen haben wir viel erreicht, Maha ist das beste Beispiel dafür. An manchen Tagen lächelt das Kind, das bei einem Bombenangriff im Schlaf von Glassplittern bedeckt wurde, wieder. Maha bekommt durch die Hilfe des Kinderschutzzentrums ein Stück Kindheit zurück. Und wenn es nur ein paar Minuten am Tag sind.

Mit ihren Spenden ermöglichen wir den Flüchtlingen vor Ort ein Überleben und den Kindern Betreuung und sogar Schulaufenthalte. Dafür möchten wir uns bedanken. Dafür möchte sich Maha im Namen aller Kinder bedanken. Wir werden weiter über sie berichten. Auch unsere Konten sind das ganze Jahr über geöffnet. Denn die Not ist und bleibt unermesslich groß.

Unsere Partner mit großem Herz

Stadtinfo ist spitze

Edith von Welser-Ude und Albert Dietrich präsentieren ihr diesjähriges Spendenergebnis.

Aus is und gar is und schad is, dass wahr is! Ja, das ist es wirklich, dass Albert Dietrich, der seit 1979 die Seele der Stadt-Info am Münchner Marienplatz war, heuer endgültig in Rente gegangen ist. Nicht ohne Unicef noch ein großzügiges Abschiedsgeschenk zu machen. 20 Jahre lang hat der 65-Jährige für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen unzählige Veranstaltungen organisiert, mit dem Grußkartenverkauf in der Stadt-Info und dem Einsammeln ausländischer Währungen Abertausende Euros gesammelt, mit immer neuen Ideen die Geldbeutel der Münchner geöffnet. Gemeinsam mit Edith von Welser-Ude, Ex-First-Lady und Unicef-Patin, hat er Hunderte von ungeliebten Weihnachtsgeschenken im Prunkhof mit viel Humor versteigert. So sind es alleine dieses Mal 23 065,59 Euro, die Albert Dietrich an Unicef übergab. Insgesamt hat er über all die Jahre mit seinem Team aus der Stadtinfo fast 500 000 Euro überwiesen, um die tz-Spendenaktionen zu unterstützen. Bei der letzten Scheckübergabe zum Abschied rang ihm Edith von Welser-Ude dann doch noch ein Versprechen ab: „Ganz aufhören, Herr Dietrich, das werden Sie ja wohl nicht.“ Sein „Schau mer mal“ ist Zustimmung genug.

Manegenzauber

Ein schöneres Finale als die Kindergala im Circus Krone hätte es für die Unicef-Spendenaktion nicht geben können. Unsere zwölf Artisten (neun Kinder hatten sich direkt bei der tz beworben und drei Schützlinge haben die Einrichtung Lichtblick Hasenbergl für Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen vertreten) haben gemeinsam mit den Profis die Manege wie echte Superstars gerockt. 3000 kleine und große Zuschauer erlebten so einen einzigartigen Nachmittag. Dank unserer Gastgeberin Christel Sembach-Krone, der Unterstützung von Top-Model und Unicef-Botschafterin Eva Padberg sowie unseren Spendenpaten der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers, Campus M 21, Studio 100 media GmbH, dem Trauringstudio Marrying und all dem Taschengeld der Zuschauer sind durch die Aktion Kinder machen Circus für Kinder 11 817,32 Euro zusammengekommen. Wir alle hatten einen Riesen-Spaß und versprechen: Auch im nächsten Jahr wird es heißen „Manege frei für die Unicef-Kinder“.

Mutter Beimer bei Holiday on Ice

Einer der besonders treuen Wegbegleiter von Unicef ist Holiday on Ice. In der ganzen Welt zeigen die Eiskunstläufer von Stage Entertainment die schönsten Shows auf Kufen. Und alle Zuschauer, die in der Olympiahalle die Gastspiele sehen, tun gleichzeitig damit etwas Gutes. Pro Karte einer bestimmten Vorstellung geht ein Euro an die tz-Spendenaktion. Viel Geld, das heuer Marie-Luise Marjan (75) von Olympiaparkchef Arno Hartung stellvertretend für Unicef entgegengenommen hat. 5447 Euro sind es, die diesmal von den Veranstaltern gespendet wurden, um die Summe der Spendenaktion Bei uns daheim ist Krieg – wir helfen vor Ort an diesem Tag auf 200 000 Euro aufzurunden.

Die Schauspielerin und Unicef-Patin nutzte die Gelegenheit, um sich bei tz-Chefredakteur Rudolf Bögel über die Reise in den Libanon und das langjährige Engagement für Unicef zu informieren. „Ich bin wirklich beeindruckt, dass die tz seit 27 Jahren die Unicef-Hilfe unterstützt – mit Reisen, mit den vielen Artikeln und den Spendenaufrufen“, so die Schauspielerin, die seit 30 Jahren die Mutter Beimer in der TV-Serie Lindenstraße verkörpert. Ihr Appell: „Es ist so wichtig, den Kindern vor Ort Bildung zu ermöglichen. Schule gibt ihnen ein wenig Normalität und Orientierung in all dem Chaos. Aber: Der Weg für die Kinder in der Region ist noch so lang.“

Gala auf Gut Ising

Starkes Team: Ini Bergau-Hofmann (l.), Christoph Leinberger, Marlene Hellmold.

Bereits zum dritten Mal haben die Unicef-Arbeitsgruppe Prien und das Hotel Gut Ising pünktlich zum Start der tz-Aktion im November eine wunderbare Spendengala auf die Beine gestellt. Mit einem tollen Ergebnis: Dank den vielen Sponsoren und den 140 großzügigen Gästen sind an dem Abend 28 500 Euro zusammengekommen. Unicef-Pate Ralf Bauer moderierte die Gala, bei der auch ein Foto von Helmut Newton und eine Weihnachtskugel des schottischen Schauspielers Ewan McGregor versteigert wurden. „Es ist erfahrungsgemäß ganz selten, dass die Einnahmen von solchen Veranstaltungen zu 100 Prozent an eine gemeinnützige Stiftung gehen“, so Bauer im Anschluss. Wo das Geld verwendet wird, das erklärte Claudia Graus, stellvertretende Vorsitzende von Unicef Deutschland. Sie hatte die tz im Herbst in den Libanon begleitet, um sich selbst ein Bild von der Lage der Kinder an der syrischen Grenze zu machen: „Wenn wir den Kindern vor Ort nicht helfen, werden wir eine ganze Generation verlieren.“

Gut Ising-Manager Christoph Leinberger überreichte den Scheck an die Unicef-Vertreterinnen Ini Bergau-Hofmann und Marlene Hellmold. Der Generalmanager ist ganz begeistert von der Spendenbereitschaft der Gäste und der Unterstützung der vielen Sponsoren: „Helfen ist angesichts der Krisen in aller Welt so wichtig.“ Ganz herzlichen Dank für einen einzigartigen Abend und die großzügige Spende.

Das sind die drei glücklichen Gewinner

Gewinner Pedelec

Dagmar und Peter Rieblinger nehmen das Trenoli-Rad von Rudolf Bögel in Empfang.

Künftig kann Dagmar Rieblinger (65) ohne große Anstrengung locker mit ihrem Mann Peter (67) mithalten. Das Münchner Ehepaar ist Gewinner des Pedelec Trenoli Centro im Wert von 2499 Euro. Ein echter Straßenflitzer der bayerischen Elektrofahrradmarke Trenoli aus Weiden. Und bei den Rieblingers ist klar, wer das Pedelec bekommt. Ehefrau Dagmar darf auf dem Modell mit bis 190 Kilometern Reichweite strampeln. Da wird ihr Mann Peter, ein begeisterter Rennradler, ganz schön in die Pedale treten müssen, damit ihm seine Frau nicht davonfährt.

Die Freude über den Gewinn ist groß. „Genau richtig zur neuen Radsaison können wir loslegen“, so der Rentner. „Aber viel wichtiger ist uns, dass wir mit unserer Spende Kindern helfen können. Unicef ist für uns schon seit Jahren eine Herzenssache.“ Alle Infos zu den Pedelecs, die es in München bei Strida und im Trinoli Shop Sedanstraße 29 gibt: www.trenoli.de

Gewinner TV

Georg Reichel aus Traunstein freut sich über einen Loewe Premium-TV Connect 32.

Immer wieder zeigte der Fernseher von Georg Reichel in den letzten Wochen schwarze Flecken. Jetzt kommt der Mitarbeiter der Kliniken Südostbayern ganz überraschend zu einem neuen Premium-Modell, Georg Reichel ist der Gewinner des Loewe Connect 32 im Wert von 1500 Euro. „Ich kann es kaum glauben, wir freuen uns narrisch, dass wir ausgelost wurden“, sagt der 58-jährige Leiter des Beschwerdemanagements. Das sieht man. Direkt nach der Gewinnbenachrichtung hat der Traunsteiner ein Foto geschickt, um sich zu bedanken.

Seit Jahren unterstützen die Reichels die tz-Spendenaktion. „Wir finden es klasse, dass man Informationen direkt aus den Hilfsprojekten vor Ort bekommt. Die Menschen müssen aufgeklärt werden.“

Gewinner Reise

tz-Chefredakteur Rudolf Bögel überreicht Ralf Lehr (l.) den Gutschein für die Karibik-Kreuzfahrt auf der Costa Magica.

Manchmal trifft das Glück wirklich genau den richtigen. Ralf Lehr ist der Gewinner der Karibik-Reise mit Costa Kreuzfahrten im Wert von 10 000 Euro. Der 55-Jährige arbeitet als Gruppenleiter in der heilpädagogischen Tagesstätte der Stiftung Attl, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung. „Dass ich etwas gewinne, ist so wahrscheinlich wie Schnee im Juli“, sagt Ralf Lehr. Von einer Reise wie dieser Kreuzfahrt träumt er immer wieder, aber als Erzieher „verdient man einfach nicht so viel“. Geld ist dem Edlinger nicht wichtig. „Meine Freundin und ich haben ein gutes Leben, ich mag meine Arbeit, dazu singe ich in einem Gospelchor, fotografiere gerne und verreisen ist auch immer wieder mal drin. Was will man mehr.“ Die letzte große Tour war 2006. Da hatte Ralf Lehr drei Jahre gespart, um mit dem Rucksack Neuseeland zu entdecken.

Nun geht’s auf große Kreuzfahrt. Hardy Puls, Country Manager für Costa in Deutschland: „Herzlichen Glückwunsch. Wir freuen uns sehr, dass wir Ihnen mit der zweiwöchigen Karibiktour auf unserer Costa Magica eine solche Freude machen können.“

So viel Glück will Ralf Lehr teilen. Zum einen mit seiner Angelika (56), aber auch mit den Kindern in Not. Zur Gutscheinübergabe hat er eine Spende von 500 Euro mitgebracht. „Ich habe jetzt so viel bekommen, da kann ich doch etwas mehr geben.“ Der gebürtige Badenser hat Artikel aus der tz dabei, die ihn besonders berührt haben. „Jedes einzelne Schicksal ist unterstützenswert. Umso wichtiger ist die Arbeit von Unicef.“

Deshalb hat Costa auch die Reise gespendet: „Auf diesem Weg können wir einen Beitrag für eine so gute Sache wie die Aktion von tz und Unicef leisten“, sagt Hardy Puls. Dankeschön und gute Reise, lieber Ralf Lehr!

Rubriklistenbild: © Ramzi Haidar

Dorit Caspary

Dorit Caspary

E-Mail:Dorit.Caspary@tz.de

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