Tornado in Hessen - Überschwemmungen in Bayern

Unwetter: So trifft es die Bundesländer

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In einem Wald vor Bad Schwalbach liegen entwurzelte und umgeknickte Bäume auf der Straße. In dem Ort tobte ein Tornado.

Berlin - In der hessischen Kurstadt Bad Schwalbach hat offenbar ein Tornado gewütet. Auch sonst gab es im Süden und Südwesten Deutschlands große Schäden.

Gewaltige Sommerunwetter haben in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Teilen Bayerns große Schäden angerichtet. Im hessischen Bad Schwalbach im Taunus wurde am Sonntagabend der Kurpark verwüstet, Tausende Bäume entwurzelt und Straßen blockiert sowie Dächer und Autos beschädigt. Experten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gingen davon aus, dass ein Tornado oder auch sogenannte Fallwindböen für die Schäden verantwortlich waren. In Baden-Württemberg wurden vorsorglich Zeltlager geräumt. Alle Vorkommnisse im Überblick nach Bundesländern.

Heftige Unwetter wüten in Deutschland

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Hessen

Rettungskräfte versuchten am Montag, die wichtigsten Wege und Verkehrsverbindungen nach Bad Schwalbach freizubekommen. Mit den Aufräumarbeiten im verwüsteten Kurpark werde erst in den nächsten Tagen begonnen, sagte eine Stadtsprecherin. Der Park blieb aus Sicherheitsgründen noch gesperrt. Auf dem Gelände hatten die Rettungskräfte mit zwei Hundestaffeln bis tief in die Nacht nach einer vermissten Frau gesucht. Kurz vor Mitternacht gab es Entwarnung: Die Frau wurde unverletzt gefunden.

Ob Tornado oder Fallwindböen: Beide seien mit plötzlichen Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern in der Stunde verbunden, sagte Andreas Friedrich, der DWD-Tornado-Beauftragte. Während bei Tornados eine schnell rotierende Luftsäule bis zur Erde entstehe, bilde sich bei Fallwinden sekundenschnell ein starker Sturm in eine Richtung. Jedes Jahr gibt es laut Friedrich 20 bis 60 nachgewiesene Tornados in Deutschland.

„In 30 Sekunden war alles platt“, schilderte ein Hotelbesitzer die Situation. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Er schätzt seinen Schaden auf bis zu 400 000 Euro. Die Hotelgäste kamen zunächst in andere Unterkünfte, weil ein Baum auf das Dach gestürzt war.

Baden-Württemberg

Am schwersten betroffen war Nordbaden. Allein in Mannheim musste die Feuerwehr mehr als 90 Mal ausrücken. In Münsingen bei Reutlingen konnten rund 4500 Jugendliche nach einer Nacht in Schulen und Turnhallen am Montag wieder in ihr Zeltlager. Auch in Ebenweiler nahe Ravensburg flüchteten nach Angaben der Polizei vom Montag 90 Teilnehmer eines Zeltlagers vor den Unwettern in eine Scheune. Die Feuerwehr brachte die Jugendlichen in einer Grundschule unter.

Rheinland-Pfalz

Wegen Windböen, die örtlich bis zu 100 Kilometer pro Stunde erreichten, blockierten Bäume viele Straßen. Die Stadt Ludwigshafen forderte ihre Bürger am Montag dazu auf, die städtischen Grünanlagen und Friedhöfe vorerst nicht zu betreten. Bei Landau waren etwa 5000 Menschen in mehreren Orten zeitweilig ohne Strom, nachdem Strommasten umgeknickt waren.

Bayern

Vor allem in Mittel- und Unterfranken gab es zahlreiche Feuerwehreinsätze. Vor allem umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und überschwemmte Straßen oder Unterführungen machten Arbeit.

dpa

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